Jugendkriminalität

Hagen: Nur geringe Folgen für die Einbrecher-Kinder

17. Juli in Hagen: Nach einem Einbruch in eine Wohnung flüchten die beiden Einbrecher-Kinder, eines springt in die Volme und versteckt sich, doch die Polizei greift zu,

17. Juli in Hagen: Nach einem Einbruch in eine Wohnung flüchten die beiden Einbrecher-Kinder, eines springt in die Volme und versteckt sich, doch die Polizei greift zu,

Foto: Alex Talash

Hagen.  Was ist aus den Kindern (12,14) geworden, die in Hagen nach einem Einbruch geschnappt wurden? Es gab ein Urteil, doch die Opfer sind enttäuscht.

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Dieser Fall hatte für Aufsehen gesorgt. Nicht nur, weil die Polizei einen der Täter im Flussbett der Volme erwischt hatte, sondern noch viel mehr, weil die beiden Einbrecher noch Kinder waren. 12 und 14 Jahre alt waren die beiden Jungen, die am 17. Juli in eine Wohnung am Elbersufer in der Innenstadt eingedrungen waren, sämtliche Schränke durchwühlt und mehrere Geldbörsen mitgenommen hatten, während die drei Bewohner schliefen. Die waren schockiert nach der Tat. Was ist aus dem Fall geworden?

Strafrechtlich, das war ganz schnell nach der Tat klar, würde der Fall trotz aller Empörung keine großen Folgen haben. Der Zwölfjährige war noch gar nicht strafmündig, selbst das Jugendstrafrecht zog hier nicht. Anders bei dem anderen Jungen. Er war zur Tatzeit gerade einmal zwölf Tage lang 14 Jahre alt und damit soeben strafmündig.

Beide Jungen waren bei der Polizei schon bekannt

Gegen ihn wurde ermittelt, es gab auch bereits im August eine Verhandlung vor dem Jugendgericht. Das Verfahren wurde aber schließlich eingestellt. Als Auflage muss der 14-Jährige 40 Stunden Helferdienst ableisten. Beide waren schon vor der Tat am Elbersufer bei der Polizei wegen Laden- und Taschendiebstahls aufgefallen – allerdings noch nicht wegen einer solch massiven Straftat wie einem Einbruch.

Bei den Betroffenen führte der Ausgang des Verfahrens zu Kopfschütteln. „Ich habe weiter Ärger mit dem Fall, es ist immer noch nicht alles mit den Bankkarten geklärt“, sagt die 74-Jährige, die mit ihren zwei erwachsenen Kindern in der Erdgeschosswohnung lebt, im Gespräch mit der WESTFALENPOST. Die Folgen für die jugendlichen Einbrecher sind in ihren Augen zu lasch: „Das hätten meine Kinder damals mal machen sollen.“ Der Einbruch hatte sie damals tief erschüttert: „Ich bin fix und fertig“, hatte sie im Juli zitternd kurz nach der Tat unserer Zeitung berichtet.

Jugendamt hat Familien zu Gesprächen eingeladen

Das städtische Jugendamt und die Jugendgerichtshilfe sind inzwischen auch tätig geworden. Allerdings nicht gleich nachdem, der Fall im Juli für Schlagzeilen gesorgt hatte, sondern erst durch die Anklage der Staatsanwaltschaft, die sehr schnell schon im August erhoben wurde. „Die Familie wurde umgehend mit einem Schreiben in die Dienststelle „Erziehungshilfen“ eingeladen“, so Stadtsprecherin Clara Berwe. „Im September fand ein Gespräch mit dem Jugendlichen und den Eltern statt. Die Eltern wurden auf ihre Pflichten als Sorgeberechtigte – auch im Hinblick auf Ausgehzeiten von Jugendlichen – hingewiesen.“ Als Dolmetscher habe ein weiteres Mitglied der rumänischen Familie gedient.

Auch bei dem strafunmündigen Zwölfjährigen sei man tätig geworden, das sei allerdings schwieriger gewesen. Die Eltern seien durch den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) im Fachbereich Jugend und Soziales mit einem Schreiben auf das bestehende Beratungsangebot hingewiesen worden, so Clara Berwe. „Da die Familie nicht reagierte, wurde der ASD aufsuchend tätig.“ Auch der so genannte Fachdienst für Prävention und Sozialraummanagement sei miteinbezogen worden, um unmittelbar vor Ort mit Unterstützungsangebote beraten zu können.

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