Engagement

Hagen: Überraschung bei der Verleihung der Motions Awards

Verleihung des Motions Awards 2019 in Hagen. Die Auszeichnungen nahmen in Empfang Veronika Hoesch (BiWaG e.V.), Kirsten Fischer, Margarita Kaufmann, Dr. Birgit Schulte (alle Hagener Impulse), Peter Mervelskemper und  Ilona Ladwig-Henning (Luthers Waschsalon). 

Verleihung des Motions Awards 2019 in Hagen. Die Auszeichnungen nahmen in Empfang Veronika Hoesch (BiWaG e.V.), Kirsten Fischer, Margarita Kaufmann, Dr. Birgit Schulte (alle Hagener Impulse), Peter Mervelskemper und Ilona Ladwig-Henning (Luthers Waschsalon). 

Foto: Matthias Kaiser / Unternehmer Rat Hagen

Hagen.  Ein großes gesellschaftliches Ereignis: In Hagen wurden die „Motions Awards“ für bürgerschaftliches Engagement verliehen. Hier die Preisträger.

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Ein bisschen Glamour, viel Emotionen und zwei völlig überraschte Preisträger: Die Verleihung des Motions Awards - eine Auszeichnung, die der Unternehmer Rat Hagen initiiert hat - ist inzwischen zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden: Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – insgesamt 110 Gäste – waren in das Restaurant Enotria Vino mit seinem historischen Weinkeller gekommen.

Doch neben den „Promis“ waren die die Hauptdarsteller des Abends, die eben dieses bürgerschaftliche Engagement gezeigt und dafür mit den „Motions Awards“, die in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen worden sind, ausgezeichnet wurden.

Drei Institutionen und Initiativen werden ausgezeichnet

Und das sind die Preisträger in diesem Jahr:

Luthers Waschsalon: Vorstellen muss man diese Einrichtung vielen sicherlich nicht mehr, sie ist in zwei Jahrzehnten zur Institution geworden. Doch die Anlaufstelle für wohnungslose und bedürftige Menschen, die dort ein Frühstück, Wäschepflege, aber auch medizinische und zahnmedizinische Hilfe und auch schlicht ein Gespräch finden, gilt weiterhin als Leuchtturmprojekt für ehrenamtliches Engagement. Geleitet von der Diakonie Mark-Ruhr sind es vor allem die 35 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die wichtigen Aufgaben stemmen. „Die Auszeichnung soll Mut machen zum ‚Weiter so‘ und anregen zum Mitmachen“, sagte Laudator Dr. Gerhard Koch, der frühere Chefarzt der Kinderklinik am AKH. „Luthers Waschsalon ist ein gelebtes Für- und Miteinander.“

BiWaG e.V.: Mit dem interkulturellen Gartenverein BiWaG e.V. (Bildung Wald im Garten) ist ein Verein ausgezeichnet worden, der noch nicht so sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Gegründet von der Waldpädagogin Silke Krüger und Jens Benscheidt ist die Idee entstanden, eine kulturell bunte und

nachhaltige Gartengemeinschaft zu bilden, in der sich jeder mit seinen Fähigkeiten einbringen kann. Unter anderem am Goldberg ist bereits ein solcher interkultureller Garten entstanden, in dem zum Beispiel Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern zusammen gearbeitet haben. Auch beim Wald-Sprach-Camp, das Kinder in den Herbstferien zusammengebracht hat, um im Wald besser die deutsche Sprache zu lernen, ist BiWaG mit dabei. Initiatorin Silke Krüger konnte bei der Verleihung nicht selbst mit dabei sein. Ihre Mitstreiterin Veronika Hoesch nahm den Preis entgegen und lobte Silke Krüger in höchsten Tönen. Es sei faszinierend, wie die Waldpädagogin es selbst bei sehr schwierigen, teils straffällig gewordenen Jugendlichen schaffe, sie für die Schönheiten und Wunder der Natur zu begeistern.

