Folgen der Energiekrise

Hagen-Helfe: Kein Schwimmen mehr im Warmwasserbecken möglich

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Kinderschwimmen wird in Hagen-Helfe kaum noch angeboten, versichert der Einrichtungsleiter des Helmut-Turck-Zentrums.

Kinderschwimmen wird in Hagen-Helfe kaum noch angeboten, versichert der Einrichtungsleiter des Helmut-Turck-Zentrums.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Das Warmwasserbad im AWO-Pflegeheim in Hagen-Helfe schließt wahrscheinlich Ende des Jahres. Wer das Becken derzeit nutzt.

Die Sorge im Hagener Norden ist groß. Viele Bürger befürchtet, dass das Warmwasserbecken im Helmut-Turck-Zentrum in der Johann-Friedrich-Oberlin-Straße 11-15 in Hagen-Helfe geschlossen wird.

In dem von der AWO betriebenen Pflegeheim wird seit 1975 – damals wurde die Einrichtung eröffnet – die Möglichkeit, in angenehm temperiertem Wasser zu schwimmen, angeboten.

Steigende Energiekosten

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir unser Warmwasserbecken schließen, ist in Anbetracht der weltweit steigenden Energiekosten groß“, räumt Ulrich Goldmann, Einrichtungsleiter des Helmut-Turck-Zentrums, auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Hundertprozentig entschieden sei noch nichts, man befände sich noch in einem Prüfungsprozess, „doch noch im Oktober wird die Entscheidung fallen, da wir in Kürze unsere Jahresplanung für 2023 erstellen“.

Bereich ist chronisch defizitär

Übrigens hätte die AWO in ihren Einrichtungen in ganz NRW in den vergangenen Jahren sämtliche Warmwasserbecken aufgegeben, „der Bereich ist chronisch defizitär“, so Ulrich Goldmann, „in Helfe existiert das letzte Becken“.

Von Bewohnern nicht genutzt

Besagtes Warmwasserbecken hat eine Tiefe von 1,35 Meter und befindet sich im Untergeschoss des Pflegeheimes, allerdings wird es von keinem der insgesamt 134 Bewohnern genutzt. „Unsere Bewohner sind größtenteils alt oder gehandicapt, und die Nutzung durch unsere Bewohner wäre zu personalintensiv“, erläutert Ulrich Goldmann.

Außerdem sei der Besuch eines Warmwasserbades auch nicht durch die Kranken- oder Pflegekasse abgedeckt.

Kinderschwimmen werde schon seit längerem nicht mehr oder kaum noch angeboten. Der Großteil jener, die das Warmwasserbecken nutzen, sind Erwachsene mit einer Verordnung (Rezept) vom Arzt, „sie machen zum Beispiel Aqua Gym bei uns“, sagt Ulrich Goldmann, „und einige Anwohner aus der Nachbarschaft kommen ebenfalls zu uns und bezahlen Eintrittsgeld“.

Mitarbeiter haben Bewohner informiert

Laut Informationen unserer Zeitung wurden die Bewohner des Pflegeheimes bereits vor einiger Zeit vom Personal der Einrichtung darüber informiert, dass das Warmwasserbecken höchstwahrscheinlich Ende Dezember geschlossen wird.

Ein Blick auf andere Bäder bzw. Saunabereiche

Bereits seit Anfang September entfällt der wöchentliche Warmbadetag im Richard-Römer-Lennebad in Hohenlimburg. Um weitere Energie zu sparen, wird ab dem 1. Oktober 2022 im Lennebad die Wassertemperatur um bis zu zwei Grad gesenkt und der Saunabereich wird nicht betrieben.

Im Westfalenbad am Ischeland wird die Wassertemperatur in den Sole- und Warmbecken des Sauna- und Freizeitbereichs bis auf weiteres um bis zu zwei Grad gesenkt.

Ausnahmen sind das Freizeitbecken und der Kleinkinderbereich. Der Whirlpool im Saunabereich steht ebenfalls nicht zur Verfügung.

Die Kelo-Sauna steht den Besuchern nur an den Wochenenden, Feiertagen und in den Weihnachtsferien zur Verfügung, montags bis freitags ist sie geschlossen.

Alle genannten Maßnahmen (beide Einrichtungen werden von Hagenbad betrieben) gelten voraussichtlich bis Mai 2023.

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