Rockerkrieg

Freeway Rider (58) schießt in Hagen Bandido nieder: Anklage

Nach der Tat: Polizisten sichern Spuren an der Frankfurter Straße.

Nach der Tat: Polizisten sichern Spuren an der Frankfurter Straße.

Foto: Alex Talash

Hagen.   Im Hagener Rockerkrieg gibt es eine zweite Anklage. Diesmal geht es um einen Freeway Rider, der einen Bandido niedergeschossen hat.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Die Staatsanwaltschaft hat eine weitere Anklage im Hagener Rockerkrieg zwischen Bandidos und Freeway Riders erhoben. Und wieder geht es um ein versuchtes Tötungsdelikt. Ging es bei der ersten Anklage um einen Bandido, aus dessen Mercedes auf der Saarlandstraße auf einen BMW geschossen wurde, in dem ein Freeway-Riders-Mitglied mit seiner Partnerin saß, so sind die Vorzeichen diesmal umgekehrt. Es geht um den blutigen Vorfall auf der Frankfurter Straße am 5. Oktober vor einem Café, das der Bandidos-Szene zugeordnet wird.

Ein führendes Mitglied der Freeway Riders ist nun wegen versuchten Totschlags angeklagt, wie Landgerichtssprecher Bernhard Kuchler der WP bestätigt hat. Der 58-jährige Hagener soll aus seinem BMW heraus auf ein Bandidos-Mitglied geschossen und den jungen Mann dabei lebensgefährlich verletzt haben. Gleichwohl arbeitet das Opfer nicht mit der Polizei zusammen. Der 58-

Jährige, der bei dem Hagener Freeways-Chapter die Position eines „Secretary“ hat, soll sowohl der Fahrer als auch der Schütze sein. Sein Beifahrer wird nur als Zeuge geführt.

Bislang nicht als Heimtücke zu werten

Angeklagt ist hier „nur“ versuchter Totschlag und nicht – wie an der Saarlandstraße – versuchter Mord. Warum ist dies so? Das Opfer habe

nach den bisherigen Ermittlungen erkennen können, dass auf es gezielt werde, so Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli: „Deshalb ist der Vorfall nicht als Heimtücke zu werten, was für ein Mordmerkmal notwendig wäre.“ Der 58-Jährige sitzt seit einer Groß-Razzia Anfang Dezember in Untersuchungshaft.

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