Kirche

Gemeinden gehen neue Wege der Ökumene

In Breckerfeld wollen die Kirchengemeinden – katholische, evangelische und neuapostolische – mehr Ökumene wagen. Am 22. September wird ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert.

In Breckerfeld wollen die Kirchengemeinden – katholische, evangelische und neuapostolische – mehr Ökumene wagen. Am 22. September wird ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert.

Foto: Christof Wippermann

Breckerfeld.  Drei Gemeinden - ein Gottesdienst. In Breckerfeld feiern Katholiken, Protestanten und Neuapostolen gemeinsam.

Es gibt da diesen starken Wunsch. Nicht von einzelnen. Sondern von vielen. Nicht nur in einer Gemeinde. Sondern in allen dreien. Es ist der Wunsch nach mehr Gemeinsamkeit, der Wunsch nach mehr Ökumene.

Eines der Ergebnisse: Breckerfelder Christen (evangelische, katholische und neuapostolische) feiern zum ersten Mal an einem Sonntag gemeinsam Gottesdienst. Und zwar am 22. September, 12 Uhr, auf dem Gelände der St.-Jacobus-Sekundarschule an der Wahnscheider Straße (bei Regenwetter in der Aula). Bereits ab 10 Uhr kommen die Gläubigen zum Brunch zusammen.

Ehrliche Ökumene vor Ort

Zurück geht die Idee auf einen ökumenischen Arbeitskreis, in dem Mitglieder der drei Gemeinden regelmäßig zusammenkommen. „Es geht ja gar nicht um die spektakulären Dinge“, sagt Peter Riebeling, einst Priester in der Neuapostolischen Gemeinde und jetzt Sprecher des Arbeitskreises, „es geht uns viel mehr um das Empfinden. Was wir möchten, ist eine gelebte, eine ehrliche Ökumene vor Ort. Dieser Gottesdienst ist ein Teil davon.“ Nicht von ungefähr hat die Evangelische Jakobus-Gemeinde ihren Gemeindebrief im August dem Schwerpunktthema Ökumene gewidmet.

„In einer Stadt mit der Größe Breckerfelds begegnet man sich ohnehin – sei es beim Einkaufen, sei es in Vereinen oder auf Festen“, sagt Peter Riebeling, „da ist es doch nur naheliegend, dass man als Christen, die wir ja alle sind, auch gemeinsam Gottesdienst feiert. Ob das dann funktioniert, hängt letztlich auch von den handelnden Personen ab. Durch den Arbeitskreis sind Freundschaften entstanden.“

Muschel steht im Mittelpunkt

Einen Gottesdienst, in dem die Jakobus-Muschel, die als Symbol die Gemeinden miteinander verbindet, eine wichtige Rolle spielen soll. „Pfarrer Paul Diehl, Pfarrer Claus Optenhöfel und Priester Frank Höller werden sich die Predigt aufteilen“, sagt Riebeling und betont, dass man bei allen Gemeinsamkeiten, um die es ja letztlich an so einem Tag geht, auch Rücksicht auf Regeln und Befindlichkeiten einzelner nehmen werde. „So wird es beispielsweise kein gemeinsames Abendmahl geben. Uns liegt es fern, irgendjemanden in Bedrängnis zu bringen.“

Dieser Gottesdienst, in dem alle drei Chöre mit dann rund 70 Sängern stimmgewaltig auftreten wollen und auch der Posaunenchor mitwirkt, ist ein weiterer Schritt. „Natürlich mag es auch Bedenkenträger geben“, so Riebeling, „aber die große Mehrheit ist doch sehr offen – auch und gerade uns als neuapostolischer Gemeinde gegenüber. Wir haben keine Einladungen verschickt. Wir freuen uns an diesem Tag über jeden, der kommt und mit uns feiern will.“ Auch nach dem Gottesdienst werde es noch Zeit zum Austausch und Kennenlernen geben.

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