Sommerserie 2022

Hagen: Eigentlich eine Idylle – aber Ischelandteich verkommt

| Lesedauer: 3 Minuten
Der Ischelandteich von oben: Eine grüne Idylle im Quartier – aber der Teich verkommt immer mehr. Algen bedecken die Wasseroberfläche

Der Ischelandteich von oben: Eine grüne Idylle im Quartier – aber der Teich verkommt immer mehr. Algen bedecken die Wasseroberfläche

Foto: Alex Talash

Altenhagen.  Der Spaziergang am Ischelandteich beginnt idyllisch. Und endet mit der Erkenntnis, dass der Teich weiter verfällt. Bald soll sich etwas tun.

Bäume und vereinzelt auch Weiden säumen den Weg. Im Hintergrund plätschert das Wasser. Es sind 25 Grad, keine Wolke am Himmel, es duftet nach frisch gemähtem Gras. Dieser Spaziergang beginnt idyllisch. Und endet mit der Erkenntnis, dass der Teich einfach dem Verfall überlassen wurde.

Ischelandteich. Eine grüne Idylle, in einem Quartier, das durch seine fast direkte Innenstadtlage nicht besonders viele grüne Ausweichmöglichkeiten für Familien bietet. Davon merkt man bei einem Besuch hier nichts. Kinder spielen auf der Wiese, Mütter schieben ihre Kinderwagen vor sich her den Weg entlang. Ein älteres Paar verweilt auf einer Bank mit Blick auf die Sträucher und Büsche, die die Seite des Teiches so gut wie komplett verdecken. Nur die vor sich hin plätschernde Fontäne lässt an genau dieser Stelle erahnen, dass sich hinter den Sträuchern noch Wasser befindet. Und der modrige, faule Geruch. Die Wasseroberfläche des vielleicht vor Jahren einmal klaren Teiches ist überzogen von grünen, matschigen Algen – und Müll. Eine dicke Schlammschicht bedeckt den Grund. Naherholung: nicht mehr so wirklich.

Rettung nur durch Sanierung möglich

Dass der Teich zu kippen droht, ist schon länger bekannt. Die Gründe dafür sind vielfältig – unter anderem war die Pumpe an der Fontäne über längere Zeit defekt, es fehlte also eine Auffrischung des Wassers mit frischem Sauerstoff.

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Der Humpert- und der Ischelandbach führen außerdem nicht mehr genügend frisches Wasser zu, auch mit einer intakten Fontäne könnte man den Teich also vermutlich nicht mehr im Gleichgewicht halten. Und der Rest ist Geschichte.

Langfristig kann der Teich womöglich nur durch eine grundlegende Sanierung gerettet werden. Aus der Politik gibt es nun erste Signale, genau das bald angehen zu wollen. Seitens der Stadtverwaltungen gebe es Ideen und Pläne, das Umfeld wieder aufzuwerten. Eine schöne Nachricht für Hagen.

Denn eigentlich hat dieser kleine Teich inmitten des Quartiers viel Potenzial. Aussichtsplattformen und der Steg unmittelbar am Wasser eröffnen schöne Blicke auf den Teich. Bänke laden zum Verweilen ein. Das Wasser plätschert vom See aus kleine Bachläufe entlang und sucht sich seinen Weg unter den Weiden in die Tiefe.

Eine besondere Funktion im Quartier

Am „Phönix“ – eine Skulptur, die die Stadt Hagen anlässlich der 20-jährigen Städte-Freundschaft zu Smolensk als Geschenk erhalten hat, tummeln sich schnatternde Enten, Tauben und Blässhühner, die ganz offenbar an vorbeiziehende Menschen gewöhnt und zutraulich sind. Vielleicht ein bisschen zu zutraulich, wenn man die Schilder am Wegesrand beachtet, die ganz klar darauf hinweisen, dass die Tiere nicht gefüttert werden dürfen. Eine Entenfamilie schwimmt vorbei, überquert den Teich unter der noch immer einspurig gesperrten Ischeland-Brücke, die derzeit saniert wird.

Nur einige Hundert Meter vom Steg entfernt findet sich in der Parkanlage unweit vom Friedensplatz ein Kinderspielplatz, auf dem bei gutem Wetter oft Hochbetrieb ist. In einem Viertel, in dem es nur eine beschränkte Angebote an Grünflächen gibt, hat der Ischelandteich als Naherholungsort eine ganz besondere Funktion. Und sie könnte wieder an Bedeutung gewinnen, wenn der modrige Geruch Besucher nicht mehr fernhält.

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