Ziele formuliert

Hagen: Lenne soll als Lebensraum für Tiere verbessert werden

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Die Wehranlage an der Buschmühlenstraße in Hagen. Hier gibt es bisher nur eine kleine Fischtreppe.

Die Wehranlage an der Buschmühlenstraße in Hagen. Hier gibt es bisher nur eine kleine Fischtreppe.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Lennetal.  Die Bezirksregierung Arnsberg listet Ziele auf, um die Lenne als Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu verbessern. Umsetzen müssen Akteure vor Ort

Die Bezirksregierung Arnsberg zeigt sich offen für den Impuls, die Fischtreppe der Wehranlage in der Buschmühlenstraße neu in den Blick zu nehmen. Wegen der komplexen Standort- und Gewässersituation bis zur Einmündung der Lenne in die Ruhr seien dabei vertiefte Voruntersuchungen erforderlich. „An der Wehranlage Buschmühle ist ein eingeschränkt funktionstüchtiger Fischaufstieg vorhanden“, so eine Sprecherin auf Anfrage. „Insofern begrüßt die Bezirksregierung grundsätzlich den Impuls von Nabu und Umweltamt, die Durchgängigkeit für die Gewässerfauna an diesem Standort herzustellen.“

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Fischtreppe am Wehr

Zurzeit stehen Wehranlage und Kraftwerk Buschmühle der Wanderung von Fischen, die von der Ruhr aus gegen die Strömung weiter in die Lenne ziehen, entgegen. Der Naturschutzbund spricht sich daher für einen Fischaufstieg über den Obergraben aus. Auch das Umweltamt hält den Bau einer Fischaufstiegs-/ Fischabstiegsanlage an der Turbine des Wasserkraftwerks Buschmühle für sinnvoll, ebenso wie eine Verbesserung der Fischaufstiegsanlage an der Wehranlage. Dabei greift das Thema letztlich über das Hagener Stadtgebiet hinaus, zieht sich die Lenne doch zwischen der Mündung in der Ruhr und der Quelle bei Winterberg über Kreisgrenzen hinweg.

Ziele bis 2030er

Die Bezirksregierung verweist hier auf den Bewirtschaftungsplan und das Maßnahmenprogramm, dass alle sechs Jahre Infos über die hiesigen Gewässer zusammenführt und Qualitätsziele formuliert. Die aktuellen Planwerke für NRW sind Ende vergangenen Jahres in Kraft getreten. „Vorher hatten alle, auch die Naturschutzverbände, ein halbes Jahr Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen“, so Anna Carla Springob, Sprecherin der Bezirksregierung Arnsberg.

Das aktuelle Maßnahmenprogramm legt Ziele fest, die bis in die 2030er-Jahre umgesetzt werden sollen. „Unter anderem sind an der Lenne Maßnahmen notwendig, die die Lebensräume für Tiere und Pflanzen verbessern.“

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Entwicklungskonzept entworfen

Entlang des 125 Kilometer langen Flusses seien dafür die zwölf anliegenden Kommunen verantwortlich. Um die Kommunen zu unterstützen und für die Lenne ein abgestimmtes Vorgehen zu erleichtern, sei unter Leitung der Bezirksregierung Arnsberg schon vor zirka 15 Jahren ein Entwicklungskonzept für die ganze Lenne erarbeitet worden. „Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm sind allerdings nur für die Behörden verbindlich.“ Diese müssten oft die Maßnahmen im Rahmen ihrer Entscheidungen etwa über Abwassereinleitungen oder nachträgliche Anforderungen an Anlagen gegenüber deren Betreibern durchsetzen.

Akteure vor Ort gefragt

Umgesetzt werden sollen die Maßnahmen von den verschiedenen relevanten Akteuren vor Ort, sprich den Kommunen und Wasserverbänden, den Betreibenden von Anlagen am Fluss, der Landwirtschaft und Straßenbaulastträgern sowie den Industriebetrieben, die Abwasser über eigene Kläranlagen in das Gewässer einleiten.

„Steckbriefe“ der Flüsse unter www.flussgebiete.nrw.de.

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