Festival

Festival „Ope-Art-ion“ im ehemaligen Marienhospital

45 Künstler präsentieren auf 5000 Quadratmetern Malerei, Fotografie, Musik und Tanz. Dietmar Schneider, Slavi Stoltenhoff und Beba Ilic erklären die Besonderheiten der Kunstausstellung.

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Hagen-Mitte.   Am neuntägigen Festival „Ope-ART-ion“ im ehemaligen Marienhospital in Hagen beteiligen sich 45 Künstler. Eine spannende Sache.

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Nicht nur der Titel des Festivals „Ope-Art-ion“ lässt hellhörig werden, sondern auch die Location: Für neun Tage (vom 10. bis 18. März) wird das ehemalige Marienhospital in der Innenstadt zur Ausstellungs- und Aktionsfläche für Maler, Fotografen, Musiker, Tänzer und Choreographen.

45 internationale Künstler präsentieren ihr Talent und ihre Sicht auf die (teils kranke) Welt auf drei Etagen des früheren Krankenhauses in der Bergstraße 56.

Heißt: Im früheren Operationssaal mit Kachelcharme, in der alten Küche, in der Kapelle mit Empore und Wow-Effekt sowie in etlichen Zimmern und Fluren hängen Bilder, wecken Installationen gewollt Irritation oder treten Musiker und Tänzer auf.

Attraktiver „Offspace“

„Wir bespielen 5000 Quadratmeter der insgesamt 15 000 Quadratmeter großen Hospitalflächen“, erläutert Maler und Videokünstler Dietmar Schneider, der gemeinsam mit Fotografin Beba Ilic die Ausstellung mit Festivalcharakter kuratiert.

Die beiden Kreativen sind aktive Mitglieder der Produzentengalerie Kooperative K in Haspe; weitere Werkstattgalerie-Akteure sind Daniela Hartmann (Malerei), Sandra Letzing (Malerei, Fotografie und Installation), Martin Bender (Street-Art) und Klaus Binke (Holzskulpturen).

„Dieser ungewöhnliche Ort – dieser ,Offspace’ fern ab von einer etablierten Galerie – ist eine absolut coole Festivalstätte“, so Slavi Stoltenhoff begeistert. Die Grafikerin rührt seit vier Jahren kräftig die Werbetrommel für die Kooperative K. Mit Erfolg.

Attraktive Location

Für das Festival konnte das Galerie-Team 25 000 Euro an Sponsoringmitteln (Geld - und Sachspenden) einfahren. „Davon wird kein Cent übrig bleiben“, prophezeit Dietmar Schneider, wohlwissend, dass es eine Herausforderung ist, eine so große Aktionsfläche für mehrere Tage in eine attraktive Location zu verwandeln.

Der Kooperativen K war und ist es stets ein Bedürfnis, den Austausch mit Künstlern weit über Hagens Grenzen hinaus zu pflegen.

„Die ,Ope-Art-ion’ im Offspace Marienhospital sehen wir als wichtigen Impuls für die lokale Kunstszene, aber auch für Kreative in Südwestfalen.“ Durch solch ein Festival könne die freie Szene wachsen und die soziale und kulturelle Stadtentwicklung werde gefördert, ist sich Slavi Stoltenhoff sicher.

Und Kurator Schneider ergänzt: „Man muss nicht nach Köln oder Düsseldorf fahren oder gar ziehen, um gute, progressive Kunst zu erleben.“

Vieles noch im Ursprungszustand

Beim Gang durch das Gebäude mit seinen noch heute stattlichen Treppenaufgängen, edlen Fußböden, Emporen und Dachterrassen-Flächen (Immobilienkaufmann Udo Krollmann hat das ehemalige 325-Betten-Haus Ende 2016 gekauft und baut es zur „Sankt-Marien-Wohnresidenz“ mit knapp 80 Wohnungen um) fällt auf, dass vieles im Ursprungszustand existiert.

An den Wänden hängen noch immer Spender mit Desinfektionsmittel und alte Telefone; Vorhänge und Lampen erinnern an vergangene Krankenhaus- Tage. „Bevor die Umbauarbeiten hier richtig beginnen, haben wir die einmalige Gelegenheit, den altehrwürdigen, 100 Jahre alten Bau im Ist-Zustand zu bespielen“, unterstreicht Mit-Kuratorin Beba Ilic.

Was die Festival-Besucher erwartet? Die Kapelle (das neugotische Kleinod wurde im Krieg zerstört, später jedoch wieder aufgebaut) wird zum zentralen Punkt für Performances, Musik und Tanz. Dort wird eine Arbeit von jedem beteiligten Künstler präsentiert, auf der Empore eine Cocktailbar eingerichtet, auf der Open-Air-Jugendstil-Balustrade ein Catering-Stand.

Schrill wird’s im OP: Über einem gewollt kitschigen Plüschbett hängt eine große OP-Leuchte. Die Video-Sound-Installation spiegelt den Begriff „Ope-Art-ion“ par excellence wider.

>>>TERMINE

  • Das Festival startet am Samstag, 10. März, um 19 Uhr in der Bergstraße 56. Die Vernissage mit kurzen Ansprachen, Musik und Tanz-Performances geht um 22 Uhr in der Kapelle gleitend in eine Party mit DJ-Musik über.
  • Die von der Werkstattgalerie Kooperative K konzipierte Ausstellung ist vom 11. bis 18. März täglich von 16 bis 19.30 Uhr geöffnet.
  • Am Donnerstag, 15. März, von 16 bis 21 Uhr, findet eine interaktive Art-Performance in der Kapelle statt, ab 19.30 Uhr tanzen Compagniemitglieder des Hagener Theaters.
  • Am Freitag, 16. März, stehen von 16 bis 23 Uhr Jazz, arabische Musik und eine Tanz-Performance auf dem Programm.
  • Zur Finissage am Sonntag, 18. März, von 11 bis 13 Uhr treten u.a. Teilnehmer des Finales „Jugend musiziert 2017“ auf.

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