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Gymnasium Hohenlimburg im Netzwerk „Schule ohne Rassismus“

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Nicht wegschauen, sondern Mund aufmachen - das Gymnasium Hohenlimburg ist jetzt im Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" vertreten.

Nicht wegschauen, sondern Mund aufmachen - das Gymnasium Hohenlimburg ist jetzt im Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" vertreten.

Foto: Lutz Risse

Hohenlimburg.   Die heimische Bildungsstätte ist jetzt als erste Schule in Hohenlimburg Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Mit „We are the world“ eröffnete die Schülerband des Gymnasiums Hohenlimburg den Festakt am gestrigen Vormittag. Die heimische Bildungsstätte ist jetzt als erste Schule in Hohenlimburg Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Schülersprecher Lennart Müller, der die Band gesanglich und am Klavier bei der Eröffnung begleitet hat, setzte sich besonders für diese Aktion ein. „Eine Schule ist nicht nur zum Lernen da. Wir entwickeln hier unsere Persönlichkeit“, so der 16-Jährige. Mit dem Bundestagsabgeordneten René Röspel (SPD) hat er auch einen prominenten Paten gewinnen können. Er ließ es sich nicht nehmen, der Veranstaltung persönlich beizuwohnen.

Vor 35 Jahren Abitur gemacht

„Ich habe vor 35 Jahren hier Abitur gemacht“, erzählt der Politiker den Schülerinnen und Schülern. Mathematik-Leistungskurs hat dem heute 53-Jährigen Spaß gemacht. Er machte dem Gymnasium ein riesiges Kompliment, sich an dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ zu beteiligen, sprach aber auch mahnende Worte. „Mit dem Anbringen des Schildes ist es nicht getan“, so René Röspel. „Courage ist ein wichtiger Zusatz. Courage ist das Mittel, mit dem man Rassismus bekämpft.“

Ins gleiche Horn stieß auch Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss. „Bei jeder Art von Diskriminierung ist es wichtig, den Mund aufzumachen.“ Er verwies auf eine vor Jahren geplante Vereinigung der Realschule Hohenlimburg sowie der Hauptschule. „Eine Schülerin der Realschule sagte damals: Ich möchte mit Hauptschülern nicht meine Pause verbringen“, so Hermann-Josef Voss. Hier fiel bei den zahlreich anwesenden Schülerinnen und Schülern so manche Kinnlade herunter, wurden zum Nachdenken angeregt.

Zum Abschluss sorgte Voss aber für ein Schmunzeln im Publikum. „Ihr habt mit René einen wirklich hervorragenden Paten gewonnen. Und übrigens: René ist Mitglied der SPD, ich bin es bei der CDU.“

Nicht wegschauen

Sevgi Kahraman-Brust ist beim Kreis Unna für Demokratieförderung und Antirassismusarbeit zuständig, ist Regionalbeauftragte für „Schule ohne Rassismus“ im Regierungsbezirk Arnsberg. Auch sie regte an, bei Diskriminierung, Mobbing, etc. auf keinen Fall wegzuschauen. „Ich bin übrigens Hohenlimburgerin. Allerdings vor 44 Jahren wegzogen. Ich war auf der Hauptschule“, sagt Sevgi Kahraman-Brust. „Mobbing ist die schlimmste Form der Unterdrückung und Ausgrenzung.“ In ihren Ausführungen wies sie darauf hin, zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ einmal pro Jahr Projekte zu veranstalten. „Der Titel ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ ist keine Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung.“

Anja Schaube, zuständig bei der Stadt Hagen für Demokratieerziehung und Rassismuskritik, überreichte zum Abschluss des offiziellen Teils die Urkunde. Anschließend brachten Schülerinnen, Schüler, Schulleiterin Britta Auerbach sowie die Ehrengäste das Schild an. „Jetzt habt ihr das initiiert, was ihr seid Jahren lebt“, gab Schulleiterin Britta Auerbach ihren Schülern mit auf den Weg.

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