Ausbildung

Experten-Tipps: Das gehört zu der perfekten Bewerbung?

Soll es die klassische Bewerbungsmappe sein? Es gibt viele Fragen rund um Bewerbungsschreiben. 

Soll es die klassische Bewerbungsmappe sein? Es gibt viele Fragen rund um Bewerbungsschreiben. 

Foto: dpa Picture-Alliance / Christin Klose

Hagen.   Vor der großen Ausbildungsmesse in Hagen beantworten wir wichtige Fragen zum Thema. Diesmal: Was gehört zur perfekten Bewerbung?

Eine Bewerbung schreiben, ein Bewerbungsgespräch führen – das stellt nicht nur Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz vor Herausforderungen. Auch Eltern oder Großeltern, die beratend zur Seite stehen wollen, können nicht unbedingt aus ihrem eigenem Erfahrungsschatz schöpfen, denn einiges mag sich seit ihren Schulzeiten verändert haben.

Im Vorfeld der siebten Hagener Ausbildungsmesse am kommenden Donnerstag, 6. Juni, bringen Ute Richter und Jasmina Gläser, Berufsberaterinnen bei der Arbeitsagentur alle Betroffenen auf den aktuellen Stand. Sie sind auch am kommenden Donnerstag bei der Ausbildungsmesse selbst vor Ort und bieten dort einen Bewerbungscheck an.

1. Woraus besteht eine gute Bewerbung? In der Regel besteht eine Bewerbung aus dem Anschreiben, eventuelle einem Deckblatt, Lebenslauf, - Zeugniskopien (müssen in der Regel nicht beglaubigt sein), Bescheinigungen über Praktika, Zertifikate oder ähnlichem und einem Foto. Das ist keine Pflicht, aber viele Arbeitgeber erwarten dies trotzdem). Es kommt auch immer auf die verschiedenen Anforderungen des Arbeitgebers an. Daher gut die Stellenanzeige lesen.

2. Welche Informationen gehören in ein Bewerbungsschreiben, welche in einen Lebenslauf? Zunächst: Das Anschreiben und der Lebenslauf sollten in der Regel mit dem Computer erstellt werden. Es sei denn, der Arbeitgeber fordert es anders. Das Anschreiben und auch der Lebenslauf sollten nicht länger als eine DIN-A-4-Seite sein.

Im Anschreiben sind folgende Inhalte wichtig: Warum habe ich mich für diesen Ausbildungsberuf entschieden? (Dazu muss man die Ausbildungsinhalte kennen.) Warum habe ich mich für diesen Ausbildungsbetrieb entschieden? (Durch Flyer oder Homepage der Arbeitgeber informieren). Warum bin ich für die Ausbildung die/der Richtige? Interessen, Eignung und Motivation sollten begründet werden. Welche Erfahrungen bringe ich eventuell schon für diesen Ausbildungsberuf mit?

Für den Lebenslauf gilt:

  • Format: Den Lebenslauf übersichtlich in Form einer Tabelle gestalten.
  • Zur Person: Name, Vorname, Anschrift, Geburtsdatum und (Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Telefon- und Handynummer sowie E- Mail-Adresse).
  • Praktische Erfahrungen: Praktika, Ferienjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten.
  • Schulbildung: Schulabschluss, besuchte Schulen.
  • Persönliche Fähigkeiten und Kompetenzen: Computerkenntnisse, Sprachkenntnisse, persönliche Stärken und Fähigkeiten.
  • Ort, Datum und Unterschrift ni cht vergessen.
  • Foto: Falls kein separates Deckblatt verwendet wird, kommt hier das Bewerbungsfoto mit auf den Lebenslauf.

3. Muss ich Zeugnisse, Bescheinigungen beglaubigen lassen? Nein. Es sei denn, der Arbeitgeber fordert dies speziell an. Ist aber die absolute Ausnahme.

4. Möglichst auffällig und ungewöhnlich, damit ich auffalle? Oder möglichst klassisch? Wie sollte die Bewerbung sein? Die Bewerbung sollte grundsätzlich an den Arbeitgeber und den Ausbildungsberuf angepasst werden. Es gibt eher konservative Arbeitgeber (etwa Verwaltungen oder Behörden), da ist eine eher schlichtere Variante von Vorteil. In kreativen Berufen (wie etwa Mediengestalter) kann eine Bewerbung auch sehr kreativ oder ausgefallen gut ankommen. Also sollte man sich immer genau über den Arbeitgeber oder den Beruf informieren. Wichtig ist immer, dass die Bewerbung selbst formuliert und nicht aus Vorlagen kopiert worden ist.

5. Die Bewerbung per Post verschicken oder PDF per Mail? Überwiegend werden die Bewerbungen heute online (also über die Internetseite des Arbeitgebers) oder per E-Mail versandt. In diesem Fall dann unbedingt als PDF-Datei. Aber auch hier gilt unbedingt auf die Forderungen des Arbeitgebers achten. Auch per Post ist noch möglich. Auf jeden Fall eine seriöse E-Mail-Adresse anlegen und täglich den Mail-Posteingang checken.

6. Schriftart, Größe, Längen: Auf welche formalen Standards ist bei Bewerbungsschreiben zu achten? Es sollte eine gut lesbare und seriöse Schriftart wie etwa Arial, Calibri (jeweils Schriftgröße: 11) oder Times New Roman (Schriftgröße: 12) gewählt werden. Für alle Dokumente sollte die gleiche Schriftart beibehalten werden. Der Zeilenabstand sollten einzeilig sein, die Seitenränder links 25 Millimeter und rechts etwa 20 Millimeter breit sein.

7. Das Bewerbungsfoto: Fotograf, Fotoautomat, oder reicht das gute Handy-Foto? Mit einer Bewerbung macht man Werbung für sich selbst. Dabei ist das passende Bewerbungsfoto sehr wichtig, auch wenn es laut Gesetz keine Pflicht mehr ist. Für ein tolles Bewerbungsfoto muss man auf jeden Fall zu einem Fotografen. Keine Automatenbilder oder Freizeitfotos nutzen, denn: Die stellen einen Bewerber gleich ins Abseits. Gleich daran denken, das Foto in digitaler Form mitzunehmen. Und mit dem Fotostudio klären, wie dort die Nutzungsrechte der Bilder für E-Mail- bzw. Online-Bewerbung geregelt sind. Oft muss man dafür zusätzlich etwas zahlen. Das Outfit sollte dem Beruf angepasst sein. Daher: Auf eine eventuelle Kleiderordnung im Betrieb achten.

8. Alles in einer Bewerbungsmappe verschicken oder lieber lose Blätter? Niemals Bewerbungen als lose Blätter versenden. Für Bewerbungen per Post gilt grundsätzlich eine Bewerbungsmappe. Immer nur Kopien von den Zeugnissen versenden, niemals Originale. Die Bewerbung gehört in einen DIN-A-4-Umschlag, am besten mit einem Papprücken, damit die Mappe nicht geknickt ankommt. Anschrift und Absender mit sorgfältiger Handschrift direkt auf den Umschlag schreiben oder ein Adressetikett ausdrucken. Die Adresse im Anschreiben und auf dem Umschlag muss identisch sein. Und auf eine ausreichende Frankierung des Umschlags (1,45 Euro) achten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben