Glosse

Guten Morgen, Hagen: Den Frieden im Blick

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WP-Redakteur Martin Weiske

WP-Redakteur Martin Weiske

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Auf das Engagement des Vereins Hagener Friedenszeichen beim aktuellen Angriffskrieg der Russen blickt Martin Weiske.

Natürlich war der Verein Hagener Friedenszeichen engagiert, als nach dem russischen Überfall auf die Ukraine sich auch in Hagen die Menschen zu einem symbolischen Protest auf dem Friedrich-Ebert-Platz versammelten. Seitdem engagieren sich die Mitglieder vorzugsweise hinter den Kulissen, um den brutalen Feldzug zu stoppen.

Beispielsweise durch einen Blick auf die russischen Deserteure, die – so „Pro Asyl“ – 300.000-fach vorzugsweise nach Georgien oder in die Türkei fliehen. Postalisch haben jetzt die Hagener Bundestagsabgeordneten auf einen Friedenszeichen-Brief mit der Bitte um Unterstützung reagiert. Während das Schreiben an Janosch Dahmen (Grüne) irgendwo auf dem Postweg in der Hauptstadt verschollen und somit bislang unbeantwortet geblieben ist, signalisiert Timo Schisanowski (SPD), dass die deutsche Asylgesetzgebung auch Deserteuren einen Weg nach Deutschland ebne. Die Liberale Katrin Helling-Plahr verweist darauf, dass die FDP über das Innenministerium bereits darauf gedrängt habe, auf europäischer Ebene ein Aufnahmeprogramm für Deserteure aufzulegen, um die Signalwirkung noch zu erhöhen.

Bleibt für das Hagener Friedenszeichen nur die Frage, wie den russischen Landsern in den Nicht-EU-Ländern geholfen werden kann, wo diese nicht einmal einen Aufenthaltsstatus genießen. Hier solle, so der Hagener Impuls, eine Visa-Vergabe ermöglicht werden. Das sei geboten, um die Autorität und Glaubwürdigkeit Putins und seiner Kriegshandlungen zu untergraben: „Es kann nur folgerichtig sein, diejenigen mit allen Möglichkeiten zu unterstützen, die sich dem Krieg Putins entziehen, den Dienst in der russischen Armee verweigern und damit als Deserteure in andere Länder flüchten.“

Vielleicht kann diesen Punkt, wenn die Post irgendwann ihren Job macht, dann noch Janosch Dahmen beantworten – seine Außenministerin dürfte dazu schließlich auch eine Meinung haben. Und das Hagener Friedenszeichen kann für sich reklamieren, seinen Fokus auf einen Aspekt gerichtet zu haben, der in der großen Weltpolitik bislang höchstens eine Nebenrolle spielt.

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