Gericht

Hagen: 20-Jähriger wegen versuchten Mordes angeklagt

Ein 20-jähriger Mann steht wegen versuchten Mordes vor dem Schwurgericht.

Ein 20-jähriger Mann steht wegen versuchten Mordes vor dem Schwurgericht.

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Hagen.  Das Schwurgericht in Hagen verhandelt gegen einen 20-Jährigen, der einem 17-Jährigen zwei lebensbedrohliche Messerstiche versetzte.

Ob der 20-Jährige, der einem jungen Mann (17) vor der Rathaus-Galerie zwei Messerstiche versetzte, wohl damit rechnete, dass er dafür wegen versuchten Mordes auf der Anklagebank landen würde?

Seit dem Tatabend, dem 6. April, sitzt der Angeklagte, der aus einer Wohngruppe in Eilpe kommt, in der Jugendhaftanstalt Iserlohn – seit gestern verhandelt das Schwurgericht. Die Anklageschrift geht von einer heimtückischen Tat aus. Denn der Angeklagte soll sich blitzschnell und von hinten seinem Kontrahenten genähert haben, der ahnungslos auf einer Bank wartete.

Lebensgefährliche Verletzungen

Mit zwei wuchtigen Hieben, so der Vorwurf, rammte er dem Jugendlichen hinterrücks eine Messerklinge in den Rücken. Dabei soll er den Tod des Opfers in Kauf genommen haben. Nach dem blutigen Angriff sei der Angeklagte vom Tatort weggelaufen. Der Geschädigte hat durch den Vorfall eine lebensgefährliche Verletzung der Lunge, ein Pneumathorax, erlitten. Tateinheitlich ist gefährliche Körperverletzung mit angeklagt.

Verabredung zum Kampf

Bereits Stunden vor dem Messerangriff waren die beiden Kontrahenten auf dem Weg zu einem Fußballspiel in der City aneinandergeraten. Diesmal soll der später Geschädigte den Angeklagten im Beisein von Freunden bedroht haben, berichtet Strafverteidiger Michael Aßhauer. Der Streit um einen 13-Jährigen, der angeblich beleidigt worden wäre, hätte sich dann hochgeschaukelt.

Für den selben Abend hatte man sich deshalb telefonisch zu einem „Kampf 1 gegen 1“ verabredet. Es wurde die jetzt angeklagte Begegnung an der Rathaus-Galerie, die so blutig endete. „Das eingesetzte Messer war eine Art Apfelschälmesser“, betont Verteidiger Aßhauer, „und mein Mandant hatte zu keinem Zeitpunkt eine Tötungsabsicht.“

Sollte das Schwurgericht den Angeklagten eines versuchten Mordes für schuldig befinden und Erwachsenenstrafrecht anwenden, droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen drei und fünfzehn Jahren. Bei der Anwendung von Jugendstrafrecht wäre maximal eine Strafe bis zu zehn Jahren möglich.

Der Angeklagte wurde als Jugendlicher bereits mehrfach wegen Körperverletzungen verurteilt.

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