Stress im Alltag

Hagen: Buch-Tipp – Wie wir bei allem Stress Pause machen

| Lesedauer: 4 Minuten
Dr. Sebastian Altfeld hat nun ein Buch veröffentlich: „Das Einmaleins der Erholung“

Dr. Sebastian Altfeld hat nun ein Buch veröffentlich: „Das Einmaleins der Erholung“

Foto: Michael KLeinrensing

Hagen.  Eine Minute zwischendurch genügt, um aus der „Untererholung“ zu kommen, sagt Sebastian Altfeld. In Hagen ist ein besonderes Buch entstanden.

Er kommt ohne Umschweife zur vielleicht wichtigsten Sache, mit der sich jeder Mensch zu einer Zeit beschäftigt: Erholung. Sebastian Altfeld sagt: „Geistige und körperliche Erholung gehört zu unserem Alltag. Leider sind Pausen in unserer Leistungsgesellschaft verpönt. Man gilt schnell als egoistisch oder faul, dabei ist die Erholung essenziell für Gesundheit und Erfolg.“ Der Hagener Psychologe Sebastian Altfeld hat exakt dazu nun ein Buch auf dem Markt: „Das Einmaleins der Erholung“. Es soll Menschen davor bewahren, überhaupt jemals eine psychologische Praxis betreten zu müssen.

Was ist eine Pause?

Er hätte kein Buch schreiben müssen. Sebastian Altfeld ist, um mal im Thema zu bleiben, selbst ausgelastet genug. Als praktizierender Psychotherapeut, als Coach, als Sportpsychologe. „Ich habe es geschrieben, weil ich bei so vielen Vorträgen und in so vielen Begegnungen festgestellt habe, dass Menschen nicht wissen, was eine echte Pause ist.“

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Dieser Frage geht Altfeld in seinem Buch auf fabelhafte Weise im wahrsten Sinne nach. Denn er erzählt an der Figur eines Löwen. Dadurch, dass er das Problem auf die tierische Ebene bringt, wird es anschaulich und geradezu repräsentativ für jeden, der das Buch liest. In den Löwen Leopold, der sich schlapp und ausgelaugt fühlt, kann sich jeder projizieren. Der Professor, der Akkordarbeiter, der Künstler, die gestressten Eltern, der Sportler, der Fabrikmalocher oder die Erzieherin.

Der rote Faden

Ohne den einzelnen Geschichten zu viel vorzugreifen. Der rote Faden sei verraten: Eine Pause – und sei sie bei der Arbeit nur eine Minute lang – müsse zur persönlichen Beanspruchung passen. Wer den ganzen Tag sitzt, sollte nicht weiter sitzen. Wer nur am Bildschirm liest, kann Atementspannungen einstreuen. „Im Grunde kann man aber noch einen Schritt davor anfangen, in dem man beispielsweise in fünf mal einer Minute in einem Arbeitstag eine eigene Wasserstandsmeldung einholt. Wie fühle ich mich gerade? Was brauche ich? Wie kann ich gut für mich sorgen?“

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Was ihn unheimlich störe, ist, dass Menschen sich dieses In-sich-Hineinhorchen nicht zugestehen würden. „Nehmen wir mal das Beispiel einer Mutter, die sich den ganzen Tag um zwei oder drei Kinder kümmert. Sie muss klar sagen dürfen, dass jetzt mal zehn Minuten Mama-Zeit sind. Da darf auch mal eine Tür zugehen oder ein Kopfhörer auf die Ohren gesetzt werden.“ Der Untererholungszustand, der durch eine Belastung entsteht, sei wie im Sport wichtig, um stärker zu werden, erklärt Sebastian Altfeld. „Training und Stress machen uns besser. Vorausgesetzt wir machen es, um eine Adaption stattfinden zu lassen.“

In sich hineinhorchen

Vor diesem Hintergrund habe Altfeld auch seine Schwierigkeiten mit dem Begriff der Work-Life-Balance. „Es gibt in unserem Leben einfach Wochen, die schlecht sind, in denen die Beanspruchung hoch ist und gefühlt alles zu viel. Aber es ist gerade in dieser Zeit wichtig, kurze Erholungspausen einzulegen, die uns stärken. In meinem Buch erkläre ich, wie das geht. Und ich wünsche mir ganz einfach nur, dass der ein oder andere hinterher sagt, dass er vielleicht besser mit seinem Kind umgeht, besser auf sich aufpasst und in sich hineinhorcht. Nur deshalb habe ich dieses Buch geschrieben.“

Untererholung sei folglich normal. Nur wer sich zu lange ohne richtige Erholung in diesem Zustand befinde, laufe Gefahr, in die Burn-out-Erkrankung zu laufen. Angespannter Muskeltonus, Schlafstörungen, Tinnitus, erhöhter Herzschlag – all das seien dann Symptome, die Reaktion des Körpers. Nur wer erholt sei, entfalte sein volles Potenzial. Altfeld kombiniert seine Geschichten mit dem neuesten Stand der Forschung. „Eine negative Energiebilanz ist wie Schulden machen“, sagt Altfeld. „Wer mehr gibt, als er bekommt, verliert am Ende alles – auch seine Gesundheit.“

Das Buch ist unter anderem bei Amazon erhältlich und kostet 12,90 Euro.

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