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Hagen: Harmonischer Politik-Start – nur in Haspe rumpelt’s

WP-Redakteur Martin Weiske

WP-Redakteur Martin Weiske

Foto: Michael Kleinrensing

Das harmonische Vorspiel des neuen Rates erstaunt WP-Kommentator Martin Weiske. Nur in Haspe rumpelt es wieder.

Hört, hört: Manchmal gelingt es in der Hagener Politik doch noch, Dinge ohne großes Gerumpel auf den Weg zu bringen. So haben sich die neu formierten Fraktionen und Gruppen des im November sich konstituierenden Rates während der Herbstferien weitgehend geräuschlos darüber verständigt, mit 17-köpfigen Fachausschüssen die fünf Jahre angehen zu wollen.

Dies hat den charmanten Vorteil, dass alle am Beratungstisch Platz nehmen können und den sechs Gruppen (FDP, BfHo, Linke und HAK) eine Zitterpartie mit Losverfahren erspart bleibt. Lediglich der Haupt- und Finanzausschuss wird mit 21 Ratsmitgliedern etwas größer, zumal dieser in Pandemie-Zeiten womöglich öfter die Rolle des Rates übernehmen muss. Bereits in der kommenden Woche sollen die einzelnen Interessen zu einem gemeinsamen Vorschlag gebündelt werden, damit in der Premierensitzung des Rates ganz geschmeidig und ohne großen Zoff gestartet werden kann.

Viel Einigkeit in den Bezirksvertretungen

Weißer Rauch steigt – von Haspe mal abgesehen – ebenfalls über den Bezirksvertretungen auf. Dort kommt das ungeschriebene politische Gesetz zur Anwendung, dass die größte Fraktion auch den Bezirksbürgermeister stellt: Ralf Quardt (CDU) in Mitte, Jochen Eisermann (CDU) in Hohenlimburg, Heinz-Dieter Kohaupt (CDU) in Nord und Michael Dahme (SPD) in Eilpe/Dahl.

Allerdings knirscht es noch in Haspe: Hier wittert eine CDU/Grüne/Hagen-Aktiv-Allianz mit ihren sieben Sitzen die Chance, nach jahrzehntelanger Genossen-Dominanz den SPD-Amtsinhaber Dietmar Thieser abzulösen. Seine Fraktion verfügt dort bloß noch über fünf Sitze. Als neuer Bezirksbürgermeister würde Gerhard Romberg (CDU) – im Rathaus nach bester Trump-Diktion auch gerne als „Sleepy Gerd“ tituliert – zur Verfügung stehen. Allerdings ist der Architekt, der 2025 immerhin 80 Jahre alt wird, eben kein wirklicher Perspektivkandidat. Daher gilt: Im Westen bleibt’s spannend.

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