Freilichtmuseum

Hagen: Cartoonisten nehmen Handwerk ironisch auf die Schippe

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Karikaturen-Ausstellung im Freilichtmuseum.  Karikaturist Reinhard Alff Anke Hufschmidt, stellv. Museumsleiterin

Karikaturen-Ausstellung im Freilichtmuseum.  Karikaturist Reinhard Alff Anke Hufschmidt, stellv. Museumsleiterin

Foto: Yvonne Hinz / WP/Yvonne Hinz

Hagen.  40 Karikaturisten zeigen im Freilichtmuseum Hagen 108 Cartoons. Warum Friseure und Metzger besonders gern „dran glauben müssen“.

Die Ausstellung ist frisch, bunt, frech und alles andere als verstaubt: Komische Kunst und schwarzen Humor verspricht die Werkschau „Handwerk hat doppelten Boden“, in der 108 Karikaturen und Cartoons von 40 Karikaturisten gezeigt werden. Und zwar im oberen Bereich des Hagener Freilichtmuseums, im Ausstellungsgebäude in Nähe des Marktplatzes. Außerdem gibt es in der Gelbgießerei noch eine kleine Kabinettausstellung mit historischen Karikaturen.

„Das Nahrungsmittelhandwerk ist bei Karikaturisten besonders beliebt“, weiß Dr. Uwe Beckmann. Der Leiter des Freilichtmuseums im Mäckinger Bachtal hat gemeinsam mit seinem Team und Vertretern der „Galerie Komische Meister Dresden“ die Wettbewerbs-Einsendungen von 200 Karikaturisten gesichtet, gut die Hälfte wurden für die Ausstellung ausgewählt.

Der Gewinner des Wettbewerbs, der durch die Besucher der Ausstellung bestimmt wird, erhält 1000 Euro Preisgeld.

Friseure und Metzger als Motive

Dr. Anke Hufschmidt, die die Sonderausstellung, die fast ein halbes Jahr lang im Museum kuratiert hat, lächelt: „Es fällt auf, dass Friseure und Metzger schon vor 100 oder 150 Jahren humoristisch auf die Schippe genommen wurden. Und auch der Schneider war als Motiv immer beliebt.“

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Die lebensnahe Ausstellung thematisiert mit Bild- und Sprachwitz die unterschiedlichen Aspekte des Handwerks und der Technik. Und sie greift auch aktuelle Themen wie Nachwuchsprobleme im Handwerk oder Änderungen im Ernährungsverhalten („vegane Fleischwurst“) auf.

In acht Themenräumen, die Titel tragen wie „Do it yourself“, „Mahlzeit“ oder „Pfusch und Murks“ präsentieren die Karikaturisten, die aus ganz Deutschland stammen, ihre Arbeiten, die unkonventionelle Denkanstöße geben wollen.

Auch Arbeiten von Tetsche ausgestellt

Auch Cartoons des bekannten Karikaturisten Tetsche (Markenzeichen Spiegelei und Saugglocke) zieren die Wände. Und zwei Arbeiten von Reinhard Alff. Der gelernte Elektriker ist seit 1985 selbstständiger Karikaturist und lebt in Dortmund. „In meinen Cartoons greife ich die Arbeit von Elektrikern gern auf, aber nicht an“, unterstreicht der Künstler, der mit Stift oder Tusche auf Papier zeichnet und das fertige Motiv dann einscannt.

Uwe Beckmann und seine Stellvertreterin Anke Hufschmidt unterstreichen, dass die Karikaturen die Jetztzeit widerspiegeln und Freude und Vergnügen bringen sollen. Beckmann ergänzend: „Wer jemals auf einen Handwerker gewartet hat, wird sich in einigen Cartoons wiederfinden. Die Karikaturen haben einen schrägen Blick auf das Handwerk und treffen den Nagel oftmals auf den Kopf.“

Besucher wählen Favoriten

Um die Besucher des Freilichtmuseums länger im Ausstellungsgebäude zu halten, wird ein Publikumspreis ausgelobt. Heißt: Die Gäste können bis zum 9. Oktober aus allen Arbeiten ihren eigenen Favoriten auswählen. Der erste Platz geht an die Zeichnung, die die meisten Stimmen erhält.

Den Publikumspreis hat der Förderkreis Westfälisches Freilichtmuseum gestiftet. Was es zu gewinnen gibt? Unter allen Rückmeldungen verlost das Freilichtmuseum eine Jahreskarte für zwei Personen..

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