Brauerei

Hagen: Bier-Praktikantin aus Südtirol bei Vormann in Dahl

Die 15-jährige Schülerin Hannah Vieider aus Steinegg bei Bozen in Südtirol macht ein Schülerpraktikum in der Brauerei von Christian Vormann in Hagen.

Die 15-jährige Schülerin Hannah Vieider aus Steinegg bei Bozen in Südtirol macht ein Schülerpraktikum in der Brauerei von Christian Vormann in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Sie ist 15 Jahre jung, kommt aus Südtirol und macht ein Praktikum bei der Brauerei Vormann in Hagen. Bier trinken darf Hannah Vieider aber nicht.

Köstlichkeiten reifen da in riesigen Fässern. Also dreht Hannah Vieider an dem Hahn, zapft ein Gläschen ab und schaut, wie sich der Schaum im Glas entwickelt. Sie schnuppert, sie lächelt, sie kostet nicht. Darf sie auch gar nicht. Denn die Praktikantin in der Vormann-Brauerei ist erst 15 Jahre jung.

Das aber ist nicht das einzig Ungewöhnliche. Hannah Vieider, das Mädchen mit dem charmanten Dialekt, kommt nicht aus Hagen. Sie kommt aus Südtirol, aus der Nähe von Bozen, aus Steinegg, einem Höhendörfchen im Eggental. Berge, Landschaft – und jetzt Dahl. . .

Aus Südtirol alleine in den Hagener Süden

„Ja“, sagt sie selbst, „so ein Schülerpraktikum im Ausland – das ist schon ungewöhnlich.“ Und dann erzählt sie, wie ein Schüler aus ihrer Schule schon im vergangenen Jahr bei der Brennerei Wurm in Dahl ein Praktikum gemacht habe. „Ich habe mich mit einer Freundin beworben – sie in der Brennerei, ich in der Brauerei. Ich bin genommen worden, sie leider nicht.“

Also ist Hannah Vieider allein in den Hagener Süden gereist. In ein „Dorf“, wie sie es nennt, in dem es auch Berge und viel Grün gibt. „Ich war schon wandern. Hier gefällt es mir gut“, sagt sie, „die Stadt selbst finde ich eher langweilig.“

In die Arbeit in der Brauerei eingebunden

Mit Bier, das sie nicht trinken darf, hat sie nun jeden Tag zu tun. Sie klebt Etiketten, sie kontrolliert Flaschen. „Es ist schon so, dass ich hier in der Brauerei richtig in die Arbeit eingebunden bin“, sagt Hannah Vieider, „sonst würde so ein Praktikum ja auch gar keinen Sinn machen.“

Hannah packt mit an, sie hinterfragt, sie lernt. Und das ist es, was auch Brauerei-Chef Christian Vormann beeindruckt: „Sie ist für ihr Alter erstaunlich weit und aufgeschlossen. Das ist schon toll.“

Ein Leben in der eigenen Ferienwohnung

Das zeigt sich auch darin, dass Hannah mit ihren 15 Jahren in Dahl eine eigene (Ferien-)Wohnung bewohnt. „Auch das ist für mich eine neue und gute Erfahrung“, sagt sie. „Auch wenn ich an meiner Südtiroler Schule in einem Heim lebe, weil der Weg nach Hause sonst zu weit wäre.“

Einen Monat bleibt Hannah Vieider jetzt im Hagener Süden und bei der Brauerei. „Wir haben in der Schule mal Bier gebraut“, sagt sie, „das hat mich fasziniert. Es ist doch unglaublich, wie viele verschiedene Biere man brauen kann.“

Köstlichkeiten, die in Fässern reifen. Und Skurrilitäten. Gurken-Bier für den japanischen Markt. Bei manchen Bieren ist es vielleicht gar nicht so schlimm, wenn man sie nicht probieren darf.

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