Bauvorhaben

Grünes Licht für Praxis- und Wohngebäude in Halden

Die Verwaltung sagt, dass das Haldener Dorfbild durch den Bau nicht gestört werde. Er soll im Bereich rechts neben der Friedenskirche entstehen,

Foto: WP Michael Kleinrensing

Die Verwaltung sagt, dass das Haldener Dorfbild durch den Bau nicht gestört werde. Er soll im Bereich rechts neben der Friedenskirche entstehen, Foto: WP Michael Kleinrensing

Halden.   Der Haldener Arzt Dr. Hans-Günter Bäuerlein darf auf seinem Grundstück einen Gebäudekomplex mit Arztpraxis und Wohnungen errichten. Das zerstöre nicht den Dorfcharakter. Ein Ratsherr ist enttäuscht.

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Der Haldener CDU-Ratsherr Detlef Reinke war dagegen. Bis zuletzt. Dass der seit 1984 im Haldener Ortskern ansässige Allgemeinmediziner Dr. Hans-Günter Bäuerlein auf seinem Grundstück neben der Haldener Friedenskirche ein barrierefreies Wohn- und Ärztehaus errichten will, schmeckt Detlef Reinke nicht, weil der Bau drei Etagen haben soll und somit das Haldener Dorfbild empfindlich störe. Neben der formalen Bürgeranhörung hatte Reinke in der Vergangenheit in dieser Sache auch zu einem Bürgerdiskussionsabend ins Arcadeon eingeladen, bei dem über das Vorhaben von Dr. Bäuerlein diskutiert wurde.

Nun hat der Haldener Arzt vom Stadtrat grünes Licht für sein Bauvorhaben bekommen. „Ich bin traurig darüber, wie die Verwaltung mit der ganzen Sache umgegangen ist“, sagt Ratsherr Detlef Reinke. Die Bürger hätten sich mit ihrer Kritik schriftlich an die Verwaltung gewendet. Reinke: „Alles ist abgewiesen worden.“

Arztpraxis benötigt dringend den Bau

In der Tat hat die Verwaltung in ausführlichen Stellungnahmen sämtliche Kritikpunkte der Bürger abgewiesen. Die Gebäudefront werde zum Beispiel so weit von der Straße zurückgesetzt, dass sich das Schiff der benachbarten Friedenskirche in einer Linie mit der Front befinde. An dieser Stelle gebe es laut Verwaltung keinen negativen Eingriff in das Landschaftsbild.

„Herr Reinke hat für mich in diesem Fall versucht, die Gesellschaft in Halden zu spalten“, sagt Jörg Meier, von Bäuerlein beauftragter Architekt und SPD-Ratsherr. „Wenn man eine Arztpraxis in Halden halten möchte, dann wird dieser Bau dringend benötigt. Ich glaube, das haben viele Bürger auch realisiert. Bei der Bürgerinformationsveranstaltung im Arcadeon habe ich das zumindest so wahrgenommen. Nach ausführlichen Erklärungen des Projekts gab es viele Wortbeiträge, die dafür waren“, so Meier.

Allgemeinmediziner Bäuerlein hat seine Praxis bereits vor fünf Jahren zur Nachfolge ausgeschrieben. „Der vorhabenbezogene Bebauungsplan, mit dem Ziel, einen Nachfolger nach Halden zu holen, läuft jetzt im Verfahren seit vier Jahren. Die Zeit ist mir jedoch weggelaufen, so dass ich die hausärztliche Tätigkeit in Halden am 1. Juli 2016 beenden möchte“, sagt Bäuerlein gegenüber unserer Zeitung. Der neue Gebäudekomplex mit moderneren und barrierefreien Praxisflächen auf seinem Grundstück soll es für einen möglichen Nachfolger attraktiver machen, sich für Halden zu entscheiden. „Viele Haldener wünschen sich ein Angebot an barrierefreien Wohnungen und eine barrierefreie Arztpraxis“, sagt Architekt Meier.

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