Fitness

Gegen die Pfunde nach der Schwangerschaft

Die Mütter Elli, Sara, Anna und Nina trainieren im Emster Park mit Sabrina Paul (von links). Die Babys haben ordentlich was zu gucken. 

Die Mütter Elli, Sara, Anna und Nina trainieren im Emster Park mit Sabrina Paul (von links). Die Babys haben ordentlich was zu gucken. 

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Fitnesstrainerin Sabrina Paul will mit ihrem Kurs „Bye bye Babybauch“ Mütter nach der Schwangeschaft wieder fit machen.

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Nach Problemzonentraining sieht das Ganze nicht aus. Eher wie ein normaler Fitnesskurs. Die Mädels machen Aerobic nach Musik, Kniebeugen, Hüftschwünge und den „Hampelmann“. Wären da nicht die Kinderwagen in der Mitte des Kreises.

„Bye bye Babybauch“ heißt das Training, das Sabrina Paul seit ein paar Monaten anbietet, um Mütter nach der Geburt wieder fit zu machen. Die 26-Jährige, die selbst (noch) keine Kinder hat, aber glaubhaft versichert, „extrem kinderlieb“ zu sein, stellt eigentlich nur zwei Bedingungen an sich und die Kursteilnehmerinnen: immer an der frischen Luft und mit Baby im Schlepptau.

Sport trotz Baby

Und genau diese Vorgaben finden Sara, Elli, Nina und Anna, die sich an diesem Morgen im Emster Park getroffen haben, super. „Warum soll man, auch wenn man ein kleines Kind hat, keinen Sport mehr ­treiben?“, fragen mich die Frauen zwischen 31 und 35 Jahren. Stimmt, es gibt keinen Grund. Aber . . .

„Immer einen Babysitter zu engagieren, nur um Zeit für Sport zu haben, ist unpraktisch und vor ­allem teuer“, weiß Sara. Die 33-Jährige macht seit vier Monaten in Sa­brina Pauls Kurs mit. Und genießt es, ihre kleine Tochter mitzubringen. Genau wie die übrigen Mädels.

Teamgeist

„Wir kennen uns aus Schwangerschaftsvorbereitungskursen oder vom Schwangerschafts-Yoga“, sagt Anna (35). „Wir sind mittlerweile schon richtig zusammengewachsen, tauschen uns nach dem Trainieren über unsere Kinder aus. Und aus diesem Kurs ist nun auch eine ­Krabbelgruppe entstanden.“

Die 60 Minuten „Bye bye Babybauch“ haben die Mütter in ihren Terminkalender fest eingebaut.

Dienstags und freitags jeweils von 10 bis 11 Uhr im Park auf Emst. Und obwohl jede von ihnen weiß, dass der Tag mit einem kleinen Kind ­völlig unvorhersehbar ist, fehlt ­selten eine der Frauen. Weil die Babys eben mit dabei sind. Und weil ihre eventuellen Unpässlichkeiten kein Problem sind.

Sara lacht: „Oh ja, meine kleine Ausreißerin. Sie quengelt am meisten, aber dann nehm’ ich sie einfach aus dem Wagen und setze sie auf die Spieldecke. Dann ist alles gut.“

Von Sit-ups bis Aerobic

„So Mädels, seid ihr warm? Das Aufwärmtraining ist vorbei.“ Sabrina Paul schmunzelt, die Frage war rhetorisch gemeint, schließlich sieht sie die geröteten Wangen der Frauen.

Die gelernte Personaltrainerin und Kursleiterin (die Hagenerin hat früher in einem Fitnessstudio in Iserlohn gearbeitet) stellt die Musik leiser. „Das Haupttraining erfolgt im Zirkel, also an verschiedenen Stationen. Zum Schluss gibt’s noch ein Cool Down“, erklärt sie mir. Also alles wie beim normalen Fitnesstraining.

Babys machen mit

Unterschied: Bei manchen Übungen werden die Babys „eingebaut“. Wie bei den Sit-ups. Bei der Bauchübung werden die Babys – natürlich sachte – als Art Gewicht genutzt und nach oben gehievt. Oder bei speziellen Aerobic-Einheiten, die mit dem Baby auf dem Arm oder in der Trage ausgeübt werden. Ausdauer- und Krafttraining werden gemixt.

„Der vielleicht nicht ganz straffe Bauch ist gar nicht das Hauptproblem bei den Müttern“, sagt Sabrina Paul. Die meisten Frauen hätten vielmehr Schulter- und Nackenprobleme, „vom häufigen Tragen von Einkaufstaschen und Babys“.

Mangelnde Motivation ist ein Problem

Natürlich könnten die Frauen in Sichtnähe ihrer Kinder auch in den eigenen vier Wänden Sport machen, „aber dazu fehlt oft die Motivation“, sagt Elli (31).

Außerdem würde beim Kurs, wenn sich ein Baby mal besonders lautstark zu Wort melde, auch Sabrina gern als „Babysitterin auf Zeit“ einspringen. „Wenn die Kinder was zu gucken haben, geben sie meist schnell wieder Ruhe“, sagt die Trainerin, die von den Mädels als „Meisterin im Improvisieren“ beschrieben wird.

Wie der Kurs bei Regen abläuft? „Wir trainieren auch bei Nieselregen. Oder wir suchen uns ein Vordach. Irgendwie klappt’s immer“, sagt Nina (33). Und weiter geht’s mit Liegestütz . . .

>>>HINTERGRUND

  • Sabrina Paul veranstaltet ihre „Bye bye Babybauch“-Kurse nicht nur im Emster Park, sondern trainiert mit Müttern auch im Lennepark in Hohenlimburg, im Volksgarten in Letmathe sowie in Breckerfeld Am Hansering.
  • Trainiert wird zwei Mal pro Woche jeweils 60 Minuten; eine Gruppe besteht aus 4 bis 6 Teilnehmerinnen plus Babys.
  • Nähere Infos unter Tel. 0151 652 18012.

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