Mein Hagen

„Hagen, die klebrige Billigperle“ - eine langweilige Polemik

Michael Koch, Redaktionsleiter.

Michael Koch, Redaktionsleiter.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung arbeitet sich an und dem Pommesbrötchen ab – allerdings wenig originell.

Wow. Hagen hat es mal wieder in die überregionale Presse geschafft. Sogar in das schöngeistige Magazin der Süddeutschen Zeitung, das der renommierten Tageszeitung beiliegt. In dieser Woche geht es um den Schwerpunkt „Essen“ und der Autor schreibt über ein Gericht, das es angeblich so nur in Hagen und im engeren Umkreis gibt: Das ganz spezielle „Pommesbrötchen“. Jenes, bei dem nicht die Pommes zwischen zwei Baguette- oder Frühstücksbrötchenhälften stecken, sondern in einem Döner-Brötchen.

Marc Schürmann, der Auto dieses Stücks, stammt aus Hagen und schreibt, wie er diese etwas eigenwillige Delikatesse in München, wo er jetzt wohnt, bisweilen vermisst. Ein eigentlich lustig Stück. Aber natürlich kommt es nicht ohne die übliche Hagen-Herabwürdigung aus: „Hagen. Perle des Ruhrgebiets. Wenn auch eine graue, abgenutzte, klebrige Billigperle aus dem Kaugummiautomaten. Und nicht so richtig Ruhrgebiet, sondern etwas weniger cool auf der Grenze zwischen Pott und Sauerland gelegen.“

Gähn! Das kann irgendwie jeder. So eine billige Beschreibung erwarte ich jedenfalls nicht von den Schöngeistigen der SZ. Überrascht uns doch mal, dass Ihr etwas abseits von Klischees schreibt, die jeder kann.

Ich hole mir jetzt lieber ein Pommes-Brötchen. Schmeckt besser als die SZ-Magazin-Lektüre.

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