Corona

Hagen: Soldaten werden woanders dringender gebraucht

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Die Stadt Hagen forciert die Impfkampagne. Auf dem Weihnachtsmarkt steht ein Impfzelt.

Die Stadt Hagen forciert die Impfkampagne. Auf dem Weihnachtsmarkt steht ein Impfzelt.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die Stadt Hagen wird in der vierten Corona-Welle wohl keine Unterstützung von Soldaten der Bundeswehr erhalten.

Die Inzidenz steuert in Hagen immer weiter auf die 300er-Marke zu, mit 863 aktuell bestätigten Fällen liegt die Zahl der Infizierten höher als im November des letzten Jahres. Dr. Anjali Scholten, Leiterin des Gesundheitsamtes, betont: „Der große Unterschied zum letzten Winter ist die Tatsache, dass wir uns mittels der Impfung vor einem schweren Verlauf schützen können. Von daher ist die aktuelle Welle definitiv nicht schlimmer im Vergleich zum Vorjahr.“

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Unterstützung bei der Kontaktnachverfolgung von der Bundeswehr bekommen. Und auch jetzt muss die Stadt wieder Personal aufstocken, um mit der Arbeit hinterherzukommen: „Die Kontaktnachverfolgung bindet wieder deutlich mehr Personal ins Gesundheitsamt, so dass wir angesichts der aktuellen Entwicklung bei den Infektionszahlen dabei sind, personell aufzustocken. Aktuell versuchen wir, noch am selben Tag eingehende Meldungen vorab telefonisch zu kontaktieren“, gibt Frau Scholten Einblicke.

Hohes Arbeitsaufkommen

Bis aber eine vollständige Bearbeitung erfolgt sei, könnten angesichts des Arbeitsaufkommens auch zwei Tage vergehen. ,,Unterstützung durch die Bundeswehr hätten wir gerne wieder angefordert. Angesichts der in anderen Bundesländern höheren Inzidenzen wurde uns aber wenig Erfolg in Aussicht gestellt“, so Scholten weiter.

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Derweil will die Stadt das Impfangebot ausbauen, um nicht nur der Nachfrage nach Booster-Terminen nachzukommen, sondern auch, weil die Zahl der Erstimpfungen — zuletzt war sie stetig gesunken, die Impfzentren wurden geschlossen — wieder steigt: „An klare Impfgegner kommen wir nicht ran. Mit Blick auf die Intensivstationen sehen wir immer wieder schwere bis letale Verläufe bei Ungeimpften“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Aber in den Aufklärungsgesprächen werde dem Internetwissen mehr Glauben geschenkt als Medizinern, die täglich mit diesen Fällen zu tun hätten: „Bei den letzten Impfaktionen betrug der Anteil an Erstimpfungen allerdings knapp 30 Prozent – das ist ein Grund zur Freude.“

Termine weitgehend ausgebucht

Immerhin liegt die Impfquote bei den Erstimpfungen in Hagen bei mittlerweile mehr als 74, die Quote bei den Zweitimpfungen bei beachtlichen 72 Prozent. Mit Blick auf die Booster-Impfungen zeichnet sich allerdings ab, dass auch Hagen noch einen langen Weg vor sich hat: Gerade einmal 5,8 Prozent der Hagener haben bislang ihre Auffrischungsimpfung erhalten.

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