Denkmal

Gut Niederste Hülsberg soll für 900 000 Euro verkauft werden

Die Sanierung von Gut Niederste Hülsberg dürfte Millionen kosten.

Die Sanierung von Gut Niederste Hülsberg dürfte Millionen kosten.

Foto: Michael Kleinrensing

Vorhalle.   Die endlose Geschichte von Gut Niederste Hülsberg setzt sich fort. Besitzer von der Reeperbahn will die Immobilie wieder loswerden.

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Gut Niederste Hülsberg soll wieder einmal verkauft werden. Das unter Denkmalschutz stehende Anwesen am Ortsrand von Vorhalle, gebaut im Jahr 1785, ist mittlerweile in zwei Immobilienportalen im Internet aufgetaucht. Ein Makler ruft 900 000 Euro für das Gebäude samt Grundstück auf, der andere nennt keinen Preis. Doch Erfolg versprechend scheinen die Verkaufsaussichten ohnehin nicht zu sein.

„Der Denkmalschutz wirkt wie ein Hemmschuh, er blockiert jeden Investor“, beurteilt der Makler Malte Friedrichs die Chance, einen Käufer zu finden. Friedrichs wurde vom Eigentümer des Gutes, der auf der Hamburger Reeperbahn ein einschlägiges Etablissement betreiben soll und vor Jahren auch in Vorhalle mit der Idee vorstellig geworden war, ein erotisches Separée zu eröffnen, mit der Veräußerung der Immobilie beauftragt. „Das Grundstück ist wesentlich interessanter als die Immobilie“, so der Makler, der auch der Stadt Hagen bereits ein Kaufangebot unterbreitet hat: „Da habe ich gleich eine Absage erhalten.“

Tatsächlich wären 900 000 Euro nicht genug, um das Gut auf Vordermann zu bringen. Der Sanierungsbedarf in dem alten Bauernhaus und den dazu gehörenden Stallungen ist gigantisch und dürfte sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Denkmal- und auch Bauordnungsamt der Stadt Hagen haben sich mit dem Inhaber schon mehrere Scharmützel geliefert und mit Zwangsgeldern gedroht, falls die Immobilie nicht instandgesetzt sowie gegen unbefugtes Betreten abgesichert wird. Geschehen ist bis auf einige Arbeiten nichts, das Fachwerkensemble an der Weststraße 145 rottet vor sich hin. „Eigentlich ist das ein Objekt für einen Idealisten, der einen Sack Geld übrig hat“, so Makler Friedrichs, der darauf hinweist, dass das Dach komplett erneuert und mit Ziegeln gedeckt sei. Rinnen- und Fallrohre seien ebenfalls erneuert worden.

Hochfliegende Pläne gescheitert

Be den zahlreichen Fotos, mit denen das Gut im Internet vermarktet wird, handelt es sich ausschließlich um Außenansichten, es befindet sich – wohl aus gutem Grund – nicht eine Aufnahme aus dem Inneren des Gebäudes darunter. „Im Haus sieht es wahrlich nicht gut aus“, so Günter Mosch, der sich seit vielen Jahren mit dem altehrwürdigen Gebäude beschäftigt und es vor einiger Zeit als Mitglied der Bezirksvertretung Nord besichtigen durfte: „Man muss aufpassen, wo man hintritt.“

Für den 1785 errichteten Gutshof, dem Verwitterung, Vermüllung und Vandalismus in der Vergangenheit stark zugesetzt haben, hat es schon zahlreiche Ideen und mögliche Investoren gegeben. Wohnungen, eine Fahrradstation, eine Hühnerfarm, ein Erotikbetrieb, ein Fortbildungssitz für ökologisches Bauen mit Strohballen oder ein Restaurant waren schon im Gespräch.

Geworden ist aus all den hochfliegenden Plänen nichts. „Wenn eben möglich, sollte das Gut dennoch erhalten bleiben“, so Mosch: „Aber welche Nutzung man auch immer findet, es müssen sicherlich Fachleute hinzugezogen werden.“

Anlaufstation am Ruhrtalradweg?

Immerhin wird im Hagener Rathaus diskutiert, ein Vorkaufsrecht für das Anwesen geltend zu machen. Zwar wäre die Verwaltung nicht bereit, 900.000 Euro auf den Tisch zu legen, aber vielleicht sinkt der Preis demnächst. Und dann könnte Gut Niederste Hülsberg im Rahmen der Neugestaltung des Freizeitraumes Harkort-/Hengsteysee eine Rolle spielen. Bekanntlich soll bereits im nächsten Jahr eine Fuß- und Radwegebrücke über die Volmemündung hinweg gebaut werden. Und das Gut könnte als Anlaufstation am Ruhrtalradweg eine touristische Funktion übernehmen.

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