Kunstquartier

Hagen: Café-Bereich statt Museums-Shop

23. September 2020, Hagen. Der ehemalige Museumsshop im Osthaus Museum im Kunstquartier.

23. September 2020, Hagen. Der ehemalige Museumsshop im Osthaus Museum im Kunstquartier.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen-Mitte.  Da die Stadt für den Museums-Shop keinen neuen Pächter findet, wird auf der Fläche nun eine Verweilzone mit Getränkeautomat eingerichtet.

Die Stadt Hagen hat die Suche nach einem neuen Pächter für den Museums-Shop im Erdgeschoss des Kunstquartiers vorerst aufgegeben. „Es gibt eine andere Idee, die ab Oktober ausprobiert wird“, erklärt Stadtsprecherin Clara Treude auf Nachfrage unserer Zeitung.

Konkret: Auf gleicher Fläche wie der Museums-Shop, der seit Monaten nicht mehr betrieben wird, soll ein Café-Bereich (jedoch ohne Gastronom vor Ort) mit Sitzgelegenheiten und einem Getränkeautomaten eingerichtet werden.

„Die dort platzierten Tische und Stühle stammen aus dem Hohenhof. Der Kaffeeautomat wird am 8. Oktober in Betrieb genommen. Als Betreiber des Café-Bereichs, der als Verweilzone angesehen werden kann, tritt das Museum selbst auf“, erläutert Clara Treude.

Keine Konkurrenz zum Novy’s

Mit dem Pächter-Ehepaar Bielefeld, das die ans Kunstquartier angeschlossene Museumsgastronomie Novy’s betreibt, sind im Vorfeld Gespräche geführt worden. „Thomas Bielefeld hat nichts gegen das Café, das ausschließlich während der Museumsöffnungszeiten betrieben und somit keine Konkurrenz zum Restaurant Novy’s bilden wird, einzuwenden“, versichert Treude. https://www.nrz.de/staedte/hagen/hagen-restaurant-novy-s-serviert-jetzt-in-gewaechshaeusern-id229104743.html

Thomas Bielefeld bestätigt die kürzlich geführten Gespräche, „es handelt sich ja um ein anderes Format, als wir es betreiben“, sagt der Gastronom gelassen.

Kataloge zu aktuellen Ausstellungen im Osthaus-Museum und Emil-Schumacher-Museum können künftig an der gemeinsamen Kasse erworben werden, da es vorerst keinen Verkaufs-Shop, in dem Kataloge, Künstlerbiografien, Kunstpostkarten, Kalender und Accessoires angeboten werden, geben wird.

Ganz glücklich scheint der Fachbereich Kultur mit der Cafébereichs-Lösung allerdings nicht zu sein. „Wenn ein Pächter mit einem schlüssigen unternehmerischen Konzept einen Museums-Shop betreiben möchte, ist die Kunstquartier-Leitung an einem Gespräch auch weiterhin sehr interessiert“, unterstreicht Stadtsprecherin Clara Treude.

Stadt Hagen war bislang Verpächterin

Zum Hintergrund: Die Stadt Hagen als Verpächterin der Fläche nahe des Eingangsbereichs des Kunstquartiers bot über Wochen auf Immobilienportalen und auf der eigenen Homepage den „53 Quadratmeter großen Museums-Shop in moderner Architektur im Herzen der City“ als Mietobjekt ab 1. Mai 2020 an.

Die frühere Pächterin der Fläche, Cornelia Gerstenberger, hatte nach eigener Aussage mit dem Shop nur rote Zahle geschrieben (wir berichteten). „Ich führe insgesamt sechs Shops, doch der Hagener ist der am wenigsten lukrative“, begründete die Dortmunderin Anfang des Jahres ihren Entschluss, den Shop aufzugeben.

Mangel an Touristen

Ihren wirtschaftlichen Misserfolg in Bezug auf den Hagener Shop sah Cornelia Gerstenberger im fehlenden Publikum aus Städten wie Düsseldorf, Köln oder anderen Metropolen beziehungsweise an Touristen. „Allein von Hagener Besuchern und Schulklassen kann ein solcher Museums-Shop nicht überleben“, resümierte Gerstenberger vor ihrem Weggang.

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