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Hagen: Rewes Abholservice im Test – Wocheneinkauf in Minuten

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Der Einkauf wird per App zusammengestellt. Der vorgepackte Einkaufskorb wird dann nur noch an der Abholstation abgeholt.

Der Einkauf wird per App zusammengestellt. Der vorgepackte Einkaufskorb wird dann nur noch an der Abholstation abgeholt.

Foto: Mike Fiebig / Westfalenpost

Eckesey.  Lebensmittel per App vorbestellen und vor Ort den vorgepackten Einkaufskorb abholen. Ein seltener Einkäufer hat das Modell in Hagen getestet.

Meine Frau schickt mich nicht einkaufen. Das hat Gründe. Es wird immer etwas fehlen. Oft auch ein bestimmtes Produkt, zu dem man besser keine Alternative besorgt. Ich benötige auch schlicht zu viel Zeit und verzettele mich in einer Art Stöberei danach, was es sonst noch so gibt, um am Ende doch das Immergleiche im Einkaufswagen liegen zu haben. Weil ich selten einkaufe, habe ich auch den Preisblick bei Lebensmitteln verloren und erkenne Angebote nicht. Erfahrene Einkäufer holen keinen Kopf Eisbergsalat für 1,80 Euro. Am Montagabend aber war ich nach 15 Minuten fehlerfrei wieder daheim. Weil ich einen Service genutzt habe, den es ohne Pandemie wohl noch nicht geben würde.

Hinter der Pressemitteilung von Rewe schien zunächst nicht mehr zu stecken als bloße Werbung. Bis wenige Tage später privat aus vielen Richtungen Tipps per Whatsapp kursierten, den dortigen Service an der Schwerter Straße zu nutzen. Einkaufen per Abholung und vorbestellt per App. Klingt sperrig, ist, wie der Test zeigt, aber viel effizienter.

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Meine Frau tippte in der Rewe-App bereits am Vorabend den Einkauf zusammen. Sehr praktisch: Die App zeigt Lebensmittel in Produktkategorien an. Dazu Angebote und Preise. Findet man etwas nicht, tippt man es in den Suchschlitz ein. Hat man alles, was man braucht, sendet man die Bestellung und sie kann am gewünschten Abholtag vorgepackt in einem Zeitfenster von zwei Stunden abgeholt werden.

Kein Mindestbestellwert

Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, aber eine Servicegebühr von zwei Euro. Pfand für den Plastik-Einkaufskorb: acht Euro. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: Losgefahren in Boele, Ankunft an der Filiale, Waren-Abholung mit Bezahlen vor Ort und Rückfahrt nach Hause: 15 Minuten etwa. Dazu der Satz, der beim Einzug in die Küche so klang, als wenn es selbstverständlich wäre: „Ich war einkaufen.“

Tatsächlich ist der Service für den Kunden, der vielleicht in der Pandemie auch Bedenken hat, große Lebensmittelgeschäfte zu betreten, eine Zeiterleichterung. Für die Unternehmen selbst möglicherweise eine logistische Herausforderung.

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Hochbetrieb an Abholstation

Der Service wird laut einer Rewe-Sprecherin sehr gut angenommen. An dem Tag, an dem allein ich meine Einkäufe abgeholt habe, herrschte an der Abholstation, an der ein großer Kühlschrank steht und Rollwagen mit den vielen gepackten Einkaufskörben, Hochbetrieb. Es soll sogar Kunden geben, die im höheren dreistelligen Euro-Bereich hier Einkäufe tätigen. Auch die Produkte aus der Frische-Theke liegen bereits zusammengepackt vor.

In Hagen war die Filiale an der Schwerter Straße zunächst die erste, die den Service bot. Mittlerweile geht es auch in der Filiale an der Enneper Straße. Wer seine Hagener Postleitzahl in die App eintippt, bekommt beide Filialen angezeigt.

Zum Fazit des Tests gehört nicht nur, dass der Einkauf schneller, bequemer und kontaktfreier verläuft. In gewisser Weise auch bewusster, weil man in der App gezielter nach Lebensmitteln sucht und nicht durch oft viel zu volle Regalgänge rollt, in denen Einkaufende, die das mal reflektieren, vor Augen geführt bekommen, welchen Überfluss an Nahrungsmitteln es für in Mitteleuropa lebende Menschen ganz einfach gibt.

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Edeka Westerhoff hatte den Abholservice ausprobiert

In Hagen bieten mehrere Lebensmittelgeschäfte Lieferservice an. Beispielsweise Edeka Westerhoff in Boele. Allerdings muss der Kunde den Einkauf zuvor vor Ort gemacht haben, ehe ein Edeka-Mitarbeiter ihn nach Hause transportiert. Den Abholservice (Körbe packen und bereitstellen), so heißt es von der Marktleitung, habe man im vergangenen Jahr ausprobiert. Bis zu 50 Einkaufskörbe seien das am Tag gewesen, was die Kapazitäten ganz einfach überstiegen hätte. Deswegen besinne man sich weiter auf den Einkauf vor Ort.

Meine Frau hat derweil beschlossen, dass diese Einkaufstour keine Eintagsfliege war. Das nächste Abholfenster werde so gelegt, dass ich den Einkauf nach der Arbeit einfach einsammele. Es liege auf dem Weg und sie müsse nicht los.

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