Städtepartnerschaft

Förderer der Partnerschaft Hagen-Smolensk machen Schluss

Seit Jahren war abzusehen, dass der Verein keine Zukunft mehr hat

Foto: Yvonne Hinz

Seit Jahren war abzusehen, dass der Verein keine Zukunft mehr hat Foto: Yvonne Hinz

Hagen.   Die Förderer der Städtepartnerschaft zwischen Hagen und Smolenks ziehen einen Schlussstrich unter ihre Vereinstätigkeiten.

Das „Aus“ kam nicht über Nacht. Seit Jahren war abzusehen, dass der Verein keine Zukunft mehr hat. Für Hans-Joachim Geisler stand fest: „Dann machen wir lieber einen sauberen Schnitt, als im Verein nur noch vor uns hin zu dümpeln.“ Geisler spricht über den Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Hagen-Smolensk, den der 1. Vorsitzende sowie seine Stellvertreterin Elvira Besarese Anfang des Jahres aufgelöst haben. „Nach strengen gesetzlichen Vorgaben. Elvira und ich waren die offiziellen Liquidatoren“, unterstreicht Hajo Geisler.

Verein ist sehr überaltert

Leicht ist es ihm und den übrigen Mitgliedern nicht gefallen, den Schlussstrich zu ziehen. „Aber wir sind doch total überaltert. Die meisten von uns sind über 80“, begründet Geisler (selbst gerade 70 geworden) das Aus.

Außerdem habe sich der Verein überlebt, „vieles, was wir in den Anfangsjahren organisiert haben, ist heute nicht mehr gefragt“. So steuerten vor 20 Jahren mehrere 40-Tonner nach Smolensk, „es handelte sich um Kleiderspenden für die Bedürftigen dort“. Mittlerweile sei die Armut in Smolensk nicht mehr so groß und das dortige Sozialsystem einigermaßen ausgebaut.

Obwohl – ein bisschen Wehmut schwingt in Geislers Stimme schon mit, wenn er von den durch Aufbruchstimmung geprägten Anfangsjahren des Vereins erzählt.

Gegründet wurde der Verein 1986, also vor über 30 Jahren, von Hagens damaligem Oberbürgermeister Rudolf Loskand und dem damaligen Vorsitzenden des Smolensker Exekutivkomitees Alexander Schubnjakow. Hajo Geisler ist 1988 in den Partnerschafts-Verein eingetreten.

Woher sein Interesse am Thema Städtepartnerstadt und speziell an Russland stammt? Geisler lacht: „Meine Frau Thea stammt aus der früheren DDR, sie hat Russisch studiert und später an der Waldorfschule in Dortmund Russisch unterrichtet.“ Er selbst spreche kein Wort Russisch, „ich hatte immer Thea oder einen Dolmetscher im Schlepptau“.

1989 wurden die Geislers zum ersten Mal von einer Smolensker Familie zu Hause besucht, „zwischen uns und den Ossipovs entstand eine schöne Freundschaft, wir haben uns etliche Male gegenseitig besucht und gesehen, wie unsere Kinder groß geworden sind“.

Was die aktiven Jahre noch geprägt hat? Zum Beispiel die große Spendenaktion der WESTFALENPOST. Ende der 1990er-Jahre hatten Leser Hunderte Rollstühle und Gehhilfen für Bedürftige in der russischen Stadt Smolensk gespendet. Der Verein organisierte damals gemeinsam mit der WP den Transport und die Verteilung der Spenden.

Restgeld wird gespendet

Aber zurück zur Auflösung: „2016 und 2017 haben wir bereits keine Mitgliedsbeiträge mehr eingezogen. Elvira und ich wurden von den Mitgliedern zu Liquidatoren gewählt. Das Restgeld aus der Vereinskasse – knapp 1000 Euro – spenden wir zweckgebunden an den Städtepartnerschaftsverein der Stadt Hagen.“

In Konkurrenz zu den anderen beiden Vereinen, die Kontakte zu Russland pflegen, habe sich sein Verein nie gesehen, sagt Hans-Joachim Geisler.

Der Pro-Smolensk-Verein setzt sich schwerpunktmäßig für die beiderseitige Förderung von Bildung, Ausbildung und Weiterbildung ein, der Freundeskreis Hagen-Smolensk legt den Fokus auf den kulturellen Austausch zwischen den beiden befreundeten Städten.

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