Justiz

Hagen: Muss der Automatensprenger von Boele in Haft?

Die Täter sprengten einen Geldautomaten der Deutschen Bank in die Luft.

Die Täter sprengten einen Geldautomaten der Deutschen Bank in die Luft.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Boele.  Der Geldautomaten-Sprenger von Boele bleibt entweder für Jahre im Gefängnis oder verlässt als freier Mann das Gericht. Urteil soll heute fallen.

Gesprengt, gejagt, geschnappt - und heute am frühen Nachmittag vielleicht auch verurteilt. Der angeklagte Geldautomaten-Sprenger (35) von Boele bleibt entweder für Jahre im Gefängnis oder er wird überraschend haftverschont und verlässt als freier Mann den Gerichtssaal (wie es zumindest sein Verteidiger gefordert hat).

Ob es tatsächlich dazu kommt, wird um 14.30 Uhr die Große Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Christian Hoppe mit Urteil verkünden.

371.680 Euro erbeutet

Durch einen gewaltigen Knall waren die Anwohner der Schwerter Straße in Boele am 24. April aus dem Schlaf gerissen worden. Gegen vier Uhr morgens hatten drei Täter einen Geldautomaten der Deutschen Bank in die Luft gesprengt und zunächst 371.680 Euro erbeutet.

Doch die Tat ging schief: Ein Hagener Zeitungsbote rammte das Fluchtfahrzeug , der Polizei gelang es später, den Audi in Höhe von Wuppertal auf der Autobahn zu stoppen und die Beute zurückzuerlangen.

Zwei unbekannte Mittäter, die zu Fuß vom Tatort geflüchtet waren, konnten bis heute nicht ermittelt werden. Der durch die Sprengung entstandene Schaden am Gebäude der Bank soll sich auf rund 100.000 Euro belaufen.

Bande aus den Niederlanden

Sie gehören, wie der derzeit Angeklagte, zur sogenannten „Audi-Bande“ - einer Tätergruppierung aus den Niederlanden: Deren Mitglieder sind schon seit Jahren als Geldautomaten-Sprenger in ganz NRW gefürchtet.

Es handelt sich um Männer mit zumeist marokkanischen Wurzeln, die in Utrecht aufgewachsen sind und einen niederländischen Pass besitzen. Bei der Anreise zu ihren Tatorten nutzen sie bevorzugt Audis - daher der Name der Bande.

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