Brauchtum in Hagen

Hagen: Iämpeströter-Amt adelt Kirmesaktivist Peter vom Wege

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Trotz Corona ist der Hasper Heimat- und Brauchtum-Verein für 2021 gerüstet. Der Kirmes-Pin ist gestaltet und mit Peter vom Wege (links) als Nachfolger von Thomas Wolter (rechts) auch ein neuer Iämpeströter gekürt.

Trotz Corona ist der Hasper Heimat- und Brauchtum-Verein für 2021 gerüstet. Der Kirmes-Pin ist gestaltet und mit Peter vom Wege (links) als Nachfolger von Thomas Wolter (rechts) auch ein neuer Iämpeströter gekürt.

Foto: Michael Eckhoff / HHBV

Haspe.  Peter vom Wege agiert 2021 als der neue Hasper Iämpeströter – eine Rolle, die im Corona-Jahr eine besondere Herausforderung bildet.

„Wir brennen darauf, endlich wieder mit Ulk, Kirmes und allen anderen Dingen, die zum Hasper Brauchtum gehören, an den Start gehen zu dürfen“, das sagten Jörg Bäcker, der Präsident des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins (HHBV), und Vizepräsident Thomas Eckhoff bereits im Februar im Gespräch mit der Stadtredaktion. Seitdem ist viel Wasser die Ennepe hinuntergeflossen – und immer noch ist nicht absehbar, welche Feiern in diesem Jahr tatsächlich möglich sein werden.

Gleichwohl hat der HHBV jetzt den neuen „Iämpeströter“ vorgestellt. Neben dem Kirmesbauer, dem Kirmesesel und den Wolkenschiebern ist dieser bekanntlich die wichtigste Symbolfigur des Hasper Ulk-Brauchtums. Eigentlich wird er jährlich inthronisiert. Die Ex-Iämpeströter, die den neuen Würdenträger üblicherweise vorschlagen, hatten deshalb auch schon im vergangenen Jahr den Hasper Unternehmer Peter vom Wege „ausgeguckt“. Als Nachfolger von Thomas Wolter hätte er eigentlich auf dem Kirmeskommers im Juni 2020 mit den Insignien der „Hasper Macht“ – Lederschürze, Käppi, Kette, blaues Hemd – ausgestattet werden sollen. Doch die Corona-Pandemie hat seine Inthronisierung verhindert.

„Das ist höhere Gewalt“, dachten die HHBV-Vorständler damals, „da bleibt uns nichts anderes übrig, als die gesamte Prozedur um genau ein Jahr zu verschieben.“ Doch auch 2021 darf kein Kirmeskommers stattfinden. Deshalb kann Peter vom Wege nicht im Juni auf dem üblichen Weg in sein Amt gelangen. Aus diesem Grund wurde Peter vom Wege jetzt zum Mai-Wochenende vor dem Kirmesbauerdenkmal offiziell präsentiert.

Zuwanderer mit Boeler Wurzeln

Der 64-Jährige ist – aus Hasper Sicht betrachtet – ein „Zuwanderer“. Er wuchs in Boele-Helfe auf, wo er auch seine ersten Schuljahre verbrachte. Als er etwa zehn Jahre alt war, zog die Familie vom Wege nach Haspe um. Nach dem Schulbesuch ging’s ab in die Lehre – bei Mercedes Jürgens erlernte er den Beruf des Kfz-Schlossers. Diesem Beruf blieb er aber nicht dauerhaft treu. Stattdessen wechselte er ins Baugewerbe, wo er sich 1987 selbstständig machte. Der Vater von zwei Töchtern und Großvater von vier Enkelkindern ist seit Jahrzehnten im Hasper Brauchtum präsent. So hat er die sehr aktive, rund 20 Personen umfassende Kirmesgruppe „Die fröhlichen Handwerker“ mit aus der Taufe gehoben, ebenso die Hasper „Old Stars“, eine Musiktruppe, die früher im Kirmeszug alljährlich zu hören war.

„Aber,“ so gesteht Peter vom Wege schmunzelnd, „vielen von uns machte zuletzt das Alter ein wenig zu schaffen, schließlich ist es gar nicht so einfach, mit den relativ schweren Instrumenten stundenlang im Zug mitzumarschieren und zu musizieren.“ Im Jahr 2015 hat sich die Musikgruppe, bei der auch Ehefrau Ulrike mit von der Partie war, notgedrungen aufgelöst. Peter vom Wege ist es ein Herzensanliegen, dem Hasper Brauchtum in vielfältigster Weise zur Seite zu stehen, sei es mit finanzieller Unterstützung oder mit fachlichem Handwerker-Know-how. Als Mitglied des HHBV, von Grün-Weiß Haspe, der Blueline-Marchingband und des Schützenvereins Westerbauer ist er so tief im Hasper Vereinsleben verankert, dass die Idee, ihn zum Iämpeströter zu machen, überaus naheliegend war. Als Paginnen an seiner Seite werden Ehefrau Ulrike und die ältere Tochter Stefanie fungieren.

Was nun auf ihn in seiner Funktion als Iämpeströter zukommen wird, ist kaum zu prognostizieren. Er hofft, dass zumindest der vom HHBV-Vorstand geäußerte Wunsch, im September ein kleines Kirmesfest durchzuführen, Realität wird. Ansonsten ist ihm natürlich bewusst, dass er als ein ganz besonderer Iämpeströter in die nunmehr 160-jährige Hasper Ulk-Geschichte eingehen wird.

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