Arbeitsniederlegung

Finanzamt Hagen wird erstmals in seiner Geschichte bestreikt

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Der Hinterhof des Finanzamtes in Hagen.

Der Hinterhof des Finanzamtes in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die Angestellten des Finanzamtes in Hagen legen am Donnerstag zum ersten Mal in der Geschichte der Behörde die Arbeit nieder.

Erstmals in der Geschichte des Hagener Finanzamtes wird die Behörde am Donnerstag von ihren Angestellte bestreikt. „Das hat es noch nie gegeben“, berichtet Christian Sommer, Vorsitzender des Hagener Ortsverbandes der Deutschen Steuer-Gewerkschaft.

Der Streik der Angestellten wird um 9 Uhr vor dem Finanzamt in der Schürmannstraße beginnen. In den darauf folgenden Stunden wird nach Angaben der Gewerkschaft kein geregelter Publikumsverkehr möglich sein.

Druck auf Arbeitgeber erhöhen

Doch woher kommt der Unmut der Mitarbeiter? Auch die zweite Verhandlungsrunde bei den Tarifverhandlungen der Länder hat nach Ansicht der Angestellten keine Fortschritte gebracht, so Sommer: „Dieser Warnstreik richtet sich gegen die Verweigerungspolitik der öffentlichen Arbeitgeber während der aktuellen Tarifrunde für den öffentlichen Dienst.“

Die Aktion in Hagen sei Teil von bundesweiten Arbeitskampfmaßnahmen mit dem Ziel, den Druck auf die Arbeitgeber vor der dritten und letzten Verhandlungsrunde am 27. November zu erhöhen.

Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes fordern eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro. Dies sei geradezu bescheiden angesichts der Inflationsrate und des Nachholbedarfs bei der Bezahlung des öffentlichen Dienstes, so Sommer: „Nach dem Willen der Arbeitgeber sollen sich die Landesbeschäftigten wieder einmal mit einem erheblichen Reallohnverlust zufrieden geben. Wir sind nicht das Sparschwein der Nation, um die Lücken bei den Landesfinanzen auszugleichen.“

Beamte stoßen in Mittagspause hinzu

Am Finanzamt in Hagen wolle man mit einem gezielten Nadelstich in Form des Warnstreiks demonstrieren, dass man sich die Blockadehaltung der öffentlichen Arbeitgeber nicht weiter gefallen lasse. Die Arbeitgeber bzw. die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) habe noch immer kein Angebot gemacht.

Am Finanzamt in Hagen sind rund 260 Menschen beschäftigt, die meisten sind Beamte, die sich nicht am Streik beteiligen dürfen, rund 50 sind Angestellte. Um 12 Uhr spricht der Landesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft NRW, Manfred Lehmann, zu den Streikenden und den in der Mittagspause befindlichen Beamten.

In den vergangenen Jahren hat es zwar schon Demonstrationen der Beschäftigten vor dem Hagener Finanzamt gegeben, aber noch nie einen Streik.

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