Umwelt

Gewerbegebiet: Breckerfelder Firmen sparen jetzt Energie

Viele Firmen haben sich in Breckerfeld am Programm Ressourceneffizientes Gewerbegebiet beteiligt.

Viele Firmen haben sich in Breckerfeld am Programm Ressourceneffizientes Gewerbegebiet beteiligt.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Breckerfeld.   Zahlreiche Firmen sparen Energie. Das ist die Bilanz des Programms Ressourceneffizientes Gewerbegebiet in Breckerfeld.

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Auf 385.589 Quadratmeter hat sich in den letzten eineinhalb Jahren etwas getan. Diese Fläche umfasst das Gewerbegebiet Breckerfeld. Photovoltaikanlagen sind entstanden, Beleuchtungskonzepte sind auf LED umgestellt worden. Druckluftanlagen sind optimiert worden. Ehemals graue Dächer sind jetzt begrünt. Und das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Programm „Ressourceneffizientes Gewerbegebiet“, das durch die EU gefördert worden ist und neben Breckerfeld in neun anderen Kommunen Spuren hinterlassen hat.

„Dieses Projekt war ein großer Erfolg“, bilanziert Bürgermeister André Dahlhaus im Bauausschuss der Stadt Breckerfeld. Ein Projekt, dass weiterwirken soll, auch wenn es offiziell ausgelaufen ist. „Wir wollen beispielsweise die Unternehmerfrühstücke, die im Projektzeitraum wichtig für den Austausch der Firmen untereinander waren und zu dem jedes Mal 15 bis 20 Teilnehmer gekommen sind, fortsetzen. Wir denken über ein Treffen alle neun Monate nach.“

Gebietsmanager wirkt ein Jahr

Zwölf Monate hatte mit Claus Kottsieper ein sogenannter Gebietsmanager in Breckerfeld gewirkt. Am Anfang habe eine Potenzialanalyse des gesamten Gebiets, aber auch in einzelnen Betrieben gestanden. „Ziel war es, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, das Gewerbegebiet attraktiver zu machen, die Unternehmen zu vernetzen und Klimaschutzziele umzusetzen“, sagt Monika Hiß von der Metropole Ruhr. „Herausgekommen sind Konzepte, die sich übertragen lassen.“ Abfall, Fläche, Wasser und Energie seien in Breckerfeld die zentralen Themen gewesen.

Photovoltaikanlagen hätten hoch im Kurs gelegen. „Vier hat es schon gegeben, zwei weitere sind im Projektzeitraum im Breckerfelder Gewerbegebiet hinzugekommen, für eine weitere läuft gerade die Beratung“, sagt Monika Hiß, „es gibt einige Flächen im Gewerbegebiet, die Potenzial haben.“ So eine Anlage amortisiert sich bei eigener Nutzung des erzeugten Stroms in rund zehn Jahren. Auch zum Thema Blockheizkraftwerke hat es im Projektzeitraum Beratung durch die AVU gegeben. Eine Umrüstung auf LED mache nahezu überall Sinn, erst recht in großen Hallen. Das Einsparpotenzial liege bei rund 60 Prozent.

Aber: Die Expertin sieht auch Probleme in Breckerfeld. Der größte Teil der Flächen in Breckerfeld sei versiegelt. „Der Grünanteil liegt unter 40 Prozent“, so Monika Hiß. Das sorge wiederum für wenig Biodiversität im Gewerbegebiet. Weitere Probleme: Fernwärme spielt im Gewerbegebiet keine Rolle. Die Anbindung des Gebiets durch den Öffentlichen Personennahverkehr ist nicht optimal.

Fahrgemeinschaft als Alternative

„Hier eine bessere Infrastruktur aufzubauen, ist natürlich schwierig“, nimmt Monika Hiß die Realität durchaus zur Kenntnis. „Abhängig davon, wo man lebt, sind die Anfahrtszeiten einfach zu lang. Aber Fahrgemeinschaften könnten da eine Alternative sein.“ Ein Grund dafür, dass es in der Projektphase auch darum gegangen sei, die Mitarbeiter der Betriebe für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Eine weitere Alternative in Zeiten der E-Bikes: Die Anfahrt mit dem Fahrrad. „Ein Radwegekonzept gibt es für den Ennepe-Ruhr-Kreis“, so André Dahlhaus, „der Abschnitt von Breckerfeld bis Zurstraße und sogar eine Verlängerung bis nach Hagen in die Selbecke ist darin enthalten.“

Ein Grundstein habe das Projekt gelegt, jetzt seien die Unternehmen weiter gefragt, so Dahlhaus weiter. „Ressourceneffizienz ist ein vielschichtiges Thema. Da gibt es noch einige Möglichkeiten.“

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