Sanierungen

Hagen: Neuer Eigentümer verspricht Mietern mehr Wohnqualität

Eines der Wohnhäuser an der Mozartstraße in Hohenlimburg. „Belvona“ hat nach eigener Aussage eine „100-prozentige Mieterzufriedenheit“ zum Ziel.

Eines der Wohnhäuser an der Mozartstraße in Hohenlimburg. „Belvona“ hat nach eigener Aussage eine „100-prozentige Mieterzufriedenheit“ zum Ziel.

Foto: Volker Bremshey / Westfalenpost

Hohenlimburg.  Die „belvona GmbH“ übernimmt vier wuchtige Hochhäuser in Hohenlimburg und verspricht Sanierungen. Der erste Eindruck von Mietern ist positiv

Das war zuletzt eine große Überraschung für die Bewohner der vier Wohnsilos (176 Wohnungen) an der Mozartstraße 17 bis 23. Denn da teilte ihnen die „belvona GmbH“ aus Düsseldorf mit, dass sie die vier wuchtigen Hochhäuser übernommen habe. Aus diesem Grund sollen neue, sprich bessere, Zeiten für die Mieter beginnen. Diese waren insbesondere in den zurückliegenden vier Jahren vom Vorbesitzer wahrlich nicht verwöhnt worden. Immer und immer wieder hatte es Klagen der Mieter gegeben. Speziell über die maroden Aufzugsanlagen, die teilweise mehrere Monate ausgefallen waren, so dass in erster Linie die Bewohner mit Handicap oder auch die älteren Mieter in ihren vier Wänden „gefangen“ und auf die Hilfe von Verwandten oder Freunden angewiesen waren. Doch diese Missstände sollen zukünftig nicht mehr auftreten.

Das jedenfalls verspricht „belvona“-Gesellschafter Frank Krienen mit seinem Team. Davon zeugen auch große Plakate, die im Hausflur ausgehängt worden sind. So werde es zukünftig einen Ansprechpartner für persönliche Anliegen und Wünsche geben, gepflegtere Außenanlagen, schön gestrichene Treppenhäuser und Kellerräume. Um diese Ziele umzusetzen, solle es Mietersprechstunden, regionale Mieterarbeiter und sogar Sozialarbeiter geben.

„Mieterzufriedenheit ist auch Chefsache“

Und wenn alles nichts nutze, sei er, so Frank Krienen, Ansprechpartner für jeden. „Mieterzufriedenheit ist auch Chefsache.“ Und die ersten Eindrücke sind für die Mieter überaus positiv. „Vor kurzem sind zehn Gartenarbeiter angerückt und haben die Grünanlagen gesäubert; drei weitere haben die Flure gewischt. So etwas habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt“, berichtet Horst Kister (85), der vor 47 Jahren, nämlich 1973, eingezogen ist und deshalb zu den ersten Mietern der damaligen Hoesch-Wohnungsbau-Gesellschaft gehört.

Angesichts der zuletzt für ihn unhaltbaren Zustände hat er vor einigen Monaten den Mietvertrag gekündigt und zum 1. November in Elsey eine neue Wohnung gefunden. „Das war vielleicht zu früh. Aber es konnte ja niemand wissen, dass der Eigentümer aus Niedersachsen die Häuser verkauft.“ Denn eigentlich bedauert er es, künftig nicht mehr die unschlagbar schöne Aussicht genießen zu können. „Ich kann aus dem zehnten Stock bis zur Hohensyburg blicken.“

Sanierungen geplant

Angenehm überrascht vom neuen Eigentümer zeigt sich auch Enrah Zengin aus dem Haus Nummer 19. „Die ,belvona-Mitarbeiter’ sind durch alle Wohnungen gegangen und haben vorhandene Mängel notiert.“ Und das aus gutem Grund. „Wir wollen eine 100-prozentige Mieterzufriedenheit haben“, versichert Frank Krienen im Gespräch mit dieser Zeitung. „Und dazu werden wir die Wohnungen sanieren.“

So soll zunächst an der Mozartstraße 17 eine Musterwohnung angelegt werden. Komplett möbliert. Das wird innerhalb der kommenden vier Wochen geschehen, damit sich Mietinteressenten anschauen, wie ihre Wohnung einmal aussehen könnte. Gleichzeitig soll der Property-Manager Patrick Hellkuhl täglich vor Ort sein, um sich den Sorgen der Mieter anzunehmen. Krieger: „Viele Probleme können wir nicht vom Schreibtisch erkennen. Wir schauen uns die Dinge an.“ Und wenn zu einem späteren Zeitpunkt deutlich wird, dass Mieter die Sanierung der Häuser und damit die geschaffene Wohnqualität nicht wertschätzen, „werden wir uns von diesen Pappenheimern trennen. Schließlich sind die Hausmeister täglich vor Ort.“

Müssen die Mieter angesichts der geplanten Investitionen, deren Höhe aktuell noch nicht zu beziffern ist, auch mit Mieterhöhungen rechnen? „Das hängt letztlich vom Zustand der Gebäude ab. Unser Quadratmeterpreis liegt derzeit bei 4,71 Euro“, so Krienen, der nicht verhehlt, dass das irgendwann ein Thema sein könne. Aber zunächst gelte es mal, die Ziele zu realisieren. „Das machen wir mit viel Herzblut.“

Rund 3000 Wohnungen im Bestand

Die „belnova GmbH“ besitzt aktuell rund 3000 Wohnungen. Primär in Nordrhein-Westfalen.

In Wuppertal und in Hagen hat das Düsseldorfer Unternehmen Häuser erworben, welche die Altro Mondo betreut hat: an der Freiherr-vom-Stein-Straße und an der Johann-Gottlieb-Fichte-Straße.

Das Unternehmen plant zukünftig in den Wohnquartieren mit einem Mieterbeirat. Dieser soll den Mietern die Möglichkeit geben, das Geschehen in ihren Häusern aktiv mitzugestalten.

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