Kultur

Hagen: Muschelsalat soll in Sportstadien stattfinden

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Dicht gedrängte Besucher, die 2019 das Muschelsalat-Spektakel am Hohenhof verfolgen. In diesem Jahr muss jedoch alles anders werden.

Dicht gedrängte Besucher, die 2019 das Muschelsalat-Spektakel am Hohenhof verfolgen. In diesem Jahr muss jedoch alles anders werden.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Die Hagener Muschelsalatretter zeigen sich solidarisch mit den Künstlern und unterstützen die Veranstaltungen mit 24.000 Euro für zwei Jahre.

„Wir Muschelsalatretter ermöglichen, dass Menschen Kultur erleben können – auch in Corona-Zeiten!“ Nicole Schneidmüller-Gaiser, frisch bestätigte erste Vorsitzende der Muschelsalatretter, freut sich über das Votum der Mitglieder auf der ersten digitalen Jahreshauptversammlung in der Geschichte des Fördervereins. Insgesamt bewilligten sie 24.000 Euro für die Muschelsalat-Spielzeiten 2021 und 2022 – vorausgesetzt, diese können stattfinden.

Zuvor hatte Astrid Jakobs, Leiterin des Kulturbüros, die Mitglieder mit hineingenommen in die Planungen für diesen Sommer. „Wir wissen natürlich nicht, wie sich die Pandemie entwickelt – aber wir wollen der Kultur Perspektiven bieten.“ Dazu wurden in den vergangenen Wochen alternative Spielstätten begutachtet – schließlich einigten sich die Verantwortlichen darauf, alle Veranstaltungen in Sportstadien durchzuführen. „Sie sind groß genug, ermöglichen getrennte Ein- und Ausgänge und feste Sitzplätze“, erläutert Jakobs die Überlegungen, weiß aber auch: „Es wird eine andere Kultursaison als wir sie gewohnt sind und liebgewonnen haben.“

Wenn die Corona-Schutzverordnungen es zulassen, soll die Muschelsalat-Saison am 7. Juli im Ischelandstadion mit einem Auftritt des „Wall Street Theatre“ beginnen; es folgen im Juli drei Odyssee-Konzerte mit Weltmusik und eine weitere Veranstaltung in der Kampfbahn Boelerheide (11.8.), eine Veranstaltung in der Bezirkssportanlage Helfe (4.8. - NN-Theater) und das Finale am 18. August in der Bezirkssportanlage in Haspe.

Solidarität war immer die Grundidee der Muschelsalatretter

„Solidarität war immer die Grundidee der Muschelsalatretter – mit den Künstlern und mit denen, die sich Kultur nicht leisten können“, betont Nicole Schneidmüller-Gaiser. Diese Solidarität heißt in diesem besonderen Jahr auch Solidarität mit heimischen Künstlern – darum freuen sich die Muschelsalatretter besonders auf den Auftritt des heimischen Theaters an der Volme. Dario Weberg soll die Abschlussveranstaltung unter dem Motto „Ein Abend mit Hagenern“ im Westen der Stadt gestalten.

Unklar ist noch, wie viele Zuschauer jeweils zugelassen werden können; damit möglichst viele Hagener in den Genuss der lange vermissten Kultur kommen können, werden alle Veranstaltungen außer den drei Odyssee-Konzerten pro Abend zweimal nacheinander aufgeführt. „Vielleicht können wir nur 100 Besucher reinlassen, vielleicht dürfen 300 rein“, können Astrid Jakobs und die für das Programm zuständige Heike Wahnbaeck jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nur vermuten. „So können wir das Doppelte an Besuchern bedienen.“

Spontaner Besuch nicht möglich

Ein spontaner Besuch beim Muschelsalat, wie ihn viele Gäste schätzen, wird nicht möglich sein: Eine vorherige Anmeldung ist obligatorisch und wird über ein Online-Ticketsystem organisiert. Über allem schwebt weiter die Pandemie – darum wird in diesem Jahr auch kein Programmheft produziert. Interessierte sollten die aktuellen Pressemitteilungen der Stadt in den Tagesmedien, im Internet und die News auf der Facebook-Seite der Muschelsalatretter beachten. Neben der Zusage, den Muschelsalat 2021 mit 12.000 Euro zu unterstützen, stimmte die Mitgliederversammlung auch zu, bereits jetzt weitere 12.000 Euro für den Muschelsalat 2022 in Aussicht zu stellen. Birgit Buchholz, zweite Vorsitzende, erklärt: „So wollen wir dem Kulturbüro Planungssicherheit geben – und wir hoffen natürlich darauf, dass wir dann wieder einen Muschelsalat in der gewohnten Form erleben dürfen.“

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde der Vorstand für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Ihm gehören neben Nicole Schneidmüller-Gaiser und Birgit Buchholz (1. und 2. Vorsitzende) noch Petra Gutowski, Patricia Benthien, Nicole­ Völkel, Axel Gaiser und Andreas Marx an.

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