Einsatz mit Kameras

Feuerwehr Hagen übernimmt Hauptrolle in Fernsehdokumentation

Die Feuerwehr Hagen im Einsatz. Demnächst sind Kamerateams dabei.

Die Feuerwehr Hagen im Einsatz. Demnächst sind Kamerateams dabei.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Ein Team des TV-Senders DMAX wird die Feuerwehr Hagen bei Einsätzen filmen, aber auch Interviews führen und den Alltag auf der Wache zeigen.

Die Hagener Feuerwehr will sich bei ihrer Arbeit von einem Fernsehteam begleiten lassen. Ein Team des TV-Senders DMAX wird die Rettungskräfte bei Einsätzen filmen, aber auch Interviews führen und den Alltag auf der Wache dokumentieren.

Aufgrund der hohen medialen Reichweite hält Feuerwehrchef Veit Lenke das TV-Projekt für eine gute Möglichkeit, die Feuerwehr und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit noch besser darstellen zu können: „Ich erhoffe mir durch die Ausstrahlung der Sendung einen gesteigerten Bewerberzulauf und weitere Interessenten für die ehrenamtliche Arbeit“, begründet er das Projekt in einem Schreiben an seine Kameraden.

Rechtsamt hat Verträge geprüft

Produziert wird die Dokumentation von der Hamburger Firma Filmreif, die in Hagen angefragt hat, ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. In den ersten beiden Staffeln haben bereits die Feuerwehren aus Dortmund, Krefeld und Delmenhorst mitgewirkt.

In der Zwischenzeit seien mit Unterstützung des städtischen Rechtsamtes die Verträge mit der Produktionsfirma unterschrieben worden, so Lenke: „Wir haben uns Zeit gelassen und die Mitwirkung genau geprüft.“

Privatsphäre bleibt gewahrt

Wann die Dreharbeiten beginnen, steht noch nicht fest, doch wird die Filmfirma die Feuerwehr in den kommenden Monaten regelmäßig mit der Kamera begleiten. Aber auch einzelne Hagener Feuerwehrleute sollen mit sogenannten GoPro-Kameras ausgestattet werden, die an der Einsatzjacke befestigt werden und das Einsatzgeschehen aus der Ich-Perspektive filmen.

Die Grenzen des guten Geschmacks sollen dabei jedoch nie überschritten werden, auch die Privatsphäre von Unfallopfern oder Patienten bleibe stets gewahrt, betont Veit Lenke: „Im Rettungsdienst werden die Kameras spätestens an der Wohnungstür abgelegt.“ Schließlich sei für den Hilfesuchenden ja nicht erkennbar, ob eine Kamera eingeschaltet sei – und ob sie laufe oder nicht.

Aufnahmen auf freiwilliger Basis

Es werde auch kein Feuerwehrmann gezwungen, an der Produktion mitzuwirken, so Lenke. Alle datenschutzrechtlichen Aspekte seien mit der Firma sowie dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Hagen abgestimmt. Sollte jemand nicht gefilmt werden wollen, könne sein Gesicht gepixelt und damit unkenntlich gemacht werden. Auch Interviews fänden auf rein freiwilliger Basis statt: „Die Produktionsfirma wird von allen Personen, die gezeigt werden, eine persönliche Einverständniserklärung einholen“, so Lenke: „Bei der Auswahl des Materials wird stets darauf geachtet, die Protagonisten gut aussehen zu lassen.“

Damit kein Material verwendet wird, das fachlich nicht korrekt sei oder falsch interpretiert werden könne, sei vereinbart, dass jegliches Material, das gesendet werden solle, vorab durch die Amtsleitung der Feuerwehr und die Presseabteilung der Stadt Hagen freigegeben werden müsse: „Nicht freigegebenes Material darf nicht verwendet werden“, hebt Lenke hervor.

Chance zur Aufklärung

Für den Hagener Feuerwehrchef bietet das Fernsehprojekt die Chance zur Aufklärung: „Es gibt ja immer noch Leute, die glauben, den Krankenwagen schickt das Krankenhaus.“ Vor allem aber wünscht er sich eine Steigerung der Bewerberzahlen bei den jährlichen Einstellungsrunden.

In diesem Jahr hat die Feuerwehr Hagen 15 Azubis eingestellt, doch werde es immer schwerer, geeignete Bewerber zu finden. Spätestens 2020/21 schlage der demographische Wandel voll zu, dann würden sechs bis sieben Kameraden pro Jahr in den Ruhestand wechseln: „Darauf müssen wir vorbereitet sein.“ Die Fernsehdokumentation könne vielleicht helfen, junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern.

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