Wirtschaft

Hagen: Corona-Krise bremst Ofenbauer aus Halden nicht aus

Thomas Hüttenhein ist Geschäftsführer bei Schlager-Industrieofenbau in Hagen. Das Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft.

Thomas Hüttenhein ist Geschäftsführer bei Schlager-Industrieofenbau in Hagen. Das Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Beim Unternehmen Schlager Industrieofenbau aus Hagen gehen wieder Aufträge ein. Ein Ofen aus Halden wird bald in China aufgebaut.

Es war ein besonderes Geschenk zum Heiligen Fest. Weil es genau der 24. Dezember 2019 war, als Thomas Hüttenhein seinen neuen Arbeitsvertrag in der Post fand. Und verborgen in diesem besonderen Geschenk steckte eine Botschaft – denn der Briefumschlag, der ihn zu Weihnachten erreichte, war von einem Rechtsanwalt in Nazareth auf den Weg gebracht worden.

„Das muss ein gutes Omen gewesen sein“, sagt Hüttenhein. Eines, das den neuen Geschäftsführer von Schlager Industrieofenbau mit Optimismus in den neuen Job starten ließ. Eine positive Grundeinstellung, die er auch nicht verliert, als die Corona-Krise zu einem Lockdown führt und das international tätige Unternehmen aus Hagen, das erst im letzten Jahr von einem israelischen Konzern übernommen wurde, ausbremst.

Sieben neue Mitarbeiter seit Anfang des Jahres

Und so klingt paradox, was bei genauerer Betrachtung kein Paradoxon mehr ist: Schlager Industrieofenbau stellt seit Anfang des Jahres sieben neue Mitarbeiter ein, schickt sie sofort in Kurzarbeit und qualifiziert sie parallel. „Das hat Sinn gemacht, weil wir gewusst haben, dass diese Krise nicht ewig fortdauern kann“, sagt Thomas Hüttenhein, „wir haben gesehen, dass unsere Kunden Aufträge nicht lange vor sich herschieben können.“

Es erscheint ein Licht am Ende des Corona-Tunnels. Ein Licht, das die Hoffnung nährt, dass die Krise nur eine vorübergehende ist. Ein Blick auf die Öfen, die gerade in den Hallen des Unternehmens stehen, bestätigt das. Dabei hat der größte Ofen Hagen gerade erst verlassen und wird – verteilt auf vier Container – gerade nach China transportiert. „Drei unserer Leute sind hingeflogen, müssen sich für zwei Wochen in einem Hotelzimmer in Quarantäne begeben und dürfen dann erst mit einem Team vor Ort den Ofen aufbauen“, sagt Thomas Hüttenhein. „Sie haben sich sofort dazu bereit erklärt, trotz der widrigen Umstände. So etwas ist stark. Wir hoffen, dass sie Weihnachten wieder zurück sind.“

Wirtschaftliche Tal ist für Unternehmen durchschritten

Vielleicht hat der Lockdown das Unternehmen auch deshalb nicht so hart getroffen, weil sich schon vorher ein Abwärtstrend abgezeichnet hat. „Wir haben schon im November Kurzarbeitregelungen getroffen“, sagt Hüttenhein. „Aber das Tal ist jetzt durchschritten. Wir spüren mehr Zuversicht. Die Kunden nehmen Planungen auf, die sie im März auf Eis gelegt haben.“

Aufträge kommen jetzt rein, auch weil man bei Schlager mitten in der Krise den Vertrieb gestärkt hat. „Wir haben da bewusst gegengesteuert“, sagt Hüttenhein, „viele Abschlüsse sind in großen Teilen online gelaufen.“

Lob für das Instrument der Kurzarbeit

Dazu kommt: viele Mitarbeiter hätten in der Krise auch über ihre eigentlichen Arbeitsbereiche hinaus zugepackt“, sagt Schlager. „Da war sich eine Elektriker nicht zu schade, Schlosserarbeiten zu übernehmen. Letztlich ist es uns auch aufgrund dieser Flexibilität gelungen, alle zu halten. Die Kurzarbeit als Instrument war da genau das Richtige.“

Dass die Geschäfte jetzt wieder gut anlaufen, hängt auch mit den hohen Umweltstandards zusammen, die Schlager setzt. Und mit den Komplettpaketen, die das Unternehmen aus Halden anbietet. „Wir zeigen unseren Kunden Fördermöglichkeiten gleich mit auf“, sagt Thomas Hüttenhein. „Möglichkeiten, um die viel gar nicht wissen. Auf diese Art kann man Investitionskosten erheblich senken. Das hat uns die Türen zu zusätzlichen Aufträgen geöffnet.“

Ofenhersteller setzt auf moderne Umwelttechnik

Auf Umwelttechnik zu setzen – das ist der Weg, den der Ofenproduzent aus Hagen weitergehen will. „Wir sind an einem Forschungsprojekt beteiligt, bei dem es darum geht, ,grünen’ Wasserstoff zu verbrennen“, sagt Thomas Hüttenhein. „Die RWT Aachen ist da mit an Bord und einer unserer Kunden, die Firma Dirostahl aus Remscheid.“ Wasserstoff lasse sich extrem ökologisch verbrennen. Das ist für Hüttenhein die Zukunftstechnologie.

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