Corona-Krise

Gewerkschaftsappell in Hagen: Corona-Krise sinnvoll nutzen

Jens Mütze, erster Bevollmächtigter IG Metall Hagen, setzt sich gemeinsam mit der DGB-Jugend für eine qualifizierte Ausbildung in der Corona-Krise ein.

Jens Mütze, erster Bevollmächtigter IG Metall Hagen, setzt sich gemeinsam mit der DGB-Jugend für eine qualifizierte Ausbildung in der Corona-Krise ein.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  IG Metall und die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes machen sich stark für eine qualifizierte Ausbildung in der Corona-Krise.

In einem gemeinsamen Appell fordern die IG Metall Jugend sowie die DGB-Jugend Ruhr-Mark die Arbeitgeber auf, Auszubildende zu schützen und alle Maßnahmen zu nutzen, um auch in Zeiten der Corona-Krise die Ausbildungsziele nicht zu gefährden.

Einige Unternehmen und Betriebe können ihre Auszubildenden in der schwierigen wirtschaftlichen Situation, die die Republik durch die Corona-Pandemie erfährt, nicht mehr beschäftigen. Die Auszubildenden werden häufig mit Hausaufgaben in die Heimarbeit geschickt und erfahren keine regelmäßige Betreuung mehr durch die Ausbildenden.

Recht auf qualifizierte Ausbildung

Jens Mütze, Geschäftsführer der Hagener IG Metall, erinnert daher an die Sozialpartnerschaft: „Unsere jungen Kollegen haben auch in diesen schweren Zeiten ein Recht auf eine qualifizierte Ausbildung. Gerade für die Zeit nach der Krise ist es entscheidend, weiterhin und verstärkt auf eine fundierte Facharbeit zu setzen. Wir beraten Betriebsräte ihr umfangreiches Mitbestimmungsrecht im Bereich Aus- und Weiterbildung zu nutzen, um eine breite, qualifizierte Berufsausbildung zu ermöglichen und gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.“

Es sei nun an der Zeit, mit den Personalverantwortlichen adäquate Lösungen zu erarbeiten, meint Mütze. Erfreulicher Weise gebe es bereits einige gute Beispiele aus den Hagener Betrieben, was die Implementierung neuer Medien in den Ausbildungsalltag betreffe.

Digitales Lernen und neue Medien

Kevin Schmitz, Jugendsekretär der IG Metall in Hagen, macht derweil deutlich, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist, auf neue Medien und eine digitalisierte Ausbildung zu setzen: „Wir brauchen eine Erneuerung bzw. Weiterentwicklung der Ausbildung im Bereich Digitalisierung. Einige Betriebe bedienen sich bereits neuer Medien, um die Ausbildungsinhalte auf die betriebliche Realität, die heute bereits häufig mit digitalisierten Produktionsprozess und weiteren Abläufen gespickt ist, anzupassen. Wir empfehlen Unternehmen und Betrieben, die derzeit eine adäquate Ausbildung nicht durchführen können, sich bei der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern oder der zuständigen Gewerkschaft Unterstützung für die Ausgestaltung von beispielsweise digitalem Werksunterricht, Webinars und E-Learing-Plattformen zu suchen.“ Diese Maßnahmen seien allerdings zwingend in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Betriebsrat abzustimmen, erinnert Schmitz.

Parallel weist auch der DGB auf die rechtliche Situation hin und bittet die Unternehmen, alle Mittel auszuschöpfen, die zur Verfügung stehen:

Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte

Versetzung des Azubis in eine andere Abteilung

Rückversetzung in Lehrwerkstätten

Durchführung besonderer Lehrveranstaltungen.

Beendigung der Ausbildung keine Option

„Eine Beendigung eines Ausbildungsverhältnisses darf niemals eine Option sein, da hier die Zukunft des jungen Menschen und auch die Fachkräftesicherung für den eigenen Betrieb verspielt wird. Die Idee, Auszubildende in den Bezug des Kurzarbeitergeldes zu übernehmen, darf nur die allerletzte Alternative sein und in diesen Fällen muss das Kurzarbeitergeld zumindest auf dem Niveau der derzeitigen Ausbildungsvergütung liegen, um nicht die Existenz der Auszubildenden zu gefährden“, meint DGB-Jugendbildungsreferent Philipp Siewert

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