Stadtentwicklungskonzept

Hagen-Forum – 180 Bürger sammeln Ideen für Stadtzukunft

Hagen-Forum im Rahmen des ISEK-Prozesses im Hagener Ratssaal

Hagen-Forum im Rahmen des ISEK-Prozesses im Hagener Ratssaal

Foto: Mike Fiebig

Hagen-Mitte.   180 Menschen, viele gelbe Zettel und 16 Themenbereiche, in denen Hagener Oberziele gesucht werden. Im Rathaus fand das Hagen-Forum statt.

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Ist das jetzt viel oder wenig, wenn 180 Menschen zu so einer Veranstaltung kommen? Ist es sinnvoll oder weniger sinnvoll, wenn sie ihre Anregungen für die Zukunft dieser Stadt auf einem gelben Zettel an Stellwände heften? Man darf darüber gerne diskutieren. Folgt man allerdings Thomas Scholle, dem Chef des Unternehmens „Plan-Lokal“, das für die Hagener Verwaltung das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), dann sind 180 Menschen und viele gelbe Zettel eine ziemliche Menge.

Gestern zwischen 18 und 21 Uhr fand im Ratssaal an der Volme das Hagen-Forum im Zuge des ISEK-Prozesses statt, bei dem Leitlinien für das zukünftige bürgerschaftliche, politische und verwaltungstechnische Handeln in Hagen entstehen sollen. Die Leitfrage über allem ist: Wie soll Hagen im Jahr 2035 aussehen? Gestern war zum ersten Mal der Bürger dran in diesem Prozess, nachdem in Fachforen seit Beginn des Jahres bereits 16 Kernbereiche herausgearbeitet worden waren, an denen sich die Diskussionen mit den Bürgern gestern orientierten.

Beispiele: „Smart-City – Wie wird Hagen zur intelligenten Großstadt?“ Oder: „Hagen schmiedet Bildungsketten“ (bessere Verzahnung von Bildungsinstitutionen). Oder: „Hagener Kieze – Quartiere entwickeln.“ Oder: „Hagener Zentren – kurze Wege zwischen Wohnen und Versorgung.“ Und 13 weitere Lebensbereiche zwischen produzierendem Gewerbe und den Wald- und Seenlandschaften.

Ja, hinter dem ISEK-Prozess, der noch bis zum Ende des Jahres laufen wird und fünf Bezirkswerkstätten in den fünf Hagener Bezirken beinhaltet, steht die Stadtentwicklung und die Ausarbeitung von Leitideen. Tatsache ist aber auch, dass ISEK schlichtweg ein nötiges Instrument zur Erstellung eines neuen Flächennutzungsplanes für Hagen ist. Und ein Instrument, mit dessen Ausarbeitungen die Stadt künftig an große städtebauliche Fördertöpfe kommen will. Enthusiasten bezeichnen ISEK als einen Aufbruch in eine bessere Hagen-Zukunft. Kritiker nennen es eine Verwaltungspflichtaufgabe.

Wie dem auch sei: Von den Bürgern gab es gestern ein Rückspiel auf die 16 vorab herausgearbeiteten Themen. Am allermeisten drückt das Thema Mobilität. An keiner Stellwand platzierten die Bürger so viele Hinweise, so viel Kritik wie an dieser. Radverkehr, zu hohe Autobelastungen, Lärm, dreckige Luft – die Menschen leiden unter dem, was Planer vor 50 oder 60 Jahren als Autostadt entworfen haben und das dem Kollaps jeden Tag ein bisschen näher kommt.

Apropos Planer: Der für den Prozess wichtigste Dezernent der Stadt Hagen, Thomas Grothe, konnte gestern nicht im Ratssaal dabei sein. Oberbürgermeister Erik O. Schulz erklärte, Grothe sei krank.

Deutlich wurde, dass das Thema Bauen und Baukultur in Hagen hohe Priorität für die Bürger genießt. Vor allem der Erhalt alter Bausubstanz, wie sich an einem Stand zeigte, den Denkmalhüterin Ina Hanemann betreute.

Seit gestern gibt es auch die Möglichkeit der Online-Beteiligung für die Bürger. Auf der Seite www.plan-portal.de/hagen wird erklärt, wie man sich mit seiner Haltung zu einem Themengebiet einbringen kann.

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