Politik

FDP in Hagen distanziert sich von Vorgängen in Thüringen

Lars-Peter Hegenberg ist FDP-Vorsitzender in Hagen.

Lars-Peter Hegenberg ist FDP-Vorsitzender in Hagen.

Foto: Michael Koch / WP

Hagen.  Der FDP-Kreisvorstand in Hagen ist zusammengetreten und hat sich von der Wahl Thomas Kemmerichs zum Regierungschef in Thüringen distanziert.

Die FDP in Hagen distanziert sich von der Wahl ihres Parteifreundes Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten in Thüringen. „Es darf keinen liberalen Ministerpräsidentengeben, der mit den Stimmen der AfD in das Amt gewählt worden ist“, so der Hagener Kreisvorsitzende Lars Peter Hegenberg. Die Freien Demokraten in Hagen stünden für Weltoffenheit und Toleranz und lehnten Extremismus und völkisches Denken entschieden ab.

Der Kreisvorstand kam war noch am Mittwochabend zu einer Sitzung zusammengetreten. Für die Hagener Liberalen sei eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit der AfD nicht vertretbar, sagte Hegenberg: „Die FDP Hagen hat nie und wird nie mit Parteien, welche extreme oder antidemokratische Positionen vertreten, zusammenarbeiten.“

Auch Grüne üben scharfe Kritik

Auch die Grünen in Hagen verurteilen die Vorgänge in Erfurt. „Dass die Thüringer CDU und FDP gemeinsam mit der AfD einen Ministerpräsidenten wählen, ist ein Tabu-Bruch unter demokratischen Parteien“, so Rolf L. Willaredt, Sprecher des Kreisverbandes der Grünen. Diejenigen, die mit der AfD gemeinsame Strategien entwickelten, um einen Ministerpräsidentenposten zu ergattern, bedrohten uns alle. „Wir wehren uns gegen die Anfänge, den Konsens unter den demokratischen Parteien aufgrund persönlicher oder parteipolitischer Machtgieraufzugeben.“

Darüber hinaus weist der Grünen-Sprecher auf die Relevanz für Hagen hin: „Thüringen kann überall sein, und Thüringen kann ein Durchbruch sein, Rassismus, Faschismus und Wissenschaftsfeindlichkeit a la AfD zum neuen Katechismus zu machen, wenn wir uns nicht rechtzeitig dagegen wehren.“ Da die Grünen sich mit CDU und FDP im Hagener Stadtrat in einer Allianz bewegten, werde man umgehend das Gespräch mit den Allianzparteien zu diesem Eklat suchen.

Linke zeigen sich entsetzt

Auch die Linke in Hagen habe mit Entsetzen zur Kenntnis genommen, dass zum ersten Mal ein FDP-Mann sich „von den Braunen“ zum Ministerpräsidenten eines Bundeslandes habe wählen lassen, so Kreissprecher Ralf Sondermeyer: „Es geht nicht darum, dass Bodo Ramelow die Wahl verloren hat, sondern dass sich ein FDP-Mann von Faschisten ins Amt heben lässt.“ Die FDP sei nun eine Partei non grata und überall nicht mehr wählbar.

Der Aktionskreis Antifaschismus Hagen hat wegen der Vorgänge um die Wahl von Thomas Kemmerich zu einer Demonstration am Donnerstag, 6. Februar, um 18 Uhr auf dem Friedrich-Ebert-Platz aufgerufen.

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