Corona

Hagen: Boeler Loßröcke sagen Rosensonntagszug noch nicht ab

Der Boeler Karnevalszug lockt Tausende auf die Straßen.

Der Boeler Karnevalszug lockt Tausende auf die Straßen.

Foto: Michael Kleinr

Hagen.  Die Stadt und das Festkomitee Hagener Karneval haben ihr für Montag geplantes Krisengespräch verschoben. Wie die Boeler Loßröcke reagieren.

„Wir werfen die Flinte ein halbes Jahr vorher noch nicht ins Korn“, sagt Thomas Sieker, Vorsitzender der Boeler Loßröcke, und spielt damit auf den Rosensonntagszug 2021 an.

Anders als das Festkomitee Hagener Karneval, das bereits vor drei Wochen seinen Rosenmontagszug durch die Hagener Innenstadt sowie weitere große Karnevalsveranstaltungen abgesagt hat, will sich der Boeler Verein zur Pflege alter Sitten und Bräuche „alle Optionen offen halten“, so Sieker. https://www.wp.de/staedte/hagen/rosenmontagszug-in-hagen-abgesagt-id230578294.html

Eigentlich sollte am Montag, 26. Oktober, auf einem gemeinsamen Treffen mit den Karnevalsvereinen und der Stadtspitze final entschieden werden, was und in welchem Rahmen stattfinden kann, doch das geplante Gespräch wurde vom Festkomitee Hagener Karneval sowie einem Vertreter der Stadt abgesagt und auf einen späteren Termin verlegt.

An dem Gespräch hätten die Vorsitzenden oder Sprecher von elf Hagener Karnevalsvereinen sowie Vertreter vom Ordnungsamt, Gesundheitsamt und der Stadtspitze teilgenommen.

„Sich in einer Runde mit 17 Personen zusammenzusetzen, halten wir momentan für unangebracht“, begründet Moritz Padberg, Vorsitzender des Hagener Festkomitees, die Absage des Termins und fährt fort: „Außerdem sprechen die in Hagen stetig steigenden Corona-Zahlen für sich.“ https://www.wp.de/staedte/hagen/corona-in-hagen-fallzahlen-sieben-tage-inzidenz-id230610106.html

Padberg betont, dass das Hagener Festkomitee und auch er als Person eine moralische Verpflichtung gegenüber den Mitbürgern trage, „ich kann bei einem dermaßen hohen Inzidenzwert doch nicht ernsthaft über große Karnevalsveranstaltungen nachdenken“.

Auf jeden Fall sei alles rund um den 11.11. gekippt, „wir bitten die Vereine lediglich, uns kurze Videobotschaften zu senden, die wir dann ins Netz stellen. Und für das kommende Jahr kann ich mir maximal ganz kleine Karnevalsveranstaltungen vorstellen“, sagt Moritz Padberg.

Thomas Sieker versichert, dass auch bei den Loßröcken die Sicherheit der Karnevalisten im Vordergrund stehe, „wir wollen ja auch Vorbild sein“. Trotzdem erkenne er jetzt noch keine Not, den Rosensonntagszug durch Boele, zu dem jährlich rund 15.000 Menschen strömen, abzusagen.

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