Kultur

Gemälde erinnern an Wandteppiche

Barbara Wolff präsentiert ab Sonntag, 23. April,  im Hagenring „Frühe Bilder“. Links zu sehen: die Papierarbeit „Hütte der Wartenden". 

Barbara Wolff präsentiert ab Sonntag, 23. April, im Hagenring „Frühe Bilder“. Links zu sehen: die Papierarbeit „Hütte der Wartenden". 

Foto: Michael Kleinrensing

Eilpe.   Die Hagener Künstlerin Barbara Wolff zeigt großformatige Papierarbeiten in der Galerie Hagenring.

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„Mit 60 erlaube ich mir einen Blick zurück“, sagt Barbara Wolff, „wenn ich es jetzt nicht mache, wann dann? Außerdem kann ich dann künftig wieder nach vorn blicken“. In ihrer Geburtstagsausstellung zeigt die Hagener Künstlerin „Frühe Bilder“, so auch der Titel der Ausstellung, die ab Sonntag in der Galerie Hagenring zu sehen ist.

Die gezeigten Arbeiten – sechs Großformate – sind in den Jahren 1983 bis ‘85 entstanden. „Für mich eine prägende Zeit. Auch, da ich 1984 – damals war ich 27 – mit dem etablierten ,Kunstpreis für Malerei’ der Stadt Gelsenkirchen ausgezeichnet wurde“, erklärt die gebürtige Emsterin.

Künstlerpaar

Wer an Barbara Wolff denkt, denkt zwangsläufig auch an Karl-Friedrich Fritzsche. Die beiden sind seit Jahrzehnten ein Paar, eines von wenigen noch lebenden Künstlerpaaren in Hagen. Beide sind seit langem Mitglied im Künstlerbund Hagenring, und seit beinahe 20 Jahren betreiben sie ihre Malschule „Das Kunst-Haus 52“ im Wasserlosen Tal 52; die Räumlichkeiten nutzen sie auch als Atelier.

Praktikum am Hagener Theater

Aber zurück nach Eilpe, wo die sechs farbstarken Papierarbeiten einen Monat lang die Galerie-Wände zieren.

Besagte Frühwerke wurden damals in etlichen Museen und Kunstvereinen ausgestellt. „Farbe und Malerei standen bei mir immer im Zentrum. In den 1980er-Jahren allerdings noch deutlicher als heute. Seit ein paar Jahren arbeite ich mit Farbe eher reduzierter“, sagt Wolff. Und erzählt aus ihrer Jugend. Damals habe sie in der Werkstatt ihres Vaters, der Malermeister war, farblich aus dem Vollen geschöpft.

Von 1979 bis ‘84 studierte sie Malerei und Grafik an der Folkwangschule in Essen, danach machte sie ein Praktikum am Hagener Theater, „dort kam ich auch mit stattlichen Papieren und Leinwänden in Kontakt. Seitdem hab’ ich keine Angst mehr vor großen Formaten“.

Zu einem der gezeigten Bilder (alle Werke wirken eher wie Wandteppiche) hat die Künstlerin, die bereits am Montag, 17. April, ihren runden Geburtstag im kleinen Kreis gefeiert hat, noch immer einen besonderen Bezug.

Idyllischer Alltag

Die „Hütte mit Wartenden“ – 1984 mit kräftigem Pinselstrich und expressivem Ausdruck entstanden – erinnert sie an ihr kleines Fachwerkhaus in Eppenhausen – den Betrachter wohl allerdings kaum. „Ich habe keine Skizze angefertigt, wollte eigentlich den idyllischen Alltag abbilden. Doch im Entstehungsprozess wurde aus dem alten Geräteschuppen eine Stammeshüte mit exotischem Touch, und die Obstbäume verwandelten sich in einen undurchdringlichen Dschungel.“

Der vertraute Hagener Umkreis wandelte sich auf Papier zu einer fernen Südsee-Impression. Doch für Wolff durchaus erklärbar: „Die 80er-Jahre waren eine Zeit, in der sich junge Menschen besonders für die Ferne interessierten. Bali, Tibet – Fernreisen wurden Realität.“

>> HINTERGRUND

Die Ausstellung wird am Sonntag, 23. April, um 11 Uhr in der Eilper Galerie eröffnet.

Die Vernissage wird musikalisch von Elke Ortmann am Saxophon begleitet.

Karl-Josef Steden, Vorsitzender des Hagenrings, begrüßt die Gäste; einführende Worte in die Ausstellung hält Birgit Schulte, stellvertretende Direktorin des Osthaus-Museums.

Die Werkschau „Frühe Bilder“ ist bis zum 21. Mai in der Wippermann-Passage in der Eilper Straße 71 - 75 zu sehen.

Öffnungszeiten der Galerie: dienstags bis freitags 17 bis 19 Uhr, sonntags 11 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung.

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