Hagener Brauchtum

Hagen: Hasper Kirmesfamilie zieht wieder zurück ins UFO

Die Atmosphäre in der Dogan-Arena kann die Hasper Heimat- und Brauchtum-Freunde nicht überzeugen. Im Jahr 2020 wird des Kommers wieder im UFO, also in der Hasper Rundturnhalle gefeiert.

Die Atmosphäre in der Dogan-Arena kann die Hasper Heimat- und Brauchtum-Freunde nicht überzeugen. Im Jahr 2020 wird des Kommers wieder im UFO, also in der Hasper Rundturnhalle gefeiert.

Foto: Alex Talash / WP

Haspe.  Der Hasper Heimat- und Brauchtumverein lädt zum Kirmeskommers 2020 wieder ins Hasper UFO ein. Dafür gibt es durchaus gute Gründe.

Der Versuch, in die launigen Hasper Kirmes-Wochen mit dem Kommers-Abend in der Dogan-Arena zu starten, findet ein jähes Ende, bevor daraus überhaupt eine Tradition erwachsen kann.

Mit der Inthronisierung des neuen Iämpeströters am 6. Juni 2020 kehrt der Hasper Heimat- und Brauchtumverein (HHBV) nach zweijährigem Intermezzo an der Hochofenstraße zurück ins Hasper UFO – also in die zumindest von außen futuristisch illuminierte Rundturnhalle an der Kölner Straße. Das hat der beratende Vorstand des Dachverbandes der Hasper Vereine in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Hintergrund sind sowohl finanzielle als auch atmosphärische Gründe.

Hasper fremdeln mit Ex-Tennishalle

„Bling-Bling mit orientalischem Touch ist nichts für die Hasper“, zieht HHBV-Vizepräsident Thomas Eckhoff einen klaren Schlussstrich unter den Versuch, mit der Traditionsveranstaltung neue Wege gehen und breitere Interessentengruppen ansprechen zu wollen. Viele langjährige Gäste des Heimat- und Showabends seien mit der umgebauten Tennishalle einfach nicht warm geworden, bilanziert der verantwortliche Organisator der Kommers-Abende.

Dem großzügig dimensionierten, schwer zu schmückenden, aber umso intensiver beschallten Saal, in dem bis zu 800 Besucher Platz finden, fehle es an kuschelig-heimeligem Flair, fasst Eckhoff die Reaktionen aus dem Publikum zusammen. Außerdem hätten sich die ausladenden runden Tische unter den strahlenden Kronleuchtern als ungeeignet für kommunikative Tischgespräche entpuppt, und auch der Blick zur Bühne sei von vielen Plätzen nicht optimal. Das lasse sich selbst durch die aufwendigen Kamerabilder auf der stattlichen LED-Wand im Bühnen-Hintergrund kaum kompensieren.

Größere Programmvielfalt im UFO

Aber auch wirtschaftliche Aspekte, so der HHBV-Vizepräsident, hätten zur Rückkehr ins Hasper UFO geführt: Die Kosten für Saalmiete, Service-Team, Technik und Sicherheitspersonal seien in der Dogan-Arena für den HHBV auf Dauer kaum zu stemmen, zumal sich gezeigt habe, dass die Besucherzahl beim Kirmeskommers nur mühsam über die 500-Köpfe-Schwelle hieven lasse. Diese Fan-Gemeinde des ULK-Spektakels (Unsinn, Leichtsinn, Kneipsinn) lasse sich auch im UFO mit einer Kapazität von bis zu 560 Plätzen unterbringen, zumal dort angesichts der Deckenhöhe sich auch spektakulärere Showacts buchen lassen. „Wir müssen im kommenden Jahr ein neues Päckchen schnüren, damit wir die Gäste, die wir verloren haben, wieder zurückbekommen.“ Dabei ist angesichts stetig steigender Künstlergagen nicht auszuschließen, dass der HHBV diesmal auch an der Preisschraube dreht.

Für die Hasper bedeutet die Rückkehr in die Rundturnhalle vor allen Dingen wieder deutlich mehr Arbeit mit dem Auf- und Abbau: Per Lkw müssen für den Kommersabend aus der Karl-Adam-Halle in Vorhalle neben 1000 Quadratmetern Teppichboden und 160 Quadratmetern Tanzparkett auch eine mobile Bühne, 100 Tische sowie 600 Stühle nach Haspe transportiert, abgeladen, auf- und wieder abgebaut sowie nach Vorhalle zurückkutschiert werden. „Diesen Aufwand kriegen wir nur über die entsprechende Manpower gestemmt“, setzt Eckhoff dann wieder auf viele anpackende Hände. Die Stadt Hagen hat ihre Unterstützung für die UFO-Rückkehr bereits signalisiert.

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