Kultur

Fachbereichsleiter in Hagen soll Stadtrat übergangen haben

Fachbereichsleiter Tayfun Belgin verantwortet die Kultur in Hagen.

Fachbereichsleiter Tayfun Belgin verantwortet die Kultur in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Verärgerte Kulturpolitiker in Hagen werfen Fachbereichsleiter Belgin vor, beim Museum in Werdringen einen Ratsbeschluss missachtet zu haben.

Tayfun Belgin, Leiter des Fachbereichs Kultur, soll bei der Renovierung des Museums im Wasserschloss Werdringen Beschlüsse des Stadtrates missachtet haben. In der letzten Sitzung des Kulturausschusses wurde er deswegen heftig kritisiert. „Herr Belgin hat bei der Neugestaltung des Eingangsbereiches eigenmächtig Veränderungen der beschlossenen Planung vornehmen lassen“, so Thomas Walter, Ratsmitglied der CDU: „Er hat das ohne Rücksprache getan. Das ist typisch für das Eigenleben, das er in der Verwaltung führt.“

Dunkle Atmosphäre

Wie berichtet, kann das Museum nach sechsmonatigen Umbauarbeiten (Gesamtkosten: 61.000 Euro) ab morgigen Sonntag wieder besucht werden. Der Rat hatte im Februar 2018 beschlossen, den Eingangsbereich grundlegend neu zu gestalten und die Theke im vorderen Bereich, einladend zum Museumsbesuch, zu positionieren.

Stattdessen habe sich ihre Lage kaum verändert, so Walter. Außerdem müsse nun ständig jemand die Kasse im Auge behalten, da sie durch das Absenken der Theke für jedermann leicht erreichbar sei.

„Keine Attraktivitätssteigerung“

Auch bei der Gestaltung des Museumsshops soll Belgin gegen den Ratsbeschluss verstoßen haben. „Das ist keine Attraktivitätssteigerung in unserem Sinne“, so Walter. Den Eingangsbereich präge eine dunkle, wenig einladende Atmosphäre: „In solch ein Museum gehen Familien bestimmt nicht gern ein zweites Mal.“

Die CDU wolle das Verhalten des Fachbereichsleiters in der nächsten Ratssitzung thematisieren: „Möglicherweise steht hier als Konsequenz eine Rüge im Raum. So geht es ja nicht“, kündigte Walter an. Es sei inakzeptabel, dass Belgin die eigenmächtig vorgenommenen Änderungen nicht einmal mit seiner Vorgesetzten, Kulturdezernentin Margarita Kaufmann, abgesprochen habe: „Damit schadet er der Stadt.“

Dezernentin nicht informiert

Die Grünen schließen sich der Kritik an, wenngleich Ausschussmitglied Jörg Fritzsche nicht ganz so hart mit Belgin ins Gericht geht: „Es geht mir aber ums Prinzipielle. Jemand aus der Verwaltung kann nicht einfach eigenmächtig einen Ratsbeschluss ändern.“ Dass Belgin nicht einmal seine Vorgesetzte informiert habe, sei „dreist“, so Fritzsche: „Vermutlich hätte er sich den Ärger sparen können, wenn er Frau Kaufmann oder die Politik rechtzeitig eingeweiht hätte.

„Tayfun Belgin hat den Ratsbeschluss schlichtweg ignoriert“, sagt Sven Söhnchen (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses. Man werde ein Protokoll erstellen und eventuell in den Rat geben. Den Umbau findet Söhnchen an sich gelungen: „Trotzdem ist es nicht hinnehmbar, dass Pläne einfach abgeändert werden, ohne darüber zu sprechen.“

OB Schulz ist informiert

Kulturdezernentin Kaufmann bestätigt: „Ich war von Herrn Belgin über nichts informiert.“ Sie habe den Oberbürgermeister über den Alleingang des Fachbereichsleiters informiert: „Das ist jetzt Sache des OBs.“

Belgin selbst hielt sich auf Nachfrage unserer Zeitung knapp: „Kein Kommentar.“

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