Politik

Hagen: Eiertanz rund um das Seepark-Projekt

Das Hagener Ufer des Hengsteysees zeigt seit Jahrzehnten das vertraute Bild. Jetzt soll zwar der Bereich rund um das Hengstey-Freibad sein Gesicht verändern, doch die Zukunft der Flächen in Richtung Hohensyburg steht weiter in den Sternen.

Das Hagener Ufer des Hengsteysees zeigt seit Jahrzehnten das vertraute Bild. Jetzt soll zwar der Bereich rund um das Hengstey-Freibad sein Gesicht verändern, doch die Zukunft der Flächen in Richtung Hohensyburg steht weiter in den Sternen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Hagen.  Die Hängepartie rund um das Seepark-Projekt geht in die nächste Runde: Der Rat will über den Deal mit der Bahn erst im März entscheiden.

Die Hängepartie rund um das Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofes Hengstey, der zum Herzstück des Freizeit- und Naherholungsgebietes Seepark werden soll, geht in die nächste Runde. Der Rat konnte sich am Donnerstagabend noch nicht auf eine Vorvereinbarung mit der Bahn (Letter of Intent) verständigen, weil das Verkehrsunternehmungen seine finanziellen Bedingungen, aber auch technischen Anforderung zu diffus definiert hat.

Internationale Gartenausstellung in Gefahr

Das Problem: Das angedachte Seepark-Gelände ist aktuell für Bahnzwecke gewidmet. Daher kann es von der Stadt nicht überplant werden und steht für die Internationale Gartenausstellung im Jahr 2027 (IGA 27) somit nicht zur Verfügung. Es sei denn, die Bahn akzeptiert für den angedachten Bau eines Umspannwerks (Amprion) sowie eines Umrichterwerks (DB Energie) zwei Alternativflächen, die die Stadt über ihre Tochter WBH und den Ruhrverband an der Dortmunder Straße anbietet. Hier müsste allerdings für etwa zwei Millionen Euro ein Regenklärbecken versetzt werden, was der Stadt finanziell komplett auf die Füße fallen könnte. Obendrein sollen auch die Mehrkosten für die Realisierung auf den Alternativflächen zwischen DB Energie, Amprion und Stadt aufgeteilt werden. Nach welchem Schlüssel, bleibt in der vorverhandelten Absichtserklärung völlig offen.

Vor diesem Hintergrund sprachen sich CDU-Fraktionschef Stephan Ramrath und Grünen-Sprecher Jochen Riechel dafür aus, noch einmal vertiefend im Stadtentwicklungsausschuss sowie im Umweltausschuss das Für und Wider abzuwägen und letztlich am 12. März in einer Sondersitzung des Rates eine Entscheidung zu treffen. Ein Vorschlag, der von allen Fraktionen mitgetragen wurde. Bis zu diesem Termin möchte nämlich das übergeordnete Eisenbahnbundesamt Klarheit haben, ob sich Stadt und Bahn friedlich einigen, oder Hagen letztlich gegen die Widmung des städtischen Seegrundstücks für Bahnzwecke vor Gericht zieht.

Verschandelung der Natur

Allerdings machten Grüne und SPD in der Ratssitzung bereits deutlich, dass sie die ausgeguckten Alternativflächen an der Dortmunder Straße grundsätzlich für ungeeignet halten, weil die voluminösen, technischen Bauten die Optik der Natur an dem Ruhrsee über Gebühr verschandelten. „Vier bis sechs Hektar Landschaftsschutzgebiet zur Verfügung zu stellen, ist keine Alternative“, widersprach Hans-Georg Panzer (Grüne) der Abwägung von Ramrath, sich auf diesen Deal einzulassen.

Ähnlich die Haltung der SPD. Ratsherr Jörg Meier schlug daher vor, die Seepark-Idee auf dem Klageweg weiter zu verfolgen, aber parallel die IGA-Fördertöpfe mit einem Entwicklungskonzept für den Harkortsee anzuzapfen. Dies sei angesichts des engen zeitlichen Rahmens realistisch umsetzbar. Die Stadtverwaltung glaubt, der Seepark-Idee noch bis zum Sommer Zeit geben zu können: „Geben Sie dem Prozess eine Chance, dass wir das bis zum Sommer hinbekommen“, appellierte Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Die Antwort muss die Politik jetzt in den nächsten vier Wochen liefern.

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