Quambusch

Hagen: Café im Pflegeheim öffnet sich für Quambusch-Nachbarn

Nutzen gern das Angebot im Café „Vier Jahreszeiten“ (von links): Bewohnerin Doris van Geffen, Martina Bendig (Servicekraft im Bistro) sowie Bewohnerin Marion Wolff.  

Nutzen gern das Angebot im Café „Vier Jahreszeiten“ (von links): Bewohnerin Doris van Geffen, Martina Bendig (Servicekraft im Bistro) sowie Bewohnerin Marion Wolff.  

Foto: Yvonne Hinz / WP

Hagen-Quambusch.  Gerade ältere Bewohner des Quambuschs können aufatmen: Das Café im Pflegewohnheim Harkorten öffnet sich ab sofort für jedermann.

Der Quambusch ist ein Quartier, in dem das Wohnen seit jeher im Vordergrund steht, das pralle (Ausgeh-) Leben tobte dort nie. „Doch jetzt ist hier oben fast gar nichts mehr los, was besonders für die älteren Bewohner des Stadtteils schade ist“, sagt Yvonne Rosenlicht. Die Leiterin der Küche sowie des Bistros „Vier Jahreszeiten“ im Pflegewohnstift Harkorten bedauert besonders, dass vor kurzem der Discounter Netto geschlossen hat.

Früherer Bäcker bei Netto und das Stehcafé fehlen besonders

„Für die Leute hier oben ist es nicht nur ein Verlust, dass es den Laden nicht mehr gibt, sondern der integrierte Bäcker samt Stehcafé fehlt besonders“, sagt Rosenlicht. Zahlreiche ältere Bewohner - einige mit Rollstuhl oder Rollator – hätten dort nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit gehabt, sondern einen Treff, an dem sie sich austauschen und ein paar Worte mit Nachbarn wechseln konnten. „Der Treffpunkt soll nun bei uns sein“, lächelt Yvonne Rosenlicht.

Heißt: Das bislang von Bewohnern des Pflegeheims und deren Angehörigen genutzte Bistro „Vier Jahreszeiten“ heißt ab sofort jedermann willkommen.

Besonders die Quambusch-Anwohner will man mit dem neuen Angebot, das sich nicht nur auf Kaffee und Kuchen, sondern auch auf den Mittagstisch bezieht, gewinnen.

Yvonne Rosenlicht beruhigt in zweierlei Hinsicht: Zum einen sei ihre Idee der Öffnung für die Allgemeinheit bei der Leitung des Pflegewohnstiftes auf positive Resonanz gestoßen, zum anderen bräuchten die Heimbewohner keine Konkurrenz durch externe Gäste zu befürchten. „Wenn wir für unsere Bewohner Veranstaltungen wie eine Karnevalsfeier, ein Oktoberfest oder Tanz in den Mai auf die Beine stellen, ist das Café natürlich nur für unsere Bewohner geöffnet.“

Gutbürgerliche Küche

Gerade ältere Quambusch-Anwohner dürfte das neue Angebot erfreuen. Es gibt in dem Quartier zwar eine Pizzeria und eine Gaststätte, doch liegt deren Schwerpunktgeschäft eher in den Abendstunden, „außerdem essen viele ältere Menschen gern gutbürgerlich“, sagt Yvonne Rosenlicht.

Apropos gutbürgerlich: „Bei uns wird alles frisch gekocht“, betont Rosenlicht und ihre Kollegin, Köchin Tanja Zajc, nickt zustimmend. Die Heimbewohner können im Speisesaal im jeweiligen Wohnbereich essen oder im Café im Erdgeschoss mit freiem Blick ins Grüne.

„Wir bereiten hier täglich 250 Essen zu, schließlich beliefern wir auch noch drei Schulen“, klären die beiden Frauen auf. Ihr Wunsch? „Wenn 30 Leute aus dem Viertel zum Mittagessen oder Kaffeetrinken kämen, wäre das schön. Die Nachbarn können auch gern an den Tischen der Bewohner Platz nehmen. Wir hoffen auf einen netten Austausch, der beiden Seiten etwas bringt.“

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