Kultur

Erster Kunstverleih in Hagen eröffnet im März

In der „Artothek“ an der Eppenhauser Straße können demnächst Bilder ausgeliehen werden (von links): Dietmar Scholz, Rita Weychert, Peter Ladleif („Paulhagen“), Günter Blanck und Birgit Annette Janz.

In der „Artothek“ an der Eppenhauser Straße können demnächst Bilder ausgeliehen werden (von links): Dietmar Scholz, Rita Weychert, Peter Ladleif („Paulhagen“), Günter Blanck und Birgit Annette Janz.

Foto: Michael Kleinrensing

Eppenhausen.   Fünf freischaffende Künstler eröffnen in Hagen die erste „Artothek“. Kunstverleihe gibt es in ganz Deutschland.

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Der Name steht noch nicht genau fest: Ganz klassisch „Artothek“ oder kreativ-verspielt „Art-to-take“ (Kunst zum (Mit-)nehmen). „Wir überlegen noch mal in Ruhe. Und stimmen dann ab“, sagen die Mitglieder der Gruppe „Freie Künstlerszene Hagen“.

Die fünfköpfige Truppe eröffnet am Freitag, 3. März, an der Eppenhauser Straße 99 eine Artothek. Darunter versteht man eine öffentliche Einrichtung, in der aktuelle Kunstwerke kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr verliehen werden.

150 Artotheken in Deutschland

Die Idee ist nicht neu, sie wurde vor etwa 200 Jahren geboren. Derzeit gibt es in Deutschland an die 150 Artotheken, „einige sind Stadtbüchereien angeschlossen“, sagt Peter Ladleif, unter Künstlern „Paulhagen“ genannt. Einrichtungen dieser Art gibt es u.a in Berlin, Frankfurt, Ulm, Dortmund und Dülmen. Und bald auch in Hagen . . .

Das Prinzip ist einfach: Künstler, die in der Artothek ausstellen und ihre Werke zum Ausleihen anbieten, zahlen einen überschaubaren Betrag für die Raum- bzw. Wandnutzung. Verkauft ein Künstler eine Arbeit, zahlt er an die Betreiber der Artothek eine Provision.

Der Besucher oder Hobbysammler, der sich ein Werk in der Artothek aussucht und für eine vereinbarte Zeit (z.B. vier Wochen oder drei Monate) mitnimmt, um sein Haus, seine Wohnung, sein Büro oder seine Geschäftsräume zu verschönern, bezahlt an den Künstler eine geringe Leihgebühr.

Zugang zu Kunst für jedermann

Die „Freie Künstlerszene Hagen“ hat in der Eppenhauser Straße nicht nur geeignete Räumlichkeiten gefunden, ihre eigenen Werke zu präsentieren, sondern hofft auch, den Grundgedanken des Kunstverleihs in Hagen zu verbreiten. „Wir wollen das Interesse an Kunst fördern, die Vielfalt von Kunst zeigen und jederrmann den Zugang zu Kunst ermöglichen“, sagt „Paulhagen“.

100 Arbeiten auf 170 Quadratmetern

Er und seine Künstlerfreunde werden die erste „Bestückung“ übernehmen und eine Auswahl von rund 100 Arbeiten in den modernen, 170 Quadratmeter großen Räumlichkeiten zeigen.

„Unser Ziel ist es, uns breiter aufzustellen und einen gemeinnützigen Verein zu gründen“, erklärt Rita Weychert. Die Hagener Künstlerin zeigt demnächst am Remberg Malerei, „ich entwerfe aber auch Skulpturen“.

Auch Künstlerkollegin Birgit Annette Janz präsentiert Malerei und Objekte. Zur Kerngruppe ­zählen außerdem Günter Blanck (Metallskulpturen und Fotografie) sowie Dietmar Scholz. Der Wittener hat bereits einen Atelierraum im Kunst- und Atelierhaus an der Hochstraße 73 (ehemals Hotel Danne) sowie ein Atelier („Showroom“) in Witten.

Bei „Planet Hagen“ kennengelernt

Wie sich die fünf Kreativen gefunden haben? „Paulhagen“, der sich der Malerei und Skulpturengestaltung verschrieben hat, erzählt: „Im Anschluss an die Veranstaltung ,Planet Hagen’ im vergangenen April haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“

Zur Erinnerung: Mit „Planet ­Hagen“ war der Tag der offenen ­Ateliers und Galerien betitelt, an dem sich 40 Atelierbetreiber und etliche Kunstschaffende beteiligten.

Künstlerstammtisch gegründet

Nach diesem Event fand sich besagtes Quintett zusammen und gründete unbürokratisch einen Künstlerstammtisch. „Wir treffen uns jeden zweiten Dienstagabend im Monat im Kulturhof auf Emst“, sagt Günter Blanck und lädt alle ­Interessierten zum ungezwungenen Austausch ein, „und vielleicht finden sich dort ja auch ein paar Interessenten, die unsere geplante ­Vereinsgründung unterstützen“.

Nähere Infos von Peter Ladleif unter Handy-Nummer 0151 - 61 44 12 72.

>> HINTERGRUND

Der Begriff Artothek setzt sich aus ars/artis = die Kunst (griechisch) und theke = der Ort zusammen.

Die Einrichtung wird am 3. März um 19 Uhr in den ­früheren Räumen der „Physiotherapie Grobe“ in der Eppenhauser Straße 99 eröffnet. Die einstigen Praxisräume sind auch für Behinderte problemlos zugänglich.

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