Gesundheitswarnung

Fall von offener Tuberkulose an Hagener Berufskolleg

Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg: Ein Schüler ist hier an offener Tuberkulose erkrankt.

Das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg: Ein Schüler ist hier an offener Tuberkulose erkrankt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Ein 17-jähriger Schüler am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg ist an offener Tuberkulose erkrankt. Das Gesundheitsamt ordnet den Fall ein.

Bei einem 17-jährigen Schüler des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs ist bereits am vergangenen Freitag eine offene Tuberkulose festgestellt worden. In Hagen gab es im Jahr 2018 bislang 19 gemeldete Tuberkulose-Fälle. Die Infektion erfolgt laut Robert-Koch-Institut (RKI) durch feinste erregerhaltige Tröpfchenkeime in der ausgeatmeten Luft, die von erkrankten Personen beim Husten und Niesen freigesetzt werden. Besonders ansteckend seien Tuberkulosepatienten, bei denen im Auswurf so viele Bakterien vorhanden sind, dass diese bereits unter dem Mikroskop sichtbar seien. Eine Ansteckung erfolge nicht so leicht wie bei anderen über die Luft übertragbaren Krankheiten (wie z.B. Varizellen oder Masern). Die wesentlichen Faktoren seien Häufigkeit, Dauer und Enge des Kontakts mit einer anderen erkrankten Person und die Menge der inhalierten Erreger

Husten, Fieber, Nachtschweiß

Der erkrankte Schüler des Berufskollegs befindet sich aktuell im Krankenhaus und wird mit Antibiotika behandelt. Das Gesundheitsamt ermittelt aktuell alle Personen im privaten und schulischen Umfeld des Erkrankten, die sich angesteckt haben könnten. „Es ist aus Sicht des Gesundheitsamtes eher unwahrscheinlich, dass sich in der Schule jemand angesteckt hat, dennoch werden alle Personen, die zu dem Erkrankten Kontakt hatten, individuell hinsichtlich der Ansteckungswahrscheinlichkeit bewertet“, erklärt Antje Funke vom Hagener Gesundheitsamt. Zu den Symptomen einer offenen Tuberkulose gehören laut Antje Funke unter anderem Husten, Fieber und Nachtschweiß. „Die Krankheit verläuft in der Regel nicht tödlich. Ältere Menschen mit Vorerkrankungen könnten allerdings in gesundheitliche Schwierigkeiten geraten“, so Funke. Je nach Risiko werde ein Bluttest gemacht oder eine Röntgenaufnahme der Lungen angefertigt. Bei Fragen können sich Betroffene an das Gesundheitsamt unter Telefon 2073717 wenden.

Der erkrankte Schüler des Berufskollegs stammt aus Eritrea im Nordosten Afrikas und ist als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland gekommen. Laut RKI stammen 85 Prozent der Tuberkulose-Neuerkrankten aus Afrika, Südostasien und der Pazifikregion. Die Tuberkuloseraten seien besonders hoch bei Migranten aus Ländern, in denen die Tuberkulose noch sehr häufig ist.

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