Enkeltrick

Hagen: Aufmerksame Sparkassenberaterin vereitelt Betrug

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Kathi Sturges, Mitarbeiterin der Sparkasse Hagen, mit den neuen Geldübergabeumschlägen.

Kathi Sturges, Mitarbeiterin der Sparkasse Hagen, mit den neuen Geldübergabeumschlägen.

Foto: Thorsten Irmer / Sparkasse Hagen

Hagen.  Kathi Sturges von der Sparkasse Hagen kam es verdächtig vor, dass eine ältere Kundin 20.000 Euro abheben wollte. Sie handelte.

Der Aufmerksamkeit und Hartnäckigkeit von Sparkassenmitarbeiterin Kathi Sturges ist es zu verdanken, dass eine Kundin des Hagener Geldinstitutes aufgrund eines üblen Betrugsversuchs nicht um 20.000 Euro gebracht wurde.

Kathi Sturges, Beraterin im Hagener Sparkassen-Karree, erhielt den Anruf einer älteren, sonst eher besonnenen, aber nun sehr aufgeregten Dame, die angab, sie benötige sofort 20.000 Euro in bar. Erst nach mehrfachen Nachfragen erzählte die Frau von einem Anruf ihrer Tochter, die dringend Geld benötige. Und sie beteuerte, dass auf jeden Fall ihre Tochter am Telefon gewesen wäre. Sie hätte sie ja an der Stimme erkannt.

Während sich Kathi Sturges um die Bereitstellung des Geldes kümmerte, kamen ihr erhebliche Zweifel an der Geschichte und sie nahm Kontakt zu der Tochter auf. Und tatsächlich: Die hatte ihre Mutter gar nicht angerufen.

Die richtige Tochter klärte den Sachverhalt auf

Erst im Nachgang kam heraus, dass die betrügerische Anruferin die alte Dame darum gebeten hatte, keinem etwas von dem Anruf zu erzählen. Sie läge wegen Corona im Krankenhaus und das sollte möglichst niemand erfahren. Sie bräuchte aber nun dringend das Geld für die erforderliche Behandlung.

Zum Glück konnte die richtige Tochter ihre Mutter noch frühzeitig genug davon überzeugen, dass es nicht sie gewesen war, die um Geld gebeten hatte, so dass auch dank der Umsichtigkeit von Kathi Sturges kein Schaden entstand.

Der Kundin war es sehr unangenehm, einem Betrug am Telefon so aufgesessen zu sein, aber letztendlich überwog doch die Erleichterung, dass sie nicht um ihr Erspartes gebracht worden war.

Betrügereien häufen sich

Trotz intensiver Präventionsarbeit steigen die Zahlen der Betrugsversuche im Rahmen des Enkeltricks und ähnlichen Betrugsmaschen kontinuierlich an, erklärte die Sparkasse Hagen-Herdecke. Neben dem geschilderten Vorkommnis hab es bereits mehrere Fälle gegeben, bei denen ältere Menschen den Betrügereien zum Opfer fallen sollten. In der Regel ging es dabei um fünfstellige Beträge. Zum Glück konnten Sparkassen-Mitarbeiter viele dieser Betrugsversuche verhindern.

Dabei zusätzlich helfen sollen jetzt die neuen Geldübergabeumschläge, die insbesondere älteren Kunden bei der Abhebung von höheren Bargeldbeträgen überreicht werden. Entwickelt wurden sie von der Polizei und sind mittlerweile in vielen Banken und Sparkassen im Einsatz.

Auf der Rückseite sind Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten, die konkreten Bezug zu bekannten Betrugsmaschen haben. Wenn nur zwei Fragen mit Ja beantwortet werden, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Betrugsversuch groß. Dann sollte man, wie auf der Vorderseite empfohlen, sofort die Polizei kontaktieren.

Sparkassen-Beraterin Kathi Sturges bittet in diesem Zusammenhang nicht nur ältere Kunden um besondere Vorsicht bei Anrufen, bei denen es um größere Geldbeträge geht. Jüngere Familienangehörige sollten die ältere Generation zusätzlich für diese Problematik sensibilisieren, damit möglichst viele Betrugsversuche vereitelt werden können.

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