Nachruf

Hagen trauert um einstigen Oberstadtdirektor Freudenberger

Der ehemalige Hagener Oberstadtdirektor Dietrich Freudenberger ist im Alter von 77 Jahren verstorben.

Der ehemalige Hagener Oberstadtdirektor Dietrich Freudenberger ist im Alter von 77 Jahren verstorben.

Foto: WP

Hagen.  Im Alter von 77 Jahren ist der letzte Hagener Oberstadtdirektor Dietrich Freudenberger gestorben.

Er wurde gleichermaßen geschätzt für seinen scharfen Verstand, seinen feinen Humor und seine Fertigkeiten als kluger Stratege. Von 1979 an wirkte er mehr als 17 Jahre in der Stadtverwaltung der Volmestadt, stand die letzten sieben Jahre bis Ende 1996 an ihrer Spitze: der ehemalige Hagener Oberstadtdirektor Dietrich Freudenberger ist am vergangen Freitag im Alter von 77 Jahren in der Nachbarstadt Dortmund verstorben.

Am 2. November 1942 in Berlin-Lichterfelde geboren, zog es Dietrich Freudenbergers Familie bereits drei Jahre später auf den elterlichen Hof mütterlicherseits nach Dortmund zurück. Da der eigentliche Erbe im Krieg gefallen war, musste sein Vater den Hof kurzfristig übernehmen. Nach seinem Abitur studierte Dietrich Freudenberger ab 1963 Jura in Freiburg, Berlin und Münster und schloss sich bereits während dieser Zeit politisch der SPD an.

Verwaltung statt Journalismus

Seinen ursprünglichen Berufswunsch – Journalist zu werden wie sein Vater – änderte er nach dem ersten Staatsexamen. Als Referendar im Rechtsamt des Kreises Unna erlebte er nach eigenem Bekunden die „Scharnierfunktion“ der Verwaltung zwischen Politik und deren konkreter Umsetzung. Der Weg hin zu einer Verwaltungslaufbahn war geebnet. Nach dem zweiten Staatsexamen wirkte Freudenberger von 1972 an zunächst für drei Jahre als Richter in der für Bau- und Planungsrecht zuständigen Kammer des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen, ehe er 1975 in den Planungsstab des Dortmunder Oberstadtdirektors wechselte, wo er sich unter anderem um Fragen der Organisation und des Personalwesens kümmerte.

Zum 1. Mai 1979 wechselte der Jurist als neuer Personaldezernent zur Hagener Verwaltung. Er widmete sich dem Auf- und Ausbau einer breiten Aus- und Weiterbildung für die städtischen Mitarbeiter und forcierte massive die technische Ausstattung im Rathaus. Sein intensiver Einsatz zur Bekämpfung der katastrophalen Finanzsituation der Stadt Anfang der 1980er Jahre brachte ihm zudem den Ruf des Spardezernenten ein.

Abschaffung der Doppelspitze

Als Nachfolger von Dr. Klaus Müller erklomm Dietrich Freudenberger schließlich zum 1. Januar 1990 als Oberstadtdirektor den Chefsessel der Hagener Verwaltung. Ein Amt, das er mit viel Leidenschaft bis zur Abschaffung der sogenannten Doppelspitze (Oberstadtdirektor/ Oberbürgermeister) in Nordrhein-Westfalens Rathäusern bis zum 31. Dezember 1996 ausübte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst der Stadt Hagen war Dietrich Freudenberger unter anderem in verschiedenen Führungspositionen beim Essener RWE-Konzern tätig, ehe er 2005 zum alleinigen Geschäftsführer der Abfallgesellschaft Ruhr (AGR) bestellt wurde. Ein Aufgabe, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand Ende 2009 wahrnahm.

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