Schule

Gute Präventionsarbeit vor Chaostagen der Abiturienten

Ein Bild aus dem Archiv: Verkleidete Abiturienten auf der Brücke an der Badstraße. Die Kostümierung ist Teil der sogenannten Chaos-Tage vor der Zulassung zum Abitur.

Ein Bild aus dem Archiv: Verkleidete Abiturienten auf der Brücke an der Badstraße. Die Kostümierung ist Teil der sogenannten Chaos-Tage vor der Zulassung zum Abitur.

Foto: WP

Hagen.  Hagens Abiturienten feiern ihre sogenannte Chaoswoche - und das friedlich. Zuvor wurde in den Schulen gute Präventionsarbeit geleistet.

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In Köln wurde die alljährliche Folklore, die Abiturienten kurz vor ihrer Prüfungszulassung abziehen, zu blutiger Gewalt. 200 Schüler gingen aufeinander los. Glasflaschen flogen. Zwei Schwerverletzte blieben zurück und eine lange Latte an Sachbeschädigungen an mehreren Gymnasien. „In Hagen sieht es bisher absolut friedlich aus“, sagt Polizeisprecher Ulrich Hanki. Das kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis deutlicher Präventionsarbeit, guten Fingerspitzengefühls von Schulleitungen und sauberen Absprachen unter den Gymnasien. Das sah in Hagen schon mal ganz anders aus.

Man kann das ja finden wie man will. Angemessen oder affig. Verdient oder albern. Tatsache ist: Dass Abiturienten es in der Woche vor der Zulassung bunt, kostümiert und manchmal auch am Rande der Zumutbarkeit gegenüber anderen krachen lassen, ist zu einer festen Tradition geworden. In der so genannten „Mottowoche“ trifft man junge Menschen gewollt proletenhaft in Ballonseide-Trainingsanzügen, verkleidet als Superhelden oder Senioren auf der Straße. Das aus Sicht vieler Schulleitungen niveaulose Motto „Prostituierte und Zuhälter“ wird aus Anstandsgründen vielerorts mittlerweile untersagt.

2013: Sachschaden von 20.000 Euro

Genau wie einige andere Dinge, die im Vorfeld mit den Abiturienten in Hagen genau abgesprochen werden. „Wir haben die Jucops zu uns eingeladen“, sagt Andreas Marß­berg, Stufenleiter am Ricarda-Huch-Gymnasium. Die Polizisten erklärten den Schülern wie man sich trotz aller Ausgelassenheit straffrei verhält. Sowohl an der Ricarda als auch am Fichte-Gymnasium und dem Albrecht-Dürer-Gymnasium wurde den Schülern ein Infoblatt zum angemessenen Verhalten in der so genannten Chaos-Woche gereicht. „Das müssen alle Schüler unterschrieben wieder zurückgeben und ihre Kenntnisnahme damit deutlich machen“, sagt Fichte-Schulleiterin Jutta Meyer.

AD-Leiter Bernhard Scheideler: „Wer sich daran nicht hält, kann von den Prüfungen oder der Abiturfeier ausgeschlossen werden. Michael Pütz, Leiter des Christian-Rohlfs-Gymnasiums, erklärt dazu, dass angemessenes Verhalten der Schüler auch mit einem guten Schulklima einhergehe. „Wenn Schüler ihre Schule mögen und man vertrauensvoll mit ihnen über ihre Wünsche für diese Woche spricht, dann läuft das auch.“

Das sah in Hagen schon mal ganz anders aus. 2013 wurde stadtweit ein Sachschaden von 20.000 Euro angerichtet. Allein an der Fassade des THG entstand durch Schmierereien ein Schaden von 10.000 Euro. Fichte-Chefin Jutta Meyer: „Die Schüler sind jetzt besser aufgeklärt und wissen, dass Dummheiten sich auch auf ihr polizeiliches Führungszeugnis auswirken können.“

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