Brand

Feuer in Umspannwerk führt zu größtem Stromausfall in Hagen

Brand in einem Hagener Umspannwerk: Mehrere Tausende Haushalte im Süden der Stadt waren ohne Strom, auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

Brand in einem Hagener Umspannwerk: Mehrere Tausende Haushalte im Süden der Stadt waren ohne Strom, auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

Foto: Alax-Talash.de

Hagen.  Mehrere Tausend Haushalte im Hagener Süden waren am Dienstag ohne Strom. Grund war der Brand eines Umspannwerks. Auch der Bahnverkehr war betroffen.

Bis auf wenige Haushalte sind nach einem Brand im Umspannwerk auf Haßley nun wieder alle mit Strom versorgt. Zur schwierigsten Zeit waren 50.000 Menschen ohne Strom, auch Ampelanlagen und Straßenbeleuchtung waren ausgefallen.

Weil zudem in Teilen Hagens das Telefonnetz nicht funktionierte, sind im Stadtgebiet alle Feuerwehrwachen mit freiwilligen Kräften besetzt worden.

Brand erst nach Stunden gelöscht

Erst nach Stunden schaffte es die Feuerwehr, dem Brand in einem Schaltkasten im Umspannwerk auf Haßley Herr zu werden. Weil sensible Technik brannte, konnte nicht mit Wasser und Schaum gelöscht werden. Die Feuerwehr ließ deshalb sauerstoffverdrängendes CO2 in den Raum mit dem brennenden Schaltkasten strömen.

Die in Hagen vorrätigen 500 Liter waren rasch verbraucht, Kollegen der Berufsfeuerwehr aus Bochum und Dortmund brachten weitere 1000 Liter CO2 aus Hagen, die am frühen Morgen ebenfalls schnell verbraucht waren. Weitere Werksfeuerwehren wurden deshalb angefragt. Das Umspannwerk wurde komplett geerdet. Die vom Brand betroffene Technik ist nagelneu und erst im vergangenen Jahr im Umspannwerk eingesetzt worden.

Lennetal und Volmetal wieder unter Strom

Im Laufe des Tages war dann neben dem Lennetal auch das Volmetal wieder unter Strom. In diesen Bereichen war auch die Wasserversorgung weggebrochen, weil Pumpentechnik nicht mit Strom versorgt werden konnte. Die Feuerwehr hat kurzerhand Generatoren bereitgestellt. Dabei wurde auch darauf geachtet, dass wichtige Einrichtungen wie Altenheime zum Beispiel schnell wieder versorgt werden konnten.

Der Bereich zwischen dem Amtsgericht bis hinauf nach Emst war bis zum Mittag ohne Strom. Bei Energieversorger Enervie teilte man mit, mehrere Kabel mussten in diesem Bereich manuell geschaltet werden.

Die Feuerwehr sprach im Bereich des Umspannwerkes von einer wahren "Materialschlacht". Dutzende Einsatzfahrzeuge waren auf dem Weg nach Haßley.

Zu Spitzenzeiten 50.000 Menschen ohne Strom

Betroffene Stadtteile waren im Wesentlichen Boloh, das Blumenviertel, Remberg, Eppenhausen, Herbeck, Teile von Halden, Haßley, Holthausen, Teile von Eilpe und Dahl. 50.000 Menschen waren in der schwierigsten Phase betroffen.

In Notfällen sind die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich an die Kollegen in den Feuerwehrgerätehäusern zu wenden oder an die Polizei, welche in den betroffenen Stadtteilen vermehrt Streife fährt. Sind Patienten betroffen, die dringend eine Stromversorgung benötigen, sollte die 112 gewählt werden.

Keine Handys benutzen, um Netz nicht zu überlasten

War die Wasserversorgung ausgefallen und steht wieder zur Verfügung, sind die Leitungen vor Gebrauch ausgiebig zu spülen. Das Mobilfunknetz sollte möglichst nicht benutzt werden, um eine Überlastung zu verhindern und die Rettungs- und Sicherheitskräfte bei der Kommunikation nicht zu behindern. Schadstoffmessungen im Rahmen des Feuers laufen, aktuell sind keine Hinweise auf Schadstoffe in der Luft vorhanden. Derzeit ist nicht absehbar, wann die Strom- und Wasserversorgung wieder ohne Einschränkungen zur Verfügung steht.

Brand gegen 5.55 Uhr

Nach bisherigen Informationen hatte es gegen 5.55 Uhr ein Feuer in einem Schaltkasten in dem Umspannwerk gegeben. Uwe Reuter, der Sprecher des Versorgers Enervie, der das Umspannwerk betreibt, sagte: " Das Umspannwerk ist sehr verqualmt, es dürfte schwierig sein, dort schnell Reparaturarbeiten zu starten. Derzeit versuchen unser Experten auf anderem Weg in den betroffenen Gebieten wieder Spannung aufzubauen." Eine seriöse Prognose, wie lange das dauert, war am Morgen lange noch nicht möglich. Einen derart massiven Stromausfall habe es in Hagen seit langer Zeit nicht gegeben, so die Einschätzung Reuters.

Polizei mit verstärkter Präsenz in den Gebieten ohne Strom

Auch die Polizei in Hagen hatte am Morgen einen sogenannten Führungsstab einberufen, der die Sicherheitslage unter Kontrolle halten soll. "Wir verschaffen uns derzeit ein genaues Bild und betreiben sogenannten Raumschutz. Das heißt, wir zeigen Präsenz in den betroffenen Gebieten, in denen der Strom ausgefallen ist", sagt Polizeisprecher Tino Schäfer. Er konnte noch keine detaillierten Angaben machen, welche Ampelanlagen konkret betroffen sind. Befürchtet werden aber erhebliche Auswirkungen auf den Berufsverkehr.

Per Sirenen-Alarm wurden am frühen Morgen auch die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert, um sämtliche Feuerwehrgerätehäuser im Stadtgebiet zu besetzen. "Damit soll sichergestellt werden, dass trotz des teilweisen Ausfall des Telefonnetzes die Bürger in allen Teilen Hagens schnell Hilfe finden können", so Marcel Göbel.

Regionalbahn 52 ebenfalls vom Stromausfall beeinträchtigt

Betroffen von dem Stromausfall war auch die Regionalbahn 52 von Dortmund nach Lüdenscheid, da das Stellwerk in Rummenohl im Hagener Volmetal nicht funktionierte.

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