Gericht

Hagen: Nach Raub bei Juwelier – Mutter nicht mehr in Haft

In diesem Juwelier-Geschäft in Hagen ist Ende Oktober der Betreiber brutal zusammengeschlagen worden. Der Täter bleibt in U-Haft. Seine Frau, die Schmiere stand, kommt frei.

In diesem Juwelier-Geschäft in Hagen ist Ende Oktober der Betreiber brutal zusammengeschlagen worden. Der Täter bleibt in U-Haft. Seine Frau, die Schmiere stand, kommt frei.

Foto: Alex Talash

Hagen.  Bei einem brutalen Überfall auf einen Juwelier in Hagen stand eine dreifache Mutter Schmiere. Jetzt kommt sie aus der Haft frei.

Der brutale Raubüberfall auf einen türkischen Juwelier in Hagen: Durch mindestens 35 wuchtige Pistolen-Schläge auf den Kopf war der Schmuckhändler (57) am 28. Oktober in seinem Geschäft an der Berliner Straße schwerverletzt und blutüberströmt zusammengebrochen. Nur wenige Stunden später konnte die Polizei ein tatverdächtiges Ehepaar festnehmen.

Doch seit gestern befindet sich die Frau (26), die während des Überfalls vor mit einem Kinderwagen und drei Monate altem Baby vor der Eingangstür wartete, überraschend auf freiem Fuß. „Der dringende Tatverdacht für einen schweren Raub konnte nicht positiv festgestellt werden“, sagt ihr Verteidiger Philippos Botsaris. „Deshalb hat die Haftrichterin den Haftbefehl mit Auflagen außer Vollzug gesetzt.“

Ehemann hat seine Frau entlastet

Nach 14 Tagen Untersuchungshaft umarmte die dreifache Mutter, mit Tränen in den Augen, überglücklich ihre Eltern, die auf dem Gerichtsflur warteten. Zu dritt verließen sie das Gerichtsgebäude. Dass die Frau überhaupt frei kam, hat sie ihrem Ehemann (35) zu verdanken.

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Der Gatte, der von Anwalt Ihsan Tanyolu (Dahl) verteidigt wird, hatte eine Stunde zuvor gegenüber derselben Haftrichterin ein Geständnis abgelegt: Er hätte mit der Schreckschuss-Pistole auf den Juwelier eingeschlagen. Doch damit hätte seine Frau, die von der Waffe angeblich nichts wusste, jedenfalls nicht rechnen können.

Aus Trickdiebstahl wird brutaler Raub

Denn ursprünglich sei gar kein Raubüberfall, sondern lediglich ein Trickdiebstahl geplant gewesen. Als seine Frau mit dem Baby vor dem Juweliergeschäft „Schmiere stand“, konnte sie nicht ahnen, dass drinnen eine brutale Bluttat stattfand. Die Haftrichterin glaubte das offenbar. Der Hauptbeschuldigte bleibt jedoch weiterhin wegen schweren Raubes in Untersuchungshaft.

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