Politik setzt auf Vermittlung

Galgenfrist für das Lachszentrum an der Hasper Talsperre

Noch kann dieser junge Hasper Lachs hoffen, eines Tages sein Leben in einem europäischen Fluss fortsetzen zu dürfen. Foto/Archiv:Michael Kleinrensing

Noch kann dieser junge Hasper Lachs hoffen, eines Tages sein Leben in einem europäischen Fluss fortsetzen zu dürfen. Foto/Archiv:Michael Kleinrensing

Haspe.   Die Hagener Politik hat ein hohes Interesse das Öko-Projekt Lachszentrum zu bewahren. Ein Mediator soll jetzt bei der Problemlösung helfen.

Die Betreiber des Lachszentrums am Fuße der Hasper Talsperre sollen zunächst einmal eine Galgenfrist bis Ende April erhalten, bevor die Wassermengen für die Anlage tatsächlich drastisch reduziert werden. Dafür hat sich gestern der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig ausgesprochen.

Gleichzeitig entschied das Gremium, einen Mediator einzusetzen, der den Konflikt zwischen dem Wasserversorger Mark-E und den Ehrenamtlichen in dem Züchterverein befriedet und eine für beide Seiten tragbare Kompromisslösung entwickelt.

Zwei Liter/Sekunde im Vertrag festgeschrieben

Oberbürgermeister Erik O. Schulz hatte nach der Berichterstattung in dieser Zeitung sofort Kontakt mit dem Enervie-Vorstand aufgenommen. In dem Gespräch machte die Unternehmensführung erneut deutlich, dass die Lachszüchter ein Vertragswerk unterzeichnet hätten, in dem ein Wasserzufluss von zwei Litern/Sekunde festgeschrieben sei.

Durch den Mehrverbrauch würden Kosten von gut 200 000 Euro entstehen, die weder betriebs- noch wasserwirtschaftlich zu tolerieren seien. Daher müsse das Lachszentrum ein Kreislaufsystem installieren, um den Betrieb in der heutigen Dimensionierung fortführen zu können.

Keine Mittel für Wasserkreislaufsystem

Da eine solche Anlage von dem Verein nicht zu finanzieren ist, will die Politik jetzt zumindest den Versuch unternehmen, unter der Moderation eines Vermittlers einen gangbaren Weg zu finden, die Lachszuchtstation zu bewahren. Antragsteller Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) sprach allen Fraktion aus der Seele: „Das ist ein Vorzeigeprojekt, auf das Hagen stolz sein kann.“

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