Bildung

Hagen: Gebäude der Sekundarschule über die Jahre verrottet

Aus der Decke über dem Innenhof des Gebäudes löste sich vor einigen Monaten ein Plexiglas-Element und verfehlte einen Schüler knapp.

Aus der Decke über dem Innenhof des Gebäudes löste sich vor einigen Monaten ein Plexiglas-Element und verfehlte einen Schüler knapp.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Altenhagen.  Der Schulausschuss Hagen fordert die unverzügliche Beseitigung der untragbaren Zustände in der Sekundarschule Altenhagen.

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Kaputte Türen, durchlöcherte Wände, verdreckte Toiletten, Schimmel und Schmutz überall – die Zustände in der Sekundarschule Altenhagen sind untragbar. Das war die einhellige Meinung der Mitglieder des Schulausschusses Hagen, die sich am Dienstagabend mit der Situation der Lehranstalt beschäftigten. Einstimmig segneten die Schulpolitiker eine vom städtischen Fachbereich für Gebäudewirtschaft (GWH) erstellte Maßnahmenliste ab, mit der die schlimmsten Mängel kurzfristig beseitigt werden sollen. „Wir werden genau beobachten, ob das auch alles so umgesetzt wird“, kündigte Ausschuss-Vorsitzende Ellen Neuhaus an.

Offenbar hat der Brandbrief der Elternpflegschaft, die die skandalösen Zustände Mitte November publik gemacht hatte, beim GWH hektische Betriebsamkeit ausgelöst. Dessen Leiter Volker Bald zeigte sich persönlich betroffen von den Versäumnissen seiner Behörde: „Auch ich hätte mir so ein Systemversagen nicht vorstellen können. So weit hätte es niemals kommen dürfen.“ Als Beispiel nannte er die frei liegenden Heizungsrohre, die nun für gerade einmal 400 Euro bis zum Ende der Winterferien isoliert werden sollen: „Ich will da gar nicht nach Ausreden suchen. Dass wir darüber überhaupt reden müssen. . .“

Schimmelsporen nachgewiesen

Auch kaputte Türeinfassungen und löchrige Wände sollen in den kommenden Wochen repariert bzw. verputzt werden. Zudem ist die Sanierung aller Sanitärräume geplant, deren Ekelfaktor so hoch war, dass sich zahlreiche Schüler nicht mehr auf die Toilette gewagt hatten. Die Kabinen befänden sich in einem „üblen Zustand“, konstatierte Bald.

Erstmals gab der GWH-Leiter am Dienstag auch zu, dass in dem gesperrten Technikraum sehr wohl Schimmelsporen nachgewiesen worden waren. Bislang hatte er dies bestritten und mit Verweis auf ein Gutachten lediglich von Feuchtigkeitsschäden gesprochen. Nun kündigte Bald an, die betreffenden Wände von außen aufzugraben und trockenzulegen. Schon am 1. Februar soll der seit Mai vom Gesundheitsamt gesperrte Raum wieder zur Verfügung stehen.

Für bestimmte Aussagen („Es gibt keine unterschiedlichen Aussagen, nur unterschiedliche Messergebnisse für unterschiedliche Räume“) erntete Bald jedoch heftige Kritik. Thomas Walter (CDU) warf ihm vor, sein weitschweifiger Vortrag sei ein Offenbarungseid, die GWH habe es zugelassen, dass das Schulgebäude über Jahre verrotte. Und Katja Graf (FDP) hob hervor, dass die Grenzwerte für Schimmel in der Schule „dramatisch überschritten“ seien.

Mangelhafte Kommunikation

Mehrere Ausschussmitglieder kritisierten die offenbar mangelhafte Kommunikation in der Stadtverwaltung, die auf Hinweise und Bitten von Schulleitern und Eltern nicht reagiere. So forderte Michael Pütz, Leiter des Christian-Rohlfs-Gymnasiums in Haspe, seitens der GWH „Offenheit und Transparenz“ ein.

Dem Einwurf von SPD-Fraktionschef Claus Rudel, die Stadt stelle den Schulen nicht genug Geld für die Instandhaltung der Gebäude zur Verfügung, entgegnete Stephan Ciupka: „Fehlende Kommunikation in der Verwaltung kann man nicht durch Geld wettmachen.“

Bis zum Sommer 2020 sollen weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in der Schule abgeschlossen sein.

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