Hagener Impulse: Hier wurde das gleichnamige Aktionsbündnis ausgezeichnet, das es, so das Urteil der Jury, geschafft habe, mit zahlreichen Veranstaltungen die kunsthistorische und architektonische Bedeutung Hagens im Bauhaus-Jubiläumsjahr weit über Hagens Grenzen hinaus bekannt zu machen. Stellvertretend wurden Dr. Birgit Schulte, die stellvertretende Leiterin des Osthaus Museums, Kirsten Fischer, die Prokuristin der Hagen-Agentur, und Margarita Kaufmann, die Kulturdezernentin, ausgezeichnet. Alle drei hatten zwar beruflich mit diesem Thema zu tun. Gewürdigt wurde aber, dass sie weit über das erwartbare Maß hinaus Engagement für die Sache gezeigt hätten. Die 2000 Euro, die die Preisträgerinnen genauso wie die Motions-Awards-Gewinner erhalten hatten, wollen sie an den Karl-Ernst-Osthaus-Bund weiterleiten, damit dieser weiter im Sinne der „Hagener Impulse“ wirken kann.

Zwei Hagener Unternehmen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet

So verschieden die Preisträger auch waren, so sehr einte sie doch eines, wie Wilfried Bahn, der Initiator des Unternehmer Rats sagte: „Allen Preisträgern ist es gelungen, durch ihren Einsatz neue Impulse und wertvolle Perspektiven zu schaffen und so zu einem wertvolleren Hagen beizutragen.“ Die Preise sollten auch eine Motivation für andere Hagener Bürger sein, sich mit Projekten und Initiativen für ihre Stadt einzusetzen.

Wussten die Preisträger der drei „Motions Awards“ schon durch ihre Einladung an diesem Abend, dass sie ausgezeichnet würden, so wurden zwei weitere Männer völlig überrascht mit ihrer Ehrung: Dr. Klaus Fehske und Dietmar Millhoff wurden für ihr unternehmerisches Lebenswerk geehrt. Damit, so der Unternehmerrat, solle ihr jahrzehntelanges unternehmerisches und bürgerschaftliches Engagement, mit dem sie sich um den Standort Hagen verdient gemacht hätten, gewürdigt werden.

Klaus Fehske entwickelt eigene Philosophie für sein Unternehmen

Oberbürgermeister Erik O. Schulz war der Laudator auf die beiden Ausgezeichneten, die tatsächlich vorher nicht geahnt hatten, dass sie an diesem Abend im Rampenlicht stehen würden. Schulz würdigte Fehske als Unternehmer, der in 33 Jahren die Rathausapotheke zu einem Unternehmen von anfangs sieben auf nunmehr knapp 80 Mitarbeiter gesteigert habe und dabei eine Philosophie entwickelt habe, die den Kunden in den Mittelpunkt stelle.

Daneben sei aber auch Fehskes gesellschaftliches Engagement zu würdigen, in der Hagener Kommunalpolitik, in der Flüchtlingsarbeit und als Sponsor zahlreicher Institutionen und Veranstaltungen in der Region. Der Oberbürgermeister, der insbesondere in der Diskussion um Sparmaßnahmen am Theater harte Diskussionen mit Klaus Fehske geführt hatte, betonte aber auch, dass es den 70-Jährigen auszeichne, dass man nach einem Streit in der Sache wieder freundschaftlich zusammenarbeiten können.

Dietmar Millhoff zeigt unternehmerische Flexibilität

Noch länger reicht das unternehmerische Lebenswerk von Dietmar Millhoff zurück. 1962 hatte er den 1898 gegründeten Familienbetrieb, die Firma Gebr. Millhoff, , ein Großhandel und Lager für Maschinenwerkzeuge, übernommen und diesen in die Grundstücks- und Handelsgesellschaft Dietmar Millhoff KG umgewandelt. Dietmar Millhoff habe sich während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit verschiedenen Geschäftsfeldern gewidmet und damit unternehmerische Flexibilität bewiesen.

Zu seiner Firma gehören neben einem Groß- und Einzelhandel für Industriebedarf, Armaturen und Kfz-Zubehör auch eine Immobilienverwaltung und eine Werbeagentur. 88 Jahre ist er mittlerweile alt, nimmt aber noch immer als Oldtimer-Fan an Rallyefahrten teil. Er habe aber auch immer große soziale Verantwortung gezeigt, in verschiedenen Institutionen, aber auch im Kulturförderverein Hagen.

